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Friedberg

05.05.2020

Nils vom Wege will Baureferent in Friedberg werden

Bauen ist in Friedberg ein wichtiges Thema.
Bild: Ute Krogull

Plus Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat, ob Nils vom Wege als Baureferent auf Carlo Haupt folgt. Warum die Verantwortung in diesem Amt groß ist.

Der neue Stadtrat hat auf seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag ab 19 Uhr in der Max-Kreitmayr-Halle wichtige Punkte zu entscheiden. Am interessantesten für Bürger ist außer der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister die der Referenten. Nachdem Baureferent Carlo Haupt in Ruhestand gegangen ist, bewirbt sich Nils vom Wege als Nachfolger.

Der Augsburger ist seit einem Jahr in der Friedberger Stadtverwaltung tätig, seit Februar als kommissarischer Leiter des Baureferats. Zuvor war vom Wege, 1976 geboren, Projektleiter und Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt München I, Referent für Städtebau/Städtebauförderung bei der Regierung von Schwaben und dann bis 2019 Mitarbeiter im Stadtplanungsamt Augsburg.

Die Posten der kommunalen Wahlbeamten, die für je sechs Jahre vom Stadtrat gewählt werden, wurden in der Ära Kling eingeführt. Neben dem Baureferenten gibt es einen Finanzreferenten (hier steht Wolfgang Schuß wieder zur Wahl) und einen Kommunalreferenten; Wolfgang Basch wurde vor drei Jahren im Amt bestätigt.

 

Referenten sind Führungskräfte einer Kommunalverwaltung, die als Bindeglied zwischen dieser und der Politik fungieren. Im Gegensatz zu Laufbahnbeamten haben sie ein Rede- und Antragsrecht im Stadtrat – Letzteres nehmen sie in Friedberg allerdings kaum wahr.

Bislang war Carlo Haupt Baureferent in Friedberg

Die Nachfolge Carlo Haupts war denn 2019 „offen“ ausgeschrieben – warum also möchte Nils vom Wege jetzt Referent werden? Nicht aus finanziellen Gründen, das stellt er klar. Denn die Einstufung (A14) ändert sich mit dem neuen Posten nicht. Der Architekt und Stadtplaner betont aber: „Für das persönliche Standing wäre es schön, vom Stadtrat gewählt zu sein – das ist ein anderer Rückhalt.“ Gerade die Bauverwaltung stand immer wieder in der Kritik; vom Wege ist bewusst: „Im Baubereich braucht es Vertrauen.“

Denn in diesem Referat habe die Kommune einen vergleichsweise großen Handlungsspielraum; es gehe um Planungshoheit, darum, wo und wie gebaut werde. „Aus unserer Abteilung kommen viele Sitzungsvorlagen, die nicht nur Routine sind.“ Es sei wichtig, hier gut auf Friedberg abgestimmt vorzugehen. Das wird nicht leichter. Ihm ist bewusst, dass wegen der eingeschränkten Einnahmesituation durch die Corona-Krise schwierigere Zeiten bevorstehen, Projekte zurückgefahren werden müssen.

 

Das Referententum als solches war in Friedberg lange ein Politikum. Bei der Wahl vor sechs Jahren erhielten Carlo Haupt und Wolfgang Schuß, obwohl einzige Kandidaten, nur 18 bzw. 23 von 30 Stimmen. Viele Stadträte gaben ungültige Stimmzettel ab. Bürgermeister Roland Eichmann, damals neu im Amt, wollte das Thema auf den Prüfstand stellen. Diese Meinung hat er jedoch geändert.

Die berufsmäßigen Stadträte hätten zum damaligen Zeitpunkt viel Kritik in öffentlicher Diskussion und Politik geerntet; mittlerweile werde das Thema jedoch nicht mehr hinterfragt. Auch die Organisationsuntersuchung der Verwaltung, die im Juni im Stadtrat vorgestellt werden soll, sehe darin kein Problem. Die Verwaltung sei inzwischen aufgestockt und gut aufgestellt, das Referentensystem flexibel.

Gute Strukturen seien wichtig, hingen aber letztlich von den Menschen ab, die sie ausfüllen. Und hier vertraue er als Bürgermeister den Friedberger Referenten. „Jenseits von persönlichen Differenzen und unterschiedlichen politischen Ansichten besteht eine gute Zusammenarbeit.“

Maskenpflicht in der Friedberger Stadtratssitzung

Für die Sitzung am Donnerstag um 19 Uhr in der Max-Kreitmayr-Halle ist für Zuschauer die Tribüne geöffnet. Für sie besteht Maskenpflicht.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Sind die Wogen dauerhaft geglättet?

So lief die Wahl der Referenten vor sechs Jahren:

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