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Mering

25.11.2019

Natascha Kohnen spricht beim SPD-Jubiläum in Mering

Eine Sprossenwand voller Erinnerungen. SPD-Bürgermeisterkandidat Stefan Hummel mit Festrednerin Natascha Kohnen vor den historischen Wahlplakaten aus Mering
Bild: Heike John

Bei der 100-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins in Mering mischen sich Stolz und ein kritischer Blick. Was sagten Landesvorsitzende Kohnen und Bürgermeister Kandler zur Lage der Partei?

Vor dem „Sturz in die Bedeutungslosigkeit“ warnte kürzlich Hans-Jochen Vogel seine Parteigenossen. Die Sorge des 93-jährigen einstigen SPD-Parteichefs ist auf Mering bezogen unbegründet. Bei der 100-Jahr-Feier des Ortsvereins als ältester Partei klang in den Grußreden und Rückblicken viel Stolz auf die Leistung des vergangenen Jahrhunderts durch. „Die SPD tut Mering gut“, fasste beispielsweise Bürgermeister Hans-Dieter Kandler das 100-jährige Engagement seiner Partei in der Marktgemeinde zusammen. Gleichwohl war man sich einig, dass man sich wieder auf die Wurzeln besinnen müsse.

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So formulierte Landesvorsitzende Natascha Kohnen als Festrednerin den Wunsch, die SPD möge den Sozialstaat wieder stark machen und den Menschen die Angst davor nehmen, in der Gesellschaft abzurutschen. Ob in Bezug auf Mieten und Rente, Mobilität, Bildung oder Gesundheitswesen, die Angst bilde in allen Bereichen den Nährboden für Rechtspopulismus.

Viele Gäste bei der SPD in Mering

Kohnen kam mit dem Zug aus München, um den Jubiläums-Ortsverein zu beglückwünschen. In der Mehrzweckhalle waren Parteigenossen verschiedener Ebenen, darunter viele der 75 Ortsvereinsmitglieder, sowie Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens anwesend. Fraktionsübergreifend wurde bei einem Festessen und mit dem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte des Ortsvereins gefeiert.

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Christian Gerold als neuer Ortsvereinsvorsitzender und Stefan Hummel als Bürgermeisterkandidat fühlten sich nach eigenen Worten geehrt über die große Anzahl der Gäste. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Gruppe Men in Blech. Zwischen Grußreden, Glückwünschen und dem Überreichen von Geschenken durch befreundete Ortsvereine lockerten die Auftritte der Showtanzgruppen des SV Mering den Festabend auf.

Die jungen Tänzerinnen der Little Brilliants kamen im Gespenstergewand auf die Bühne, die Rising Crystals als Zombies und im Laufe des späteren Abends boten die Magic Diamonds auch räumlich gesehen einen Höhepunkt. Bis unter die Decke des Veranstaltungssaals reichten die Sprünge und Pyramiden der Showtänzer bei ihrem Weltall-Motto.

Im SPD-Ortsverein sind Höhenflüge jedoch nicht vorgesehen. Vielmehr werde die Arbeit an der Basis favorisiert, damit es mit der Sozialdemokratie wieder bergauf gehe. Der Auftrag der sozialdemokratischen Partei sei es, jedem unabhängig von seiner Herkunft eine Chance zu geben, aus seinem Leben etwas zu machen, fasste Bürgermeister Hans-Dieter Kandler seine persönlichen Leitmotive des politischen Handelns zusammen. „Meinem alten Sozi-Herzen geht es gut“, kommentierte er den Jubiläumsanlass.

Bürgermeister Kandler: Dankbar, das Amt abgeben zu können

Wie viele mutige und aufrechte Sozialdemokraten, angefangen vom Ortsvereinsgründer Otto Haberstock, es in der Geschichte der Meringer Sozialdemokratie gegeben habe, zeigte Hartmut Jänel in seinem historischen Streifzug durch die vergangenen 100 Jahre auf. Pfarrerin Carola Wagner appellierte an den Ortsverein, sich als „Partei des kleinen Mannes“ für die Schwachen einzusetzen.

Die Kommunalwahl lebe vom Vertrauen in die Personen vor Ort, führte Natascha Kohnen noch einmal vor Augen. Nach einem knappen Vierteljahrhundert, die er den Ortsverein begleiten durfte, sei er nun dankbar, in 159 Tagen an die jüngere Generation abgeben zu können, betonte Kandler. „Wir sind und bleiben aber eine bestimmende Kraft in Mering.“

Lesen Sie auch die Chronik: Die Meringer SPD blickt auf 100 Jahre zurück

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