Newsticker
RKI meldet 13.202 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Neuer Deko-Trend: Kissingerin schafft Kunstwerke aus Luftballons

Kissing

31.12.2020

Neuer Deko-Trend: Kissingerin schafft Kunstwerke aus Luftballons

Michaela Borstel-Schäfer aus Kissing bedient unter dem Titel Luftgestalt einen neuen Deko-Trend aus Amerika.
Bild: Mariana Und Janec Fotografie

Plus Die Kissingerin Michaela Borstel-Schäfer bietet Dekorationen aus Ballons an. Auf stinkendes Plastik verzichtet sie und hat eine umweltfreundliche Alternative entdeckt.

Luftballons sind bei Kindergeburtstagen, im Fasching und bei Silvesterpartys kaum wegzudenken. Doch viele riechen streng nach Plastik und hinterlassen beim Aufblasen einen merkwürdigen Geschmack im Mund. Michaela Borstel-Schäfer aus Kissing bedient einen neuen Deko-Trend, für den sie ungemein viele Luftballons braucht. Auch sie ärgerte der Gestank und deshalb setzt sie inzwischen auf eine umweltfreundliche Alternative.

"Schon bevor ich ins Berufsleben eingestiegen bin, war ich immer relativ viel gestalterisch und kreativ unterwegs", sagt die 33-Jährige. Zuletzt sei ihre Arbeit aber sehr zahlenlastig gewesen. "Es war gar nichts Gestalterisches mehr dabei. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich mich gerne selbstständig machen würde."

Dabei sei sie auf Luftballondekorationen gestoßen. "Wir waren fast jedes Jahr in Amerika im Urlaub, weil mein Mann dort früher ein paar Jahre gelebt hat." In den USA liege es schon länger im Trend, mit Luftballons ganz große Gebilde zu gestalten. "Da dachte ich mir, das gibt es hier ja eigentlich noch gar nicht", sagt Borstel-Schäfer.

Kissingerin verzichtet auf stinkende Luftballons aus Plastik

Also habe sie vor etwa vier Jahren angefangen, das Ganze auszutesten und Girlanden zu binden. "Das hat mir Spaß gemacht, da habe ich auch schon die ersten verschiedensten Sachen bestellt." Jedoch folgte bald eine Ernüchterung. "Das kam alles komplett aus China. Die Luftballons waren aus Plastik. Wenn man schon die Tüten ausgepackt hat, hat das gestunken", sagt sie. Das habe ihr keinen Spaß gemacht. "Privat schaue ich, dass ich so gut wie keinen Plastikmüll habe. Ich wollte kein neues Geschäft aufmachen, bei dem ich Unmengen davon erzeuge." Ein wenig demotiviert habe sie ihre Idee daher erst einmal auf Eis gelegt.

Für Hochzeiten bietet Michaela Borstel-Schäfer aus Kissing Bögen an, die mit rund 200 Luftballons gestaltet werden.
Bild: Mariana und Janec Fotografie

Dann sei die zufällig auf biologisch abbaubare Luftballons aus Naturlatex gestoßen. "Die riechen nach gar nichts und es ist so angenehm, mit denen zu arbeiten. Ich kann den ganzen Tag Luftballons verknoten, ohne dass mich das stört", sagt Borstel-Schäfer. Das Naturlatex hätte sich nach maximal zwei Jahren aufgelöst. Man könne die Luftballons auf den Kompost werfen. Auch beim Zubehör stieg die Kissingerin auf umweltfreundliche Alternativen, beispielsweise aus Baumwolle, um. Mit dem neuen Konzept startete Borstel-Schäfer dann wieder durch. Im Mai meldete sie ihr Gewerbe an. Im Internet bietet sie nun ihre Dekorationen unter dem Titel Luftgestalt an.

Luftgestalt aus Kissing: Auch Cake-Smash-Shootings gehören zum Repertoire

Borstel-Schäfer startete mit Cake-Smash-Shootings - ebenfalls ein Trend aus Amerika. "Das kommt in Deutschland auch immer mehr", sagt die Kissingerin. Der Ablauf: Zum ersten Geburtstag des Kindes gehen die Eltern zum Fotografen. Das Kind wird hinter eine Sahnetorte gesetzt, die es dann zermanschen und aufessen darf. "Dazu ist eine Luftballon-Deko sehr süß", sagt Borstel-Schäfer. Die gestaltet die 33-Jährige im Studio für ihre Kunden. Allgemein umfasst ihr Angebot 85 verschiedene Farben und 800 bedruckte Luftballons. Die Kunden suchten sich meist im Internet die Zusammenstellung aus. Kleinere Dekorationen können sie bei ihr abholen. Borstel-Schäfer liefert aber auch aus. Größere Gebilde müsse sie vor Ort fertigstellen.

Groß steigt Borstel-Schäfer beispielsweise bei Hochzeiten ein. Sie hat ein Kreisgebilde im Programm, für das sie 200 Luftballons verwendet. Es ist möglich, das Gestell zusätzlich mit Eukalyptus und Trockenblumen wie Pampasgras zu verzieren. In die Mitte des Kreises lässt sich zudem ein Schild mit dem Namen des Brautpaares hineinbinden.

Anfang Oktober habe die Kissingerin ihren bisher ungewöhnlichsten Auftrag gehabt. Bei der Traut-Euch-Hochzeitsmesse in der Augsburger Kongresshalle gestaltete sie den Eingangsbogen. "Der war natürlich richtig groß." Zudem kam eine weitere Herausforderung auf die Kissingerin zu, weil die Messe über zwei Tage ging. "Man konnte den Bogen draußen nicht unbeaufsichtigt über Nacht stehen lassen. Daher musste ich ihn am Abend abbauen, reinstellen und am nächsten Tag wieder aufbauen."

Girlanden aus Luftballons für Geburtstage und Hochzeiten

Die Corona-Pandemie habe allerdings auch auf ihr Geschäft Auswirkungen gehabt. "Es lief erstaunlicherweise richtig gut an. Das hätte ich gar nicht gedacht. Aber man merkt jetzt, dass es sehr ruhig geworden ist, weil die Leute natürlich nicht mehr groß feiern." Zu Silvester wollte sie eigentlich im Getränkemarkt in Kissing mehrere Girlanden ausstellen: Als Deko für den Inhaber, aber auch zum Verkauf an die Kunden. "Aber das ist ja jetzt verboten wegen Corona. Die Läden dürfen nichts verkaufen, was nicht zu ihrem normalen Sortiment gehört", sagt Borstel-Schäfer.

Sie gestalte aber weiterhin viele Girlanden für runde Geburtstage, zum Beispiel um Oma oder Opa zum 80. zu überraschen. "Damit die sich ein bisschen freuen, wenn schon alles so schwierig ist dieses Jahr", sagt die Kissingerin. Beispielsweise habe Borstel-Schäfer 20 Helium-Luftballons zusammengebunden. Die Säule war fast zwei Meter hoch. Im Durchschnitt seien aber Zusammenstellungen aus sieben Luftballons gefragt. "Das reicht für eine nette Traube", sagt Borstel-Schäfer.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren