Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Naht doch noch Rettung für den TSV Schmiechen?

Entscheidung in Schmiechen

14.05.2015

Naht doch noch Rettung für den TSV Schmiechen?

2012 wurden die Schmiechener Fußballer noch Meister, jetzt droht dem Verein die Auflösung. Möglicherweise gibt es aber doch noch Hoffnung.
Bild: Kolbert

Ohne Vorstand muss sich der Verein  am Freitag auflösen und diesmal wird auch kein Bürgermeister einspringen.

Am heutigen Freitag, 15. Mai, findet um 19 Uhr in der Gaststätte der Schmiechachhalle Schmiechen eine außerordentliche Mitgliederversammlung des TSV Schmiechen statt. Diese ist nötig, weil der Verein auf der Generalversammlung im März 2015 keinen einzigen Kandidaten für den Vorstand vorweisen konnte. Deshalb droht dem Verein die Auflösung. Wir sprachen darüber mit Bürgermeister Josef Wecker:

Im März 2013 hat der damalige Bürgermeister Ludwig Hainzinger den Vorsitz des TSV übernommen, um die Auflösung des Vereines zu verhindern. Wie sieht ihr Nothilfeplan aus?

Wecker: Als Bürgermeister muss ich mich um die Belange der Gemeinde kümmern, mit dieser Aufgabe bin ich derzeit völlig ausgelastet, deshalb ist zeitlich nicht die Luft, um für einen Verein Impulse zu setzen. Ludwig hat es sicher gut gemeint aber gebracht hat die Maßnahme für den Verein nicht viel, da er wohl zeitlich auch nicht in der Lage war den Verein wieder auf die Füße zu bekommen. Ich werde für solche Aktionen deshalb nicht zur Verfügung stehen. Ein Vorstand muss bereit sein, viel Zeit und Elan in den Verein einzubringen, damit die Arbeit auch Früchte tragen kann. Der Sportverein hat 270 Mitglieder, die neue Vorstandschaft muss aus den Reihen der Vereinsmitglieder entstehen.

Was würde eine Auflösung des TSV für Schmiechen bedeuten und was würden Sie tun, um die Auflösung zu verhindern?

Wecker: Für mich wäre es sehr schade, wenn der Sportverein aufgelöst werden müsste, da in diesem Verein jahrelang eine sehr gute Jugendarbeit geleistet wurde und diese Arbeit für die Entwicklung der Jugendlichen sehr wichtig ist. Eine Gemeinde kann sicher unterstützend tätig sein, aber eine neue Vorstandschaft kann sicher nicht aus den Reihen des Gemeinderates gebildet werden.

Warum ist es so schwer für den TSV, einen Vorstand zu finden?

Wecker: Die Probleme mit der Besetzung von Vereinsvorstandschaften werden uns in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen. Es findet in der Gesellschaft ein Wandel statt. Die Berufstätigen sind meist in der Arbeitswelt sehr intensiv beansprucht und haben deshalb weder die Lust noch den Elan sich in einer Vereinsführung geschweige denn an Vereinsaktivitäten zu beteiligen. Man kann heute seine Freizeit flexibel und nach den eigenen Vorstellungen gestalten ohne Zeitzwang und Vorgaben, die Möglichkeiten sind heutzutage wesentlich vielfältiger als noch vor zehn Jahren. Ein zusätzlicher Nachteil besteht meines Erachtens darin, dass die Anforderungen an einen Vorstand in der heutigen Zeit wesentlich höher sind als früher. Zum Beispiel bei der Steuer oder Hygienevorschriften sowie die Verantwortlichkeit bei Veranstaltungen. Die hohen Anforderungen, und die Verantwortung, welche immer mehr werden, schrecken viele ab, sich für eine Führungsaufgabe zur Verfügung zu stellen.

Wie es aussieht hat sich die Hartnäckigkeit von Bürgermeister Josef Wecker ausgezahlt. Denn kurz vor dem „Torschluss“ haben sich doch noch ein paar Vereinsmitglieder bei ihm gemeldet, die sich eventuell für das Vorstandsamt zur Verfügung stellen würden. Voraussichtlich wird zur Wahl der neuen Vorstandschaft eine weitere Sitzung nötig sein. Aber das entscheidet sich auf der Sitzung am Freitag.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren