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Kissing

13.07.2018

Nebel bringt verbotene Anschlüsse ans Licht

Das ist der Hauptkanal in der St. Bernhard-Straße in Kissing. Hier sind vor einigen Jahren Anschlüsse überprüft worden.
Bild: Anton Schlickenrieder (Archiv)

Ein Ingenieurbüro wird einen Teil des Kissinger Kanalsystems mit einem speziellen Verfahren überprüfen. Dabei sollen Schäden aufgedeckt werden.

Wenn bald Nebelschwaden durch Kissings Straßen südlich des Rathauses wabern, dann sind Techniker unterwegs und überprüfen das Kanalsystem. Der Bauausschuss hat an das Münchener Ingenieurbüro Isas den Auftrag vergeben, diesen Bereich großflächig mit einem speziellen Verfahren unter die Lupe zu nehmen.

Im Zuge der Kanaleigenüberwachungsverordnung muss innerhalb von zehn Jahren in Kommunen das Kanalsystem auf Dichtigkeit und Funktionalität geprüft werden. In Kissing ist das bereits in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen passiert. Nun ist das sogenannte „Teilgebiet acht“ an der Reihe, das mehrere Straßen im Neuort umfasst.

Laut dem Ingenieur Carsten Mikosch geht es darum, Schäden wie Risse an Muffenverschlüssen oder undichte Abzweigungen frühzeitig zu erkennen. „Damit sie mit einem vertretbaren Aufwand repariert werden können.“ Allerdings wird bei der Überprüfung auch aufgedeckt, wenn Hausbesitzer unerlaubterweise Regenwasser in den Kanal leiten.

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Regenwasser und Schmutzwasser werden getrennt

Kissing hat wie viele andere Gemeinden ein geschlossenes Schmutzwassernetz. Wie Bürgermeister Manfred Wolf erklärt, gibt es im Neuort keine Kanäle für Regenwasser. Unter den Gullideckeln befinden sich Kiespackungen, sodass der Niederschlag versickert und wieder dem Grundwasser zugeführt wird.

Die Folgen von Fehlanschlüssen können gravierend sein. Wird das Schmutzwassernetz bei Regenfällen zu sehr belastet, kann es zu Rückstaus kommen oder im Klärwerk Probleme geben. Zudem sagte Ingenieur Mikosch in der Sitzung: „Fremdwasser darf laut Gesetz nicht im Kanal sein.“

Daher wird das Münchener Ingenieurbüro das Netz nun mit einer speziellen Technik überprüfen. Dabei wird mit einem Gerät Nebel über Schächte in den Kanal geblasen. Bei einem Fehlanschluss tritt der zum Beispiel an Fallrohren der Dachentwässerung aus und zeigt dadurch eine Fehlleitung an. Laut Wolf müssen die Hausbesitzer eigentlich dafür sorgen, dass das Wasser auf ihrem Grundstück versickert. Vor allem werden bei der Überprüfung aber auch Schäden am Kanal dokumentiert. Die Ausführung durch das Ingenieurbüro kostet rund 31000 Euro.

Kann Nitrat ins Grundwasser gelangen?

Franz-Xaver Sedlmeyr von der CSU wies darauf hin, dass in dem Bereich oft das Grundwasser einen hohen Stand erreiche. Er wollte daher wissen, ob auch das Eindringen überprüft werde. Mikosch erklärte, dass das analysiert werde. „Wir können beispielsweise Spül- und Waschmaschinenwasser erkennen.“ Also in dem Fall Flüssigkeiten, die die Experten in der Leitung haben wollen. Ludwig Asam von den Grünen, fragte, ob durch undichte Stellen nitrathaltiges Schmutzwasser aus dem Kanal ins Grundwasser gelangen könnte. Der Ingenieur gab Entwarnung. Das liege zwar im Bereich des Theoretischem, sei aber aufgrund des unterschiedlichen Druckverhältnisses unwahrscheinlich. „Normalerweise haben wir da aber keine Gefahr aus physikalischen Gründen.“

Bauamtsleiter Alfred Schatz erklärte, dass der Bürgermeister die Ausbesserung kleinerer Schäden selbst beauftragen könne. „Wenn es etwas Größeres wird, müssen wir das ausschreiben.“ Die Ergebnisse der Untersuchung sollen laut Schatz aber auf jeden Fall in einer Sitzung vorgestellt werden.

Den Bürgermeister bereitet im Hinblick auf den Kanal eine weitere Sache Sorgen. Er bittet die Bürger darum, keine Feucht- und Reinigungstücher in die Toilette zu werfen. Die legen sich um die Pumpen, die im ganzen Ort in der Kanalisation verteilt sind, und sorgen für Fehlfunktionen. „Wir müssen sie inzwischen einmal im Monat durchspülen.“ In den Kanal gehörten nur Tücher, die sich auch auflösen.

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