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Friedberg

24.11.2020

Nach langen Diskussionen: Bürgernetz bekommt mehr Geld für Seniorenprojekte

Das „Repair Café“. ist ein Angebot des Friedberger Bürgernetzes. Weil die Organisation immer mehr Projekte hat, erhöht die Stadt Friedberg den Zuschuss.
Bild: Daniel Pain (Archivbild)

Plus Das Bürgernetz Friedberg bietet Projekte vom Singkreis bis zum Fahrdienst für Senioren. Dafür gibt die Stadt nun mehr Zuschuss. Eigentlich wollte sie auch mehr Einfluss.

Das Bürgernetz Friedberg, das mittlerweile seinen Sitz im Bahnhofsgebäude hat, ist eine feste Institution in der Seniorenarbeit der Stadt. Mittagstisch, Fahrdienst, Vorträge und Besuchsdienste ermöglichen, dass alte Menschen länger eigenständig bleiben können. Als die Caritas als Träger dafür einen höheren Zuschuss von der Stadt wollte, forderte diese im Gegenzug mehr Einfluss. Nun gab es eine Einigung.

Die Diskussion drehte sich um 8000 Euro. Um diese Summe sollte der bisherige Sachkostenzuschuss von 12.000 Euro aufgestockt werden, da das Bürgernetz sein Angebot erheblich ausgeweitet hat. Obwohl dies eine freiwillige Leistung der Stadt ist, ist ein solcher Punkt bei einer finanzstarken Kommune wie Friedberg normalerweise Routine. Warum zog sich das Thema trotzdem ein Jahr hin?

Die Stadt Friedberg wollte mehr Einfluss beim Bürgernetz

Der Stadtrat hat im November 2019 die Erhöhung an die Bedingung geknüpft, dass die Stadt mehr Einfluss beim Bürgernetz erhält. Begründet wurde das auch damit, dass sie außer dem Sachkostenzuschuss die Hälfte der Personalkosten für die Koordinatorenstelle begleicht, die sich zwei Sozialpädagoginnen teilen. Das sind nochmals 30.000 Euro. Die anderen 30.000 Euro kommen von der AHo-Stiftung.

Der Stadtrat forderte konkret, dass städtische Vertreter im Lenkungskreis des Bürgernetzes die Mehrheit und somit das Sagen bei Entscheidungen haben. Weiter sollten verbindliche Leitlinien für die Arbeit des Bürgernetzes entwickelt werden, das abgesehen von den beiden Teilzeit-Koordinatorinnen von Ehrenamtlichen, großteils selber älteren Semesters, gestemmt wird.

Der Mittagstisch ist eines der Angebote des Friedberger Bürgernetzes.
Bild: Lukas Zimmermann (Archivbild)

Eine solche „Übernahme“ wollten sich das in Friedberg allseits anerkannte Bürgernetz und die Caritas offenbar nicht gefallen lassen. Es folgten mehrere Gespräche mit der Stadtspitze sowie Sitzungen des Lenkungsgremiums, an welchen auch Bürgermeister, Finanzreferent und Fraktionschefs teilnahmen. Für 2021 liegt außerdem ein Haushaltsplan vor, aus dem laut Kämmerer Wolfgang Schuß „der Bedarf für eine höhere städtische Beteiligung am operativen Defizit nachvollziehbar dargestellt“ sei.

Bürgernetz Friedberg bleibt eigenständig

Der Sozialausschuss des Stadtrates sah daher nun keine Probleme mehr, den Zuschuss zu gewähren. Schuß sagte dazu: „ Die Stadt gibt viel Geld, aber das Bürgernetz soll nicht Befehlsempfänger, sondern in hoher Kreativität und Eigenständigkeit tätig sein.“

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