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Sanierung

12.08.2014

Nur noch Schönheitsmängel sind zu beheben

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Der Riss im Putz hinter dem Marienaltar ist nur noch ein kosmetisches Problem. Die substanzerhaltenden Maßnahmen sind laut Architekt Stephan Bauer nun abgeschlossen (links). 1938 wurde die kleine romanische Kirche durch einen weitaus größeren Bau ersetzt.

Nun besteht in der Pfarrkirche von Althegnenberg keine Einsturzgefahr mehr

Wenn man bedenkt, dass die Pfarrkirche von Althegnenberg möglicherweise einsturzgefährdet war, dann sind die nun noch sichtbaren Schäden im Innenbereich von St. Johannes Baptist wirklich keine Affäre mehr. Risse im Putz wie hinterm Marienaltar und auch an den Seitenwänden des Altarraums werden von Architekt Stephan Bauer zu einem später durchgeführten Bauabschnitt C gezählt.

Die Abschnitte A und B waren die umfangreichen substanzerhaltenden Maßnahmen, die nun zur Freude der Verantwortlichen, wie Kirchenpfleger Franz Heiss und Pater Franz Kratzel, abgeschlossen werden konnten. Zufrieden zeigen sich Pfarrei und Kirchenverwaltung darüber, dass mit der statischen Instandsetzung und sogenannten Nachgründungsmaßnahme zur Sicherung des Fundaments an der katholischen Pfarrkirche des kleinen Ortes nun jegliche Gefahr gebannt ist. Die Risse im Firstbereich entdeckte man bereits 2007 in der Weihnachtszeit. „Zunächst wurde ein Gerüst aufgestellt und ein Fangnetz aufgehängt, damit uns nichts auf den Kopf fällt“, erzählt Andreas Strauss. Er war 36 Jahre lang Kirchenpfleger in Althegnenberg und gab das Amt zum Jahresbeginn 2013 an Franz Heiss ab.

Nach den Weihnachtsfeierlichkeiten wurde Ursachenforschung betrieben und man stellte fest, dass die Fundamente nachgaben. Die Bauschäden hängen mit der Historie der Kirche zusammen. Denn das ursprünglich recht kleine romanische und später barockisierte Kirchlein wurde 1938 abgerissen und durch einen während des Nationalsozialismus typischen mächtigeren Kirchenbau ersetzt. Er ist vier bis fünf Meter breiter und steht dadurch auf dem ehemaligen Gräberfeld.

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Als zweiten Grund für die statischen Probleme nannte Architekt Stephan Bauer den zu weich konstruierten Dachstuhl. Zur Kompensierung des Gewölbeschubs wurden hier ein Anker befestigt, Querbalken erneuert und zusätzliche Stahlschienen für eine größere Stabilität eingezogen.

Die Dachstuhlsanierung dauerte von Dezember bis März, die Sicherung des Fundaments wurde sogar innerhalb einer Woche durchgezogen. Mit dem sogenannten HDI-Verfahren, einer mit Hochdruck vorgenommenen Betoneinspritzung, konnte das Fundament ohne aufzugraben mit Zement befüllt und so stabilisiert werden.

Die Auftragsvergabe war jedoch nicht leicht, denn nur wenige Firmen in Deutschland sind auf solche technisch innovativen Verfahren spezialisiert, wie sie beispielsweise auch am Kölner Dom angewendet werden. Ansonsten legte man bei der Vergabe der Gewerke Wert darauf, Firmen aus dem näheren Umfeld zu berücksichtigen. „Wir wollen unsere Handwerker ja erreichen, wenn später mal was sein sollte“, begründet der frühere Kirchenpfleger Andreas Strauss, der in seiner langjährigen Ära schon viele Renovierungsarbeiten rund um die Kirche betreute.

Zusätzlich wurden zur Stabilisierung des Gewölbes filigrane, aber sichtbare Stahlseile eingezogen. Dies war eine preiswerte Lösung, die optisch kaum stört. Zwei Drittel ist nun gemacht, zeigt sich der neue Kirchenpfleger Franz Heiss froh. „Jetzt heißt es sparen, damit wir die Malerarbeiten machen können.“ Doch zunächst soll ein behindertengerechter Weg rund um die Kirche angelegt werden. Finanziell unterstützt wurden die bisherigen Baumaßnahmen mit 164500 Euro von kirchlicher Seite, einem Zuschuss von 5000 Euro vom bayerischen Amt für Denkmalpflege, 14500 Euro vom Kreis – und auch die politische Gemeinde gab 15000 Euro dazu. Auch die Gläubigen der Pfarrgemeinde zeigten sich recht spendenfreudig, lobte Strauss. Als Nächstes steht die Sanierung der Kirche in Hörbach an. Sie ist die letzte im Bunde der Pfarreiengemeinschaft Hochdorf/Althegnenberg/Hörbach, für die Pallottinerpater Franz Kratzel seit 2002 seelsorgerisch zuständig ist.

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