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Mering

08.05.2019

Neue Mensa in Mering: Eine Schulküche muss nicht langweilig sein

Nach den Osterferien nahm die Mensa am Schulzentrum in Mering ihren Betrieb auf. Sie wird von Schülern des Gymnasiums und der Realschule genutzt.
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Nach den Osterferien nahm die Mensa am Schulzentrum in Mering ihren Betrieb auf. Sie wird von Schülern des Gymnasiums und der Realschule genutzt.
Bild: Eva Weizenegger

Für 7,7 Millionen Euro wurde das neue Mensagebäude am Schulzentrum in Mering errichtet. Landrat Klaus Metzger stellt eine Forderung an den bayerischen Freistaat.

Es ist kurz vor 13 Uhr, die Ruhe vor dem Sturm. Einzelne Schüler betreten die helle, lichtdurchflutete Mensa am Schulzentrum in Mering. Es riecht verführerisch und nach exotischen Gewürzen. Im Regal stehen frisch zubereitete Salate, Wraps und Sandwiches. Auch kleine Glasflaschen mit selbst gemachtem Eistee stehen bereit. In den Wärmebehältern sind bereits Nudeln und verschiedene Soßen fertig. Alle Speisen werden frisch zubereitet. In der offenen Küche können das die Kinder selbst sehen.

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„Zuerst war ich skeptisch, ob mir das Essen auch wirklich schmecken wird“, sagt die 16-jährige Schülerin Ayleen. „Aber es ist echt richtig super hier.“ Nicht nur, dass sie nun spontan entscheiden kann, ob sie hier zu Mittag ist, sondern auch das vielfältige und abwechslungsreiche Angebot kommt bei ihr und ihren Mitschülern an. „Das ist wirklich eine gute Alternative zum Imbiss beim Dönerladen“, sagt sie und lacht. Die Schulleiter Josef Maisch vom Gymnasium und Andreas Pimpl von der Realschule sind ebenfalls sehr glücklich über das neue Angebot. „Schon die Einrichtung ist so wunderbar geworden, dass hier eine wirkliche Aufenthaltsqualität entsteht“, sind sich die beiden einig. Für jeden Altersbereich sei etwas dabei. Während sich die Schüler der höhern Jahrgangsstufen lieber an den kleinen Tischen und Stühlen im etwas zurückversetzten Bereich aufhalten, sind die Fünftklässler gerne an den Bartischen und -hockern. Die übrigen Schüler machen es sich auf den bequemen Bänken gemütlich.

Der Caterer setzt für die Meringer Mensa auf regionale Produkte

Überzeugt sind die Lehrer auch von der Qualität der Speisen. „Es ist gesund, sieht lecker aus und schmeckt auch so“, sagen Pimpl und Maisch. Im Lehrerkollegium greift man ebenfalls gerne auf das Angebot von Breakx zurück. Peter Döhner und Michael Speckner stehen hinter dem Namen und auch dem Konzept. Sie haben die Idee für das Cateringunternehmen realisiert und sind neben einigen Firmen nun für vier Schulen im Einsatz. „Angefangen hat alles damit, dass ich für das St. Stephan-Gymnasium im Rahmen eines Schulprojekts ein Konzept für nachhaltige Ernährung entwickeln sollte“, schildert der 38-jährige Michael Speckner die Anfänge. Schließlich übernahm er die Küche an der Schule und baute gemeinsam mit Peter Döhner das Konzept weiter aus. „Uns war vor allem wichtig, dass gesunde Ernährung bereits bei den Kindern anfangen muss“, sagt Döhner, der selbst auch Ernährungsberater ist. Alle Speisen werden frisch und direkt in der Küche zubereitet. Es gibt keine Geschmacksverstärker, Fertiggerichte, kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe und keine Konservierungsstoffe in den Speisen von Breakx. So gut es geht, setzen sie auf regionale Produkte.

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Gesundes Essen kann richtig cool sein

„Also, ich esse eigentlich am liebsten zuhause, das Essen, das meine Mutter kocht“, sagt der 13-jährige Nikolas, „doch hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.“ Diese Komplimente freuen natürlich Michael Speckner und Peter Döhner. „Wir versuchen auch, auf die Wünsche der Kinder einzugehen“, sagen die beiden. Neben täglich wechselnden Mittagsangeboten gibt es auch sogenannte „Dauerbrenner“ wie Burger oder Ofenkartoffel mit Sauerrahm, die auch bei den Schülern besonders gut ankommen. „Gesundes Essen kann auch cool sein und ist auf keinen Fall langweilig“, sagen Speckner und Döhner.

Auch Landrat Klaus Metzger kam auf einen Besuch in der Mensa vorbei. Zusammen mit Projektleiter Gerd Pelzer und Rainer Hurler, Abteilungsleiter im Bereich Bauwesen am Landratsamt. „Es gab für die Mensa ja einen Baustopp im Februar 2017“, blickte Metzger zurück. Damals hatte die bayerische Staatsregierung sich für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium entschieden. Da durch diese Entscheidung für das gerade fertiggestellte Meringer Gymnasium drei weitere Klassenzimmer benötigt wurden, kam es zur Aufstockung der ursprünglich eingeschossig geplanten Mensa. „Dieser Baustopp und die weiteren Klassenzimmer erzeugten jedoch Mehrkosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro“, rechnete Landrat Metzger vor. Diese wolle man vom Freistaat Bayern erstattet bekommen. Projektleiter Gerd Pelzer informierte, dass die Mensa ursprünglich mit 4,25 Millionen Euro veranschlagt war und nun auf 7,7 Millionen Euro komme. Hier spiele auch die enorme Preissteigerung auf dem Baumarkt eine große Rolle. „Runtergerechnet auf einen Schüler kostet das Projekt statt 33221 Euro nun 38877 Euro pro Kopf“, erklärt Pelzer. Dies sei eine Steigerung von 17 Prozent.

Auch nachmittags ist die Mensa geöffnet

Die Kinder interessieren diese Rechnungen nicht allzu viel. Nach 45 Minuten Pause geht für sie der Unterricht wieder weiter. Gut gestärkt und so mancher hat sich noch schnell mit einem Brownie oder einem selbst gebackenen Müsliriegel aus der neuen Mensa eingedeckt. „Und wenn das nicht reicht, kann man immer noch am Nachmittag mal kurz reinschauen und sich einen Snack gönnen“, sagt der 13-jährige Luis.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Die neue Meringer Mensa ist eine gute Investition in die Zukunft der Kinder

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