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Universitäten

27.05.2020

„Online-Kurse sind auch nach Corona eine Option“

Konstantin Bauer
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Konstantin Bauer

An den Hochschulen läuft der Betrieb übers Netz. Wie Studenten aus dem Landkreis damit umgehen

Die verlängerten Semesterferien sind vorbei: Seit Montag können Dozenten an bayerischen Hochschulen offiziell ihre Vorlesungen online halten. Studenten aus dem Landkreis Aichach-Friedberg erzählen, wie das läuft.

Wir haben eine kleine Einführung in das Thema Online-Vorlesung bekommen. Unser Dozent hat uns die Funktion des Videochatportals Zoomgezeigt und unsere Fragen beantwortet. Die meistgestellten waren bei unserer ersten Analysis-Vorlesung: „Wo muss ich jetzt hinklicken?“ und „Könnt ihr mich alle hören?“. Insgesamt funktioniert alles aber gut. Bislang sind keine technischen Probleme aufgetreten, nur der eine oder andere Professor muss sich etwas einfinden. Wo es aber kompliziert wird, ist bei den Übungen. Dort besprechen wir Aufgaben, die wir zu Hause gelöst haben, und geben sie ab. Jetzt müssen wir unsere Blätter auf einer weiteren Plattform hochladen. Dazu habe ich ein spezielles Programm. Aktuell finde ich die Uni entspannt, ich kann während der Vorlesung frühstücken und bekomme ebenso viel mit wie im Vorlesungssaal. Ein Vorteil ist, dass wir die Vorlesungen im Vorfeld als Datei bekommen und ich deshalb nicht mehr so viel abschreiben muss. So konzentriere ich mich mehr auf Inhalte. Auch unsere Mensa hat eine witzige Idee: Sie lädt online ihre Rezepte hoch, so sind wir auch kulinarisch gut versorgt.

Ich persönlich bin nicht der Typ zum Studieren zu Hause, denn ich mag den Kontakt mit den Kommilitonen und lerne viel besser, wenn ich in der Vorlesung sitze. Zudem ist es bei uns etwas chaotisch, weil jeder Dozent ein anderes Online-System anwendet. Besonders schwierig wird es, wenn ich in meinem Nebenfach Musik Gitarren- und Gesangsunterricht erhalte. Normalerweise sitze ich neben einem Lehrer, der mich an seinem Klavier begleitet. Diesmal musste ich mich während des Gesprächs mit meinem Lehrer auf sein Gesicht konzentrieren, dann wieder auf die Gitarrengriffe. Diese genau zu erkennen, ist über Videochat schwierig. Beim Singen ist es etwas komisch, alleine in den Bildschirm zu singen. Auch unsere Seminare werden derzeit online abgehalten. Da verliert man leicht den Überblick angesichts der vielen Abgabefristen und Lektüren. Außerdem kann man das Sommersemester nicht wirklich genießen, fallen doch die meisten sozialen Kontakte durch die Ausgangsbeschränkungen weg.

„Online-Kurse sind auch nach Corona eine Option“

aus Friedberg studiert im 6. Semester Mathematik und Informatik auf Lehramt an der Technischen Universität München: Schon in den vergangenen Semestern haben unsere Dozenten ihre Informatik-Vorlesungen online hochgeladen. Diese habe ich mir angesehen, weil man bei unwichtigen Teilen vorspulen kann und ich mir so meine Zeit besser einteile. Die Motivation muss man aber eben aufbringen. Da einige Vorlesungen normalerweise in Garching stattfinden, spare ich mir den Weg dorthin von meiner WG in der Münchner Innenstadt. Bei einer Übung hat unsere Dozentin ihren Bildschirm geteilt und uns so verschiedene Rechnungen gleichzeitig zeigen können. Ein System mit Zukunft also, insbesondere bei den Vorlesungen. Es bedarf zwar einiger Selbstdisziplin, aber hier muss man ja „nur“ zuhören. Problematischer wird es bei Seminaren und Praktika. Letztere hat die TU ins Wintersemester verschoben, weil sie online nicht durchführbar sind. Auch Seminare leben vom Austausch der Teilnehmer und sind somit vor dem PC eher schwierig zu absolvieren. Grundsätzlich finde ich die Online-Kurse gut. Dennoch kann es auch sein, dass das ständige Daheimbleiben auf die Nerven geht. Mittlerweile ist es jedoch zur Gewohnheit geworden.

Anfang März habe ich mit der Recherche für meine Abschlussarbeit begonnen. In der dritten Woche hat mein betreuender Professor mich aber heimgeschickt, kurz darauf kamen die Ausgangsbeschränkungen. Ich hatte mich noch gar nicht für die Masterarbeit angemeldet, da ich etwas vorarbeiten wollte. Der weitere Verlauf ist ungewiss. Mein Plan, im Dezember fertig zu sein, ist damit geplatzt. Nun bin ich etwas in der Schwebe. Dennoch versuche ich, zumindest den Grundlagenteil meiner Arbeit zusammenzuschreiben. Dafür hat die Universität uns die meiste Literatur online zur Verfügung gestellt. Jetzt überlege ich, die Abgabe meiner Arbeit auf die Zeit nach Weihnachten zu verlegen.

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