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Ökologie in Ried

20.10.2017

Naturschutz in Ried mit tierischer Unterstützung

Ziegen könnten zukünftig einige der Rieder Ausgleichsflächen beweiden. Mit dieser Idee beschäftigte sich der Gemeinderat.
Bild: Silvia Reich-Recla (Symbolbild)

Die Gemeinde lässt sich künftig bei der Pflege ihrer Ausgleichsflächen fachlich beraten. Das kann sogar finanzielle Vorteile für die Kommune haben.

Bald schon könnten weidende Ziegen und Rinder das Landschaftsbild von Ried prägen. Im Zuge einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg sollen die Ausgleichsflächen auf dem gesamten Gemeindegebiet ökologisch aufgewertet werden. Darüber informierte Bürgermeister Erwin Gerstlacher die Gemeinderäte, die sich von dieser Maßnahme sehr angetan zeigten.

Geplant war der Besuch von Jan Uczen, der als Mitarbeiter und Mitglied der Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbands die Arbeit der Behörde vorstellen und die bereits durchgeführten Maßnahmen erläutern wollte. Krankheitsbedingt konnte er nicht an der Sitzung des Gemeinderats teilnehmen. Aufgrund des großen Interesses wird sein Besuch jedoch für Anfang kommenden Jahres erneut eingeplant.

Vor gut einem Jahr übernahm Angela Rieblinger die Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbandes Aichach-Friedberg und wird seitdem von Jan Uczen unterstützt. Er ist gelernter Forstwirt und absolvierte zudem ein Studium in Naturschutz und Landschaftsplanung. Durch die personelle Verstärkung sieht sich der Verband in der Lage, Gemeinden und Firmen bei der Ausweisung und Pflege von Ausgleichsflächen zu unterstützen.

Mit der fachlichen Betreuung soll ihr ökologischer Zustand verbessert werden, denn oftmals ist für eine fachgerechte Pflege bei Gemeinden kein Personal vorhanden. Kommunen sind aber nach Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten verpflichtet, entsprechende Maßnahmen durchzuführen und Flächen auszuweisen oder anzukaufen.

Die laufende Pflege nach der Erstgestaltung ist Voraussetzung für die Entwicklung einer hohen ökologischen Qualität auf den Ausgleichsflächen. Nur so können tatsächlich wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden, die auch prägend für das Landschaftsbild sind.

Rieder Ausgleichsflächen sind in gutem Zustand

Auf einer Rundtour fuhr Bürgermeister Erwin Gerstlacher zusammen mit Jan Uczen sowie dem Mitarbeiter der untere Naturschutzbehörde Gerhard Grande alle Flächen auf Rieder Gemeindegebiet ab. Grundsätzlich sei festgestellt worden, dass die Rieder Ausgleichsflächen in gutem Zustand seien, berichtete Gerstlacher, sie könnten aber noch ökologisch aufgewertet werden. So soll künftig auch das bisweilen übliche Mulchen mit Wiesenmahd unterlassen werden, damit eine magerer Boden eine größere Artenvielfalt hervorbringen kann.

In Ried werden die Ausgleichsflächen wie etwa der an Meringer Flur angrenzende Hörlgraben als Ausgleich für das Baugebiet in Baindlkirch größtenteils von ortsansässigen Bauern bewirtschaftet. Darunter seien auch sehr engagierte Junglandwirte, wie der Bürgermeister lobend erwähnte. Sie könnten künftig durch den Landschaftspflegeverband beraten und unterstützt werden. Beispielsweise schlug Jan Uczan die Beweidung einiger Flächen mit Ziegen und kleinen Rindern vor. Da die Hilfestellung durch den Verband stundenweise abgerechnet wird, könnte die künftige Pflege der Ausgleichsflächen sogar wirtschaftlicher werden, vermutet Bürgermeister Erwin Gerstlacher.

„Eine gute Sache“, war man sich im Gemeinderat einig. Elisabeth Fischer von der Bürgermeinschaft Ried regte an, auch Blühwiesen für Bienen anzulegen. Ingo Lanius (Lebensqualität Ried) schlug vor, für die Pflege der Ausgleichsflächen ein klares Ziel zu definieren, „damit wir im Gemeinderat dann auch überprüfen können, ob wir das letztendlich erreicht haben“.

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