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Mering

04.02.2019

Neuer Behindertenbeauftragter setzt auf gutes Netzwerk

Stefan Heigl hat als neuer Behindertenbeauftragter in Mering einiges vor.
Bild: Heigl

Anfang des Jahres hat Stefan Heigl das Amt als Meringer Behindertenbeauftragter übernommen. Wie er sich in seine Aufgabe eingearbeitet hat.

Wenn am kommenden Dienstag in St. Agnes wieder die Außensprechstunde der Offenen Behindertenarbeit für den südlichen Landkreis stattfindet, dann ist neben Alfred Schwegler vom bayerischen Blindenbund und Gerhard Frick von der Offene Behindertenarbeit (OBA) auch Stefan Heigl mit dabei. Es ist sein erster offizieller Einsatz als neuer Behindertenbeauftragter des Marktes Mering. Erst in der jüngsten Gemeinderatssitzung am 24. Januar, war er offiziell für das Amt bestellt worden.

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Vertraut ist ihm das monatliche Sprechstundenangebot jedoch schon vom vergangenen Jahr. Denn der 37-jährige Rollstuhlfahrer hat sich von seinem Vorgänger Georg Schneider gründlich in seine künftige Tätigkeit einarbeiten lassen und diesen bereits 2018 bei Terminen begleitet. Seine Zusage, in die Fußstapfen von Georg Schneider zu treten und dessen Amt nach 17 Jahren zu übernehmen, gab Stefan Heigl bereits am runden Tisch Inklusion, der einmal jährlich im Herbst stattfindet. „In Kürze möchte ich mich gerne noch mit Bürgermeister Hans-Dieter Kandler zu einem persönlichen Gespräch treffen und ihm meine Pläne ausführlicher darlegen“, sagt Stefan Heigl. Und da hat er so einiges vor. Um auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Handicap zu erreichen, will er verstärkt auch die sozialen Medien nutzen. Sein großer Wunsch ist, dass die bisher geleistete Arbeit noch mehr Beachtung findet und vor allem auch das Beratungsangebot noch bekannter wird.

Meringer erkämpft sich bei der IHK einen Ausbildungsplatz

„Vielleicht braucht ein junger Behinderter Unterstützung oder Ermutigung, wenn er den Führerschein machen möchte“, nennt Stefan Heigl ein Beispiel. „Oder ein anderer junger Mensch mit körperlicher oder geistiger Einschränkung sucht eine Lehrstelle.“ Gerade in Bezug auf das berufliche Fortkommen kann Stefan Heigl einige Erfahrung vorwiesen. „Ich weiß, wovon ich rede“, sagt der Meringer, der ein Leben ohne Rollstuhl gar nicht kennt. Trotz seiner Glasknochenkrankheit erkämpfte er sich bei der IHK in Augsburg einen Ausbildungsplatz zum Kaufmann für Büromanagement und wurde schnell auch Vertrauensmann für Schwerbehinderte. Langfristig soll er dort komplett für seine Aufgabe als Inklusionsberater freigestellt werden. „Da gibt es viele Schnittstellen zu meinem neuen Amt als Behindertenbeauftragter in Mering“, weiß Heigl.

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Die erste Fortbildung im Hinblick auf das neue Amt in der Marktgemeinde absolvierte der 37-Jährige bereits vergangenen November. Das Zusammentreffen nutzte er vor allem, um sich mit anderen in diesem Bereich Tätigen zu vernetzen. „Das ist für mich das A und O, dass ich im Landkreis und darüber hinaus mit allen wichtigen Stellen bestens kommunizieren kann. Nur so kann ich Betroffenen wirklich helfen.“

Als bekannt wurde, dass Stefan Heigl der neue Behindertenbeauftragte in Mering wird, wurde er von vielen auf der Straße angesprochen, die sein Engagement gut fanden und ihn ermutigten, sich zu engagieren. Aus eigener Erfahrung weiß Stefan Heigl, wie wichtig es ist, Unterstützung zu bekommen. Zunächst will er sich auf „Vorstellungstour“ begeben und sich als neuer Behindertenbeauftragten bekannt machen. Die Behindertenwerkstätte im Ludwig-Gebäude und auch die Meringer Wohngruppen der Fritz-Felsenstein-Schule stehen schon auf seiner Liste für die nächsten Wochen.

Heigl möchte sich auch gerne an Kindergärten und Schulen vorstellen

„Gerne möchte ich auch in die Kindergärten und Schulen gehen und mich vorstellen“, sagt Heigl. Dort plant er Vorträge zu halten und will sich auch gerne befragen lassen, wie es sich anfühlt, ein Leben im Rollstuhl zu führen. „Das habe ich bereits in der Schule in Pöttmes gemacht und es war ein Erfolg.“ Ganz wichtig ist ihm vor allem, die Hemmschwelle abzubauen. „Damit jeder, der Rat oder Hilfe braucht, sich auch traut, mich anzusprechen“, betont Stefan Heigl. „Ich bin auf jeden Fall hoch motiviert, in meinem Amt etwas zu bewirken.“

Die Außensprechstunde der Offenen Behindertenarbeit für den südlichen Landkreis Aichach-Friedberg findet am Dienstag, 5. Februar von 16.30 bis 17.30 Uhr in Mering im Caritas-Pflegezentrum St. Agnes am Jägerberg 8 statt. Weitere Infos sind bei der CAB Caritas unter Telefon 0821/59767372 erhältlich.

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