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Mering

30.01.2020

Nachruf: Mering trauert um Maria Kretschmer

Wenn es um die Geschichte von Mering und der Heimatvertriebenen ging, war Maria Kretschmer die erste Ansprechpartnerin. Nun trauert Mering um die 85-Jährige.
Bild: Heike John (Archivfoto)

Ihre Liebe galt der Heimatgeschichte. Mit 85 Jahren starb am Mittwoch Maria Kretschmer, Trägerin des Goldenen Ehrenrings der Marktgemeinde Mering.

Die Heimat lag Maria Kretschmer am Herzen. Wenn es um die Geschichte Merings ging, gehörte sie zu den wichtigsten Ansprechpartnern. Die 85-Jährige gehörte zum Autorenstamm der Meringer Ortschronik, die anlässlich des tausendjährigen Bestehens der Marktgemeinde 2021 erscheinen soll. Maria Kretschmer wird dieses Jubiläum und die Veröffentlichung der Chronik nicht mehr miterleben, am Mittwoch starb sie nach schwerer Krankheit im Uniklinikum Augsburg.

Ihre Liebe zu Mering war groß, sie engagierte sich in vielen Vereinen und war für das Meringer Pfarrarchiv zuständig. Dieses übergab sie an ihre Nachfolger Renatus Scheglmann und Josef Halla. Als Mitglied im historischen Arbeitskreis der Pfarrgemeinde Sankt Michael lieferte sie wertvolle Beiträge. In ihrem Haus finden sich unzählige Dokumente und geschichtliche Schätze.

Maria Kretschmer trug den Goldenen Ehrenring der Gemeinde Mering

Von 1978 bis 1996 saß Maria Kretschmer drei Amtsperioden für die CSU im Marktgemeinderat und von 1978 bis 1984 im Kreistag. 1996 wurde ihr der Goldene Ehrenring der Marktgemeinde Mering verliehen. Sie war Gründungsmitglied des Meringer Senats, der 2002 ins Leben gerufen wurde. Viele Jahre engagierte sie sich im Meringer CSU-Ferienprogramm.

Nachruf: Mering trauert um Maria Kretschmer

Viele ältere Erwachsene kennen sie noch als ihre Lehrerin, sie war Konrektorin an der Luitpoldgrundschule. 41 Dienstjahre absolvierte sie. Zunächst war Maria Kretschmer fünf Jahre in der Landschule in Schmiechen, wo die Klassen 1 bis 4 gemeinsam unterrichtet wurden, dann in der Mädchen-Volksschule in Mering, später in der gemischten Hauptschule.

Kretschmers Liebe galt nicht nur Mering, sondern auch dem Sudetenland. Im Mai 1946 kam sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder als Vertriebene aus dem Sudetenland nach Mering. Und darin sah Maria Kretschmer auch den Grund, warum ihr Geschichte und Heimatkunde so viel bedeuteten. „Das hat mich immer am meisten interessiert, denn in Gedanken war ich oft in der Heimat meiner Kindheit“, hatte sie noch im Herbst 2019 in einem Interview mit unserer Zeitung erzählt. Sie war Vorsitzende der Sudetendeutschen Landmannschaft.

Kretschmer engagierte sich auch in der Städtepartnerschaft

Zu ihren engen Freunden zählte Maria Kretschmer auch das Ehepaar Gabriele und Josef Kennerknecht. Das Ehepaar engagierte sich gemeinsam mit Maria Kretschmer viele Jahre auch in der deutsch-französischen Städtepartnerschaft mit Ambérieu. „Heuer kommen die Gäste aus Frankreich und eigentlich wäre auch die Familie, die seit über 34 Jahren zu Maria gekommen ist, dabei gewesen“, sagt Gabriele Kennerknecht. Sie denkt gerne an die gemeinsamen Ausflüge, Reisen und die Begegnungen mit ihrem indischen Pfarrersfreund Anthony zurück“, sagt Gabriele Kennerknecht.

Der Seelsorger hatte von der schweren Krankheit von Maria Kretschmer gehört, sich sofort um einen Flug von Indien nach Deutschland bemüht, weil er ihr in der Krankheit beistehen wollte. Am Donnerstagmittag landete sein Flieger in München. „Leider hat es Anthony nicht mehr rechtzeitig geschafft“, bedauert Gabriele Kennerknecht.

Der Zeitpunkt der Beisetzung von Maria Kretschmer ist noch nicht bekannt.

Lesen Sie hier das letzte Interview mit Maria Kretschmer:Sie schreibt über die Vertriebenen in Mering

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