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Fastenzeit

20.02.2015

Nachschlag gefällig? Nein danke!

Viele Menschen halten sich in den Wochen zwischen Fasching und Ostern an bestimmte Rituale. Der Verzicht hat dabei viele Gesichter. Auch Kirchenleute haben ihr persönliches Programm

Bei einem gemütlichen Essen nur einmal Nachschlag zu nehmen, ist für den ein oder anderen bestimmt gewöhnungsbedürftig. Für den Meringer Pfarrer Thomas Schwartz ist dies jedoch sein ganz persönlicher Fastenvorsatz. „Ich mache das nicht, um abzunehmen, sondern um mich realistisch darin zu üben, welche Menge ich tatsächlich benötige. Und Nachschlag ist meiner Meinung nach nicht notwendig.“ Des Weiteren versucht er außerhalb der Messen auf Alkoholisches zu verzichten. Auch andere Personen rund um die Kirche in und um Friedberg gehen mit Beispiel voran. Der Versuchung von süßen Leckereien oder alkoholischen Getränken zu widerstehen, ist ein weiterer Vorsatz, den viele teilen.

Beim Friedberger Stadpfarrer Pater Markus Hau steht neben dem Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol und nach Möglichkeit auf Fernsehen, ein anderes Ritual auf dem Fastenprogramm: Auf das Gebet achten und sich den eigentlichen Grund des Fastens bewusst machen. Neben dem klassischen Verzicht ist es dem Pallottiner-Pater wichtig, sich geistig auf das bevorstehende Osterfest einzustellen. Hau geht es in dieser Zeit nicht darum, sich zu kasteien, sondern zu fragen, ob Fleisch, Alkohol und Co. lebensfördernd und notwendig sind.

Annegret Biallowons, die als Kirchenpflegerin in Mering tätig ist, zieht das klassische Fasten vor: Ein kompletter Verzicht auf Alkohol und Süßigkeiten ist ihr persönliches Ziel während der 40 Tage. Auch die Nutzung des sozialen Netzwerks Facebook möchte sie unterlassen. „Das ist mein persönliches Fasten. Da ich voll berufstätig bin, kann ich Fastenansätze wie beispielsweise, für einen Menschen sich besonders viel Zeit nehmen, nicht umsetzen“, so Annegret Biallowons.

Alltägliche Gewohnheiten zu hinterfragen und diese auf den Prüfstand zu stellen, ist für Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gabriele Muhr von der Friedberger Pfarrei St. Jakob ein wichtiges Ritual in der Fastenzeit. Für sie gehört dazu, statt des Autos auch einmal das Fahrrad zu nehmen. Ihre Familie versucht außerdem auf Alkohol und Süßigkeiten zu verzichten.

Jedes Jahr versucht Oliver Kosel, der als Mesner in Kissing tätig ist, einen anderen Fastenvorsatz durchzuhalten. Ob er Wein und Bier komplett streicht oder doch das ein oder andere Stückchen Schokolade weglässt, entscheidet er spontan. Dieses Jahr ist er sich noch eher unschlüssig. Allerdings zählt für Kosel ein Verzicht oder eine Veränderung nur dann richtig, wenn sie einem schwerfällt. „Meiner Ansicht nach bringt es nichts, keinen Alkohol zu konsumieren, wenn man diesen sonst eh nicht oft zu sich nimmt. Auch Verhaltensänderungen zählen für mich zum Fasten“, erklärt der Mesner. Nach den 40 Tagen freut er sich jedoch umso mehr darauf, in einen Schokoladenosterhasen zu beißen.

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