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Denkmal in Mering

25.04.2014

Neuer Schlossbesitzer hat große Pläne

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Bei der Sanierung des Schlosses sollen auf einer Fläche von 4245 Quadratmetern insgesamt 42 Wohneinheiten entstehen. Der Bauantrag ist am Montag abend Thema im gemeindlichen Bauausschuss.

Die Fassade des denkmalgeschützten Meringer Gebäudes bleibt bestehen, doch Innen wird alles ganz anders und die Nebengebäude müssen weichen. Über den detaillierten Antrag entscheidet am Montag der Bauausschuss

 In der langen Geschichte des Meringer Schlosses wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Nach dem Verkauf durch seinen bisherigen Besitzer Dieter Edler von Grauvogl und einer rund zweijährigen Sanierung sollen für mehrere Millionen Euro insgesamt 42 Wohneinheiten eingebaut werden. Mit dem Bauantrag beschäftigen sich die Mitglieder des Bauausschusses ausführlich bei ihrer Sitzung am kommenden Montagabend, Beginn 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle.

Der erhofften Genehmigung sieht Grauvogl mit gemischten Gefühlen entgegen: „Mit der Schloss Mering Estate GmbH als neuer Eigentümerin wird das ganze Anwesen zwar wesentlich attraktiver und schöner als jetzt“, sagt er, „aber natürlich ist der Abschied nach so langer Zeit auch mit Wehmut verbunden!“ Denn seit 1939 war das Schloss, ursprünglich eine Gründung der Welfen, im Besitz seiner Familie gewesen. Der Brauereibetrieb, im Jahr 1604 erstmals erwähnt, wurde 1982 eingestellt. Grauvogl will im Laufe des Jahres aus seiner Wohnung im weitläufigen Schloss ausziehen, mit seiner Familie aber weiterhin in Mering ansässig bleiben.

Er hatte sich jahrelang um eine Nutzung für das Anwesen an der Bouttevillestraße 21 bemüht. Alle Pläne für eine gewerbliche Nutzung waren letztlich aber daran gescheitert, dass es wegen der engen Tordurchfahrt in den Innenhof keine ausreichende Zufahrtsmöglichkeit für Lastwagen gibt. Kurzzeitig gab es auch Überlegungen, wegen der beengten Verhältnisse im Rathaus den Verwaltungssitz der Marktgemeinde in einen Schlossflügel zu verlegen. Das hatten die Ratsmitglieder aber Mitte vergangenen Jahres mit 16 : 1 Stimmen abgelehnt (FA berichtete).

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Hinter dem neuen Eigentümer, der Schloss Mering Estate GmbH, stehen Ursula Renate und ihr Mann Mario Sergio Madeira Massano sowie deren Sohn Tobias. Um den aufwendigen und entsprechend teuren Umbau mit Denkmalschützern, Landratsamt und Gemeinde abzustimmen, haben diese außerdem noch eigens eine Gesellschaft zur Projektentwicklung gegründet, die Altera Genus Immobilien GmbH, die Anfang April mit einem Stammkapital von 25 000 Euro ins Handelsregister eingetragen wurde (HRB 28643). Sie übernimmt den Alleinvertrieb, Management und Verkauf des Schlosses.

Hier lässt sich eine Verbindung zur seit 2005 bestehenden Augsburger Avanza-Unternehmensgruppe herstellen, bei der Mario Massano laut Unternehmenshomepage für Immobilienmanagement und Vertriebskoordination zuständig ist. Avanza ist unter anderem auf die Sanierung und Vermarktung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert und wirbt mit den steuerlichen Vorteilen für Anleger.

Zum Kaufpreis für das Meringer Schloss – das Gebäude und der weitläufige Park umfassen rund 9000 Quadratmeter – wollte sich gegenüber unserer Zeitung keiner der Beteiligten äußern. Falls die Umbaupläne am Montagabend genehmigt werden, können finanzstarke Kapitalanleger künftig eine der zwischen 45 und 165 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen erwerben. Der Bauantrag sieht insgesamt 42 Einheiten vor, für die erforderlichen Stellplätze für Bewohner und Besucher musste ein außerhalb des Schlossareals liegendes Grundstück dazugekauft werden. „Wir planen eine hochwertige Kernsanierung mit einem Blockheizkraftwerk und dem Einbau von zwei Aufzügen“, kündigt Massano an.

Anlagen der Brauerei werden abgerissen

Sämtliche gewerblichen Anlagen und Nebengebäude der ehemaligen Brauerei wie Gärkeller, Silo oder Maschinenhäuser werden abgerissen und damit der Urkörper des Schlosses wieder freigelegt. Wenn alles klappt, will der neue Investor Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres mit den Umbauarbeiten beginnen, für die rund zwei Jahre vorgesehen sind. Wegen der Auflagen des Denkmalschutzes sollen der Dachstuhl und die Fassade unverändert bleiben, sagt Massano: „Alles wird sich innerhalb der denkmalgeschützten Gebäudehülle abspielen, der Schlosspark mit überdachten Carports entlang der Mauer soll als solcher erkennbar bleiben.“ Nur wenige Bäume müssten im Zuge der Arbeiten gefällt werden; den Innenhof will man mit einem Wasserspiel attraktiv gestalten.

Derzeit richtet die Altera Genus im Schloss ihre Büroräume ein; für die Vermarktung will sie zwei Musterräume ausstatten, um potentiellen Käufern zu zeigen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Obwohl bereits Gutachten zur Bausubstanz erstellt worden sind, hofft Massano, „dass wir während des Umbaus keine bösen Überraschungen erleben werden“. Er sieht ebenso wie der ehemalige Besitzer Grauvogl eine große Chance darin, „dass das Meringer Schloss jetzt wieder zu neuem Leben erweckt wird“. Es hat eine lange Geschichte, die sich noch heute in der Architektur des Gebäudes widerspiegelt (siehe Infokasten).

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