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Friedberg

28.01.2020

Neuer Friedberger Citymanager lässt auf sich warten

Innenstadtkoordinator Manuel Weindl und Aktiv-Ring-Geschäftsführerin Renate Mayer kritisieren, dass Friedberg ausgerechnet vor der Landesausstellung keinen Citymanager hat.
Bild: Daniel Weber (Archivfoto)

Plus Der Friedberger Stadtrat wollte Citymanager Thomas David nicht weiter beschäftigen. Vor der Landesausstellung ist die Stelle vakant. Das sorgt für Kritik.

Die Planungen für die Landesausstellung laufen auf Hochtouren, doch Friedberg steht ausgerechnet in dieser Phase ohne Citymanager da. Bereits vor Wochen mahnte der Innenstadtkoordinator Manuel Weindl gegenüber unserer Redaktion, das Tempo müsse erhöht werden. Aber wann kommt der Nachfolger von Thomas David? Was kann er den Händlern noch an Ideen zur Landesausstellung mitgeben? Und welche Herausforderungen soll er sonst angehen?

Renate Mayer wird nicht Friedbergs Citymanagerin

Die Geschäftsführerin des Aktiv-Rings, Renate Mayer, die dem Vernehmen nach zeitweise im Gespräch für den Posten war, sagt: „Ich werde definitiv nicht neue Citymanagerin.“ Es habe zu keiner Zeit Interesse ihrerseits geschweige denn konkrete Gespräche gegeben. Dass ein Citymanager wohl erst im Frühjahr seine Arbeit aufnehmen kann, findet Mayer „total unglücklich“. „Der Nachfolger von Thomas David hat damit keine Gelegenheit mehr, am Konzept der Geschäftswelt für die Landesausstellung mitzuwirken“, meint sie.

Mayer rechnet mit einer recht langen Eingewöhnungsphase: „Auch Thomas David musste sich erst mal zurechtfinden und die Ansprechpartner kennen lernen, das braucht seine Zeit.“ Sie bedauert den Abgang von David ohnehin. „Die Zusammenarbeit war hervorragend, nur haben die Stadträte das leider nicht erkannt.“

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Beim Thema Stellplätze Anregungen gegeben

Mayer betont, die Aufgabenteilung, nach der sie sich hauptsächlich direkt an die Geschäftsleute gewandt und David verwaltungstechnische Angelegenheiten erledigt hat, sei aus ihrer Sicht zielführend und effektiv für die Innenstadt. Es sei wichtig, dass die Kommunikation zwischen Stadt und Aktiv-Ring so gut bleibe wie im abgelaufenen Jahr. Derzeit muss sie die Vorhaben von David, beispielsweise ein Digitalisierungsprojekt für die Friedberger Einzelhändler mit der Rid-Stiftung, selbst mitbetreuen. „Jeder Tag früher bei der Neubesetzung des Postens würde helfen“, sagt Mayer.

Thomas David war von Dezember 2017 bis Ende vergangenen Jahres Citymanager in Friedberg und hatte sich seinerzeit unter 26 Bewerbern durchgesetzt. Die Entscheidungsgewalt für die Stelle liegt beim Stadtrat. In der öffentlichen Debatte sowie unter den Mandatsträgern hatte David oft einen schweren Stand – vor allem wegen seiner vermeintlich unzureichenden Kommunikation mit der Geschäftswelt. Renate Mayer und Innenstadtkoordinator Manuel Weindl dagegen äußern sich immer wieder sehr positiv über die Arbeit des Wirtschaftsgeografen. Er habe bei den Themen Stellplätze und Motto-Feste an Marktsonntagen Anregungen gegeben und zudem das Digitalisierungsprojekt der Rid-Stiftung an Land gezogen.

Neubesetzung zieht sich seit Monaten hin

Einig war sich der Stadtrat, dass es weiter einen Citymanager braucht, doch die Neubesetzung zieht sich seit Monaten in die Länge. Wie ist der aktuelle Stand? Friedbergs Pressesprecher Frank Büschel teilt mit, die Stelle sei im Januar ausgeschrieben worden und die Bewerbungsfrist mittlerweile abgelaufen. Derzeit würden die Bewerbungen gesichtet und ein Auswahlverfahren werde zügig vorbereitet.

An den Aufgaben soll sich kaum etwas ändern. Im Kern seien dies das Citymanagement und die Betreuung von Bestandsunternehmen. Zunächst gelte es für den neuen Citymanager aber aus Sicht der Stadt, sich den Gewerbetreibenden, den Vereinen, Verbänden und weiteren Akteuren vorzustellen und persönliche Kontakte aufzubauen. Hinsichtlich des anstehenden Großereignisses räumt Büschel ein: „Wie es sinnvoll und zeitlich möglich ist, die neue Kraft in die Landesausstellung einzubinden, wird sich erst noch herausstellen.“

Die Friedberger Innenstadt braucht massive Unterstützung

Nicht nur zur Landesausstellung und bei der Unterstützung von Händlern im Bereich Digitalisierung gibt es für den Citymanager viel zu tun: Mit dem Drogeriemarkt Müller steht ein Geschäft in der Ludwigstraße auf der Kippe. Zudem hat die Betreiberin der Viktoria-Parfümerie, Ariane Kaband, kürzlich das Aus des Ladens nach 51 Jahren angekündigt. Bisher hat sie keinen Nachfolger gefunden. „Die Innenstadt braucht massive Unterstützung, nur damit es so bleibt, wie es ist“, appellierte Kaband in unserer Zeitung.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Tom Trilges:

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