Test

10.12.2011

O du Fröhliche

Probierten beim Friedberger Advent die Alternativen zum Glühwein: Catrin Weykopf mit heißem Rosa-Himbi, Kathrin Stangl mit Engelspunsch und Sebastian Musolf mit dem Edelglühwein Amarone (von links).
Bild: Foto: Peter Kleist

Wer keinen Glühwein mag, findet beim Friedberger Advent Alternativen. Für fast jeden Typ haben wir eine gefunden

Friedberg Alle Jahre wieder: Glühwein. So mancher sieht rot, wenn er nur an den Geruch denkt und bleibt lieber gleich daheim, statt zum Christkindlesmarkt zu gehen. Beim Friedberger Advent gibt es viele Alternativen zum klassischen Vorweihnachtstrunk. Kathrin Stangl, Sebastian Musolf und Catrin Weykopf haben sich für die Friedberger Allgemeine einmal quer durch den Markt getrunken, 12 Varianten probiert und festgestellt: Fast jeder Typ findet hier sein Getränk.

lFür Skihasen Der Sommerhit unter den Mischgetränken hat sich einen Pelz angezogen und schmiegt sich nun auch im Winter in das Weißweinglas: Aperol-Spritz. Heiß schmeckt er nahezu genauso (gut) wie kalt. Und sogar die Kohlensäure perlt noch im Glas, obwohl es nach obenhin dampft. Auf der Skipiste kann man sich den Winterspritz vorstellen. Ebenso aber auch zwischen Christkindelsmarktbuden.

lFür alle, die beim Trinken gerne kauen Der Rosa-Himbi will in seinem Weinglas nicht so recht nach Weihnachten aussehen. Im Stil einer Bowle schwimmen Himbeerstückchen auf seiner Oberfläche. Um auf die Früchte beim Trinken nicht verzichten zu müssen, gibt’s einen Plastiklöffel ins Glas. Der Rosa-Himbi ist somit zwar anders – aber erfrischend anders.

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lFür Anspruchsvolle Der Edelglühwein Amarone wird alle jene glücklich machen, die sich auf Adventsmärkten einfach nur ein Bier oder ein Glas Wein wünschen. In einem großen Schwenker entfaltet der dunkle Rote seine Würze. Viel mehr als den puren Wein hat man dabei nicht im Glas. Lediglich ein Hauch von Amaretto verleiht dem Trunk eine Spur Weihnachtlichkeit. Der Edle passt gut zum Herren im Mantel, der nicht möglichst günstig möglichst viel trinken will, sondern lieber etwas weniger, doch dafür was Feines.

lFür Pennäler Nur ein winziges Schlückchen reicht von der Feuerzangenbowle und sie dringt mit ihrer ganzen Kraft in jedes Blutgefäß. Dass man den Namen Pfeiffer mit drei „f“ schreibt, mag einem nach der zweiten Tasse noch einfallen. Mehr aber auch nicht. Die Bowle wird in einem Schnabelbecher serviert, auf dessen Rand sogar ein Zuckerstückchen abgebrannt werden kann. Ihr Genuss kann jedoch nur den wahrhaft Trinkfesten empfohlen werden – zarte Wesen rafft das Gebräu schonungslos dahin, noch bevor der Boden der Tasse sichtbar wird. Das ideale Getränk fürs Klassentreffen. lFür Urige Der Jager- oder Förstertee braucht keine Extras – er schmeckt nach dem, was er ist: Tee mit Nelken und Schnaps. Gerade weil er so bodenständig daher- kommt, ist er die Stimmungskanone auf dem Markt. Aber Vorsicht: Nach dem dritten Glas kann vor lauter Bäumen der Wald verschwinden.

lFür sanfte Genießer In seiner gläsernen Tasse kommt er recht unscheinbar daher, der Apfelpunsch. Spätestens beim zweiten Schluck aber spürt man den Geist, der ihm innewohnt. Kräftig süß und mit einer leicht klebrigen Honignote ölt der mit Berentzen verfeinerte Apfelsaft den kalten Hals. Der Apfelpunsch ist nichts für urige Typen, sondern verlangt nach einem Gaumen, der das Sanfte mag.

lFür Traditionelle, die ein Experiment wagen wollen Es hat erstaunlich lange gedauert, bis es Glühwein auch in Weiß gab. Aber nun ist er da. Weit weniger süß als der rote vermittelt er Leichtigkeit, ohne spritzig oder säuerlich zu sein. Zwar ist auch er mit weihnachtlichen Gewürzen verfeinert. Ein aufdringlicher Geschmack nach Zimt und Nelken ist ihm jedoch fremd. Für ökologisch Bewusste gibt es den weißen auf dem Markt auch als Bio-Wein.

lFürNaschkatzen Wer den Namen „Apfelstrudelpunsch“ liest, hat sofort ein Bild der warmen, fruchtigen Süßspeise vor Augen. Einmal dran genippt, fühlt man sich jedoch eher an den weißen Strand einer einsamen Südseeinsel versetzt: Der Geschmack erinnert stark an eine Pina Colada – durch das Zimttopping und die Apfelscheibe mit Sternenmotiv wird’s trotzdem weihnachtlich.

lFür die Süßen unter den Biertrinkern Es perlt, es hat Schaum, es ist aus Hopfen und Malz, aber es schmeckt kaum nach Bier: das Glühbier. Die belgische Spezialität ist nach Friedberg gekommen. Aus einem kelchartigen Glas, das an Berliner Weiße erinnert, verströmt es einen kirschig-waldbeerigen Duft. Eine Brezen mag man zwar nicht dazu essen und auch keine Bratwurst. Eines hat es aber mit konventionellem Bier doch gemeinsam: einmal lauwarm geworden, bestellt man besser ein neues.

lFür Blutsauger Trüb, schlammfarben und mit Fruchtfleischeinlage. Schön anzusehen ist der Blutorangenpunsch wirklich nicht. Aber der leicht säuerliche Geschmack überzeugt selbst den schrecklichsten Vampir: Gutes muss nicht immer rot sein!

l Für Gesundheitsbewusste Ob im Orangenpunsch wirklich genug Vitamin C drinsteckt, um sich vor einer drohenden Erkältung zu schützen, sei dahingestellt. Der Klassiker unter den Punschgetränken überzeugt aber auf jeden Fall durch seine Natürlichkeit und das fruchtige Aroma.

lFür blonde Engel Süß, süßer, Engelspunsch. Schleckermäulchen kommen hier auf ihre Kosten. Aber Vorsicht, nur weil er süß schmeckt, ist der Engelspunsch noch lange nicht ohne! Wer zu viel davon trinkt, hört bald die Englein singen.

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