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Interview

17.07.2020

Nitrat ein Problem für Trinkwasser?

Die Nitratbelastung der Böden, vor allem durch Düngung, macht vielen Angst. Die Adelburggruppe tut viel für sauberes Trinkwasser.

Die Angst vor hoher Belastung und die Düngemittelverordnung werden viel diskutiert. Der Chef der Adelburggruppe erklärt, wie das Unternehmen damit umgeht

Herr Bitzl, die Adelburggruppe tauscht zurzeit die Wasserzähler aus. Es werden Funkzähler eingebaut, die fernabgerufen werden können. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen?

Die Umstellung auf digitale Messeinrichtungen wird im Allgemeinen sehr gut angenommen. Wenige sind skeptisch bezüglich der Sendeleistung der Zähler. Die Zähler senden mit minimalster Leistung, welche gerade noch direkt vor dem Gebäude empfangbar ist. Wir können also nicht, wie viele vermuten, vom Wasserwerk in Landmannsdorf aus die Zähler ablesen. Viele Kunden schätzen mittlerweile auch den Komfort der neuen Wasserzähler. So meldet der Wasserzähler dem Kunden im Display des Zählers auch Undichtigkeiten im Hausleitungsnetz, wenn mehr als 24 Stunden ohne Unterbrechung das Wasser auch nur mit geringstem Durchfluss läuft. Hiermit haben unsere Kunden schon viele Undichtigkeiten im Hausleitungsnetz aufspüren können.

Die Bundesregierung hat die gesetzliche Regelungen zur Verwendung von Düngemitteln in der Landwirtschaft verschärft. Damit soll die Nitratbelastung unseres Trinkwassers verringert werden. Besteht die Problematik auch in der Adelburggruppe?

Die Düngeverordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung, deren Auswirkung allerdings keine zeitliche Konkretisierung ermöglicht. Deshalb ist auch bei der Adelburggruppe die steigende Nitratbelastung des Grundwassers natürlich ein Thema. Wenngleich wir uns noch in einer komfortablen Situation befinden, da wir schon vor 20 Jahren einen vierten Brunnen im Eurasburger Forst gebaut haben, der mit einem Nitratanteil von nur 5 mg/l ein äußerst nitratarmes Wasser liefert und es uns ermöglicht, das Wasser aller vier Brunnen gemischt mit 15 mg/l abgeben zu können. Dies sind Werte weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l. Zudem bohren wir gerade zur Sicherstellung der Wasserversorgung und Verbesserung der Wasserqualität einen fünften Brunnen im Eurasburger Forst.

Wie gehen Sie mit dem Thema um?

Durch die weitere Verlagerung der Wasserförderung in den Eurasburger Forst können wir die Nitratwerte unseres Wassers erneut senken. Langfristig muss natürlich versucht werden, die Nitratbelastung im landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet nahe unseres bestehenden Wassereinzugsgebiets bei unseren Brunnen 1 bis 3 erheblich zu senken, damit zumindest die nächste Generation aus allen Brunnen so gutes Wasser wie aus dem Eurasburger Forst fördern kann.

Ist die Düngeverordnung das richtige Instrument?

Ob die neue Düngeverordnung hierfür weit genug greift, können wir erst in vielen Jahren feststellen. Es dauert sehr lange, bis Bodeneintragungen aller Art bis in unserer Fördertiefe von etwa 80 Metern ausgeschwemmt sind. Deshalb erwarten wir noch längere Zeit bestenfalls stagnierende Nitratwerte. Die Wasserversorger bleiben demnach sicherlich noch sehr lange gefordert, ausreichend sauberes Trinkwasser den Bürgern zur Verfügung zu stellen.“ Interview: Manfred Sailer

ist Geschäftsleiter der Adelburggruppe, einer der größten Trinkwasserversorger der Region.

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