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Friedberg

05.07.2018

Neues Jugendzentrum im alten Kegelcenter?

Tanzen, Feiern und Beisammensein: All das kann in einem Jugendzentrum – hier in St. Mang – möglich sein.
Bild: Martina Diemand (Archivfoto)

Die SPD will, dass die Stadt die Immobilie für junge Friedberger erwirbt. Im Kulturausschuss entbrennt ein grundsätzlicher Streit um das Gebäude.

Kegelzentrum, Kulturzentrum, Jugendzentrum: Einig sind sich die Beteiligten der Diskussion rund um die Immobilie am Friedberger See nur über das „Zentrum“. Das rund 15 Jahre alte Gebäude steht leer, seit der Unternehmer Rainer Hahn es nach der Schließung 2013 bei einer Zwangsversteigerung erwarb. Im Februar hatte der Eigentümer der Stadt eine Offerte gemacht: Für rund eine halbe Million Euro könne die Kommune das Gebäude erwerben. Küche und Kegelanlage würde Hahn vor der Übergabe ausbauen. Mitglieder der SPD-Fraktion im Stadtrat würden das Angebot gerne annehmen. Dritte Bürgermeister Martha Reißner stellte den Antrag, dass Gebäude zu kaufen, um dort das Jugendzentrum unterzubringen.

Stadtjugendpflegerin Linda Greiter prüfte den potenziellen Standort am See. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses stellt sie dann das Ergebnis vor. Greiters Urteil: als Jugendzentrum eher ungeeignet. Das Problem sei vor allem die schlechte Erreichbarkeit. Aus der Stadtmitte dauert es zu Fuß länger als 15 Minuten. Die Besucher des Juze seien vor allem zwischen 13 und 17 Jahren alt. Gerade die unter 16-Jährigen seien in der dunklen Jahreszeit auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Die Haltestellen lägen mehrere hundert Meter entfernt vom Standort am See.

Das alte JuZe ist in schlechtem Zustand

Seit Jahren ist das Friedberger Jugendzentrum im alten Hausmeistergebäude auf dem Gelände der Mittelschule umstritten. Zu klein, zu alt, zu marode, finden viele. „Es ist eine Hausmeisterwohnung. Der Keller ist völlig unbenutzbar. Wir haben eigentlich nur das Erdgeschoss“, bestätigt Greiter. Es hat allerdings einen Vorteil: Es ist nah an den Kindern und Jugendlichen. Schule aus, rein ins Jugendzentrum – das wäre an der Seestraße nicht so einfach möglich.

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Außerdem sei es in der Jugendarbeit sehr wichtig, dass es niederschwellig Angebote gibt, die Besucher also einfach mal so vorbeischauen können. Deshalb hält Greiter die Immobilie als reines Jugendzentrum für wenig geeignet. „Natürlich fällt es aber schwer, ein neues abzulehnen, wenn man sich das jetzige anschaut“, erklärt die Stadtjugendpflegerin.

Als weitere Nutzungsvariante für das Kegelcenter steht schon seit einiger Zeit eine Pacht durch die gemeinnützige Kulturpark GmbH aus Augsburg im Raum. Gegenüber unserer Zeitung bestätigt Kupa-Geschäftsführer Peter Bommas, immer noch starkes Interesse zu haben, das Kegelzentrum nach entsprechenden Umbauten zu pachten. „Für uns ist es nicht entscheidend, ob die Stadt oder Herr Hahn Eigentümer ist.“ Die Kupa möchte eine Veranstaltungshalle mit Bühne und Gastronomie einrichten. Bis zu 200, darunter natürlich auch junge, Leute sollen dort laut Nutzungskonzept gemeinsam bei Konzerten und anderen Veranstaltungen feiern.

Eigentümer möchte lieber an die Stadt verkaufen

Wie Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) in der Sitzung des Kulturausschusses andeutete, könne die Option Kupa als Pächterin und Rainer Hahn als Eigentümer möglicherweise als Option entfallen: „Der Grundstückseigentümer muss das mittragen. Das ist momentan nicht der Fall. Der will, dass die Stadt das Kegelzentrum kauft.“

Eichmanns Parteikollege Roland Fuchs erklärte die gesamte Diskussion um das Kegelcenter für müßig: „Das aktuelle Jugendzentrum ist nicht mehr geeignet, das Kegelzentrums in einem Topzustand.“ Dazu sei das Grundstück mit seinen Außenanlagen gut für eine öffentliche Nutzung geeignet. Das findet auch die Stadtjugendpflegerin: als generationenübergreifender Ort des Zusammenseins mit Vereinen sei das Gebäude eine Option. Eichmann äußerte Bedenken ob einer weiteren Kulturstätte in städtischem Besitz: „Wir haben mit dem Schloss ein brandneues Kulturzentrum. Wie sollen wir noch ein zweites bespielen?“

Thomas Treffler (CSU) nutzte die Diskussion, um die Verpachtung an den Kupa grundsätzlich infrage zu stellen. „Ich habe mir den Kulturpark West angeschaut. Wenn das nach Friedberg kommt, dann gute Nacht.“ Jakob Eichele (Freie Wähler) plädierte dafür abzuwarten. „Irgendwann bietet sich eine Immobilie in besserer Lage für das Jugendzentrum, dann schlagen wir zu.“ Die Zukunft des Kegelcenters, egal in welcher Funktion, steht in der kommenden Stadtratsitzung erneut auf der Tagesordnung.

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