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Schmiechen

29.01.2020

Nepomuk-Kapelle erinnert an die Rettung vor Räubern

Zum Dank einer Rettung vor Räubern wurde die Nepomukkapelle bei der Plankmühle geschaffen.
Bild: Hubert Raab

Nach seiner Heiligsprechung werden Johannes von Nepomuk auch im Wittelsbacher Land viele Statuen errichtet. Auch in Schmiechen erinnert eine Kapelle an ihn.

Die Verehrung des heiligen Johannes von Nepomuk erlangte nach seiner Heiligsprechung im Jahr 1729 eine weite Verbreitung. Johannes von Nepomuk, um 1345 in Pomuk bei Pilsen geboren, war der Beichtvater der böhmischen Königin Johanna, einer bayerischen Prinzessin. Weil er das Beichtgeheimnis nicht brach, wurde er am 20. März 1393 auf Befehl ihres Ehemanns, des Böhmenkönigs Wenzel IV., mit Fackeln gebrannt, durch die Straßen Prags zur Moldau geschleppt und von der Brücke in den Fluss geworfen und ertränkt. Fünf Sterne, die für die Buchstaben „tacui“ (ich habe geschwiegen) stehen, zeigten sich um das Haupt von Johannes Nepomuk. Er wurde zum Nationalheiligen Böhmens.

Der bayerische Kurfürst Karl Albrecht erklärte am 14. Mai 1729 den heiligen Johannes von Nepomuk neben der Gottesmutter und dem hl. Benno zum Patron des Landes Bayern und der Residenzstadt München.

Wo in der Region Statuen des Heiligen zu finden sind

Im Wittelsbacher Land wurden im 18. Jahrhundert in Kirchen, in vielen Hausnischen, wie z. B. an der Sägmühle nördlich von Friedberg, und an Brücken Statuen des Heiligen aufgestellt. Kapellen wurden errichtet, z. B. in Affing an der Neuburger Straße mit einer lebensgroßen Figur des hl. Johannes von Nepomuk aus der Zeit um 1730/40, in Burgadelzhausen mit der Darstellung des Heiligen in der Art des Johann Kaspar Öberl, in Gebenhofen mit der Figur des St. Johannes Nepomuk um 1730 von Johann Georg Bschorer, auch die Johanniskapelle in Rehling. Im Jahr 2009 errichtete die Dorfgemeinschaft von Rapperzell einen Kapellenbildstock mit dem Bild Johannes Nepomuk, gemalt nach der Statue des Heiligen von Johann Kaspar Öberl in der Filialkirche St. Markus.

Nepomuk-Kapelle erinnert an die Rettung vor Räubern

Auch in Friedberg gab es eine Johannes-von-Nepomuk-Kapelle. Sie hatte 1760 Herr von Schmöger an der Stelle der Bildsäule mit dem 2. Kniefall errichten lassen (heute Bäckerei Scharold). Eine Statue mit dem hl. Nepomuk befand sich wahrscheinlich auch auf der Achbrücke unterm Berg ebenso in der alten Pfarrkirche St. Jakob, wo 1737 eine Johannes-Nepomuk-Bruderschaft und am 16. Mai dieses Jahres ein Altar mit einer von Engeln umgebenen Nepomukstatue errichtet wurden.

Über die Erbauung der Kapelle in Schmiechen gibt es eine spannende Geschichte

So ist es nun nicht verwunderlich, dass dem Patron der Müller, aber auch der Flößer, Schiffer und Beichtväter bei der Plankmühle am alten Paarübergang in Schmiechen eine Kapelle geweiht ist. Ihren Namen hat die Mühle, die schon um 1280 als „Mühle an dem Parenvelde“ genannt wird, vom Müller Balthasar Blanckh, dem 1511 die Mühle „leibgefällig“, also auf Lebenszeit verliehen wurde. Über die Erbauung der Nepomuk-Kapelle wird folgende Geschichte erzählt: „Als der Müller Joseph Völk, der von 1818 - 1846 Besitzer der Plankmühle war, einmal mit viel Getreide von der Augsburger Schranne zu seiner Mühle wollte, soll er auf der Paarbrücke, wo heute die Kapelle steht, von Räubern überfallen worden sein. Auf seine Rufe hin sei der Hofhund herbeigesprungen, habe die Räuber in die Flucht geschlagen und so den Diebstahl vereitelt. Aus Dankbarkeit habe daraufhin Joseph Völk die Kapelle erbaut.“

Die Figur des Heiligen Nepomuk stammt wohl aus dem 18. Jahrhundert.
Bild: Hubert Raab

Als die Kapelle 1985/86 restauriert wurde, hat man aber festgestellt, dass vor dem jetzigen Bau bereits eine barocke Vorgängerkapelle bestanden hat. Die große Figur des Heiligen im Innern stammt auch aus der Zeit um 1740/50 und wurde wohl von der früheren Kapelle übernommen. Sie zeigt den Heiligen als kurzbärtigen Kleriker. Er trägt sein priesterliches Gewand, ein halblanges Cape, die Moretta, ein Birett und ein Chorhemd. In der linken Hand hält er das Kreuz, in der rechten die Märtyrerpalme. Sein Kranz mit den fünf Sternen ist ihm abhandengekommen.

Der heutige Rechteckbau mit Satteldach zeigt schöne Eckvoluten. Im Giebelfeld ist eine auf Blech gemalte Darstellung des Gnadenbildes von Maria Kappel zu sehen.

Das ist das Buch „Kapellen im Wittelsbacher Land“

„Kapellen im Wittelsbacher Land“, Wißner-Verlag, 190 Seiten, viele Fotografien. Das Buch ist im Verlag vergriffen. Es sind jedoch Exemplare im Landratsamt vorrätig (Kontakt: katharina.martin@lra-aic.fdb.de) sowie teilweise auch im örtlichen Buchhandel.

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