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Gemeinderat

06.07.2015

Osttangente: Ein „Jein“ aus Merching

Die Merchinger fühlen mit den Kissingern und sähen es gerne, wenn es für die B2 eine Ortsumfahrung gäbe. Allerdings nicht als vierspurige Variante, die sich bis auf ihr Gemeindegebiet erstreckt. 
Bild: Anton Schlickenrieder

Das Gremium spricht sich einhellig gegen die Ullrich-Variante aus, zeigt aber auch genauso deutlich Solidarität mit der Kissinger Ortsumfahrung

Das erste klare Signal gegen die Osttangente hatte Merchings Erster Bürgermeister bereits im Bauamt Augsburg gegeben. Nach intensiven Beratungen mit seinen Amtskollegen Peter Ditsch, Prittriching, und Josef Wecker, Schmiechen, wollen die Gemeinden auch den Rückhalt des jeweiligen Rates Solidarität vorweisen. Nach dem einstimmigen Votum gegen die Osttangente aus Prittriching lehnte auch der Merchinger Rat diese Entscheidung „absolut ab“. Die Stellungnahme zur „Ortsumfahrung Kissing“ ist davon unabhängig, weil sich die Räte dazu ausdrücklich solidarisch zeigten.

Wie Merchings Bürgermeister unterstrich, mache man sich nicht nur „Sorge wegen der Ullrich-Variante“: Sollte „auch nur“ die vierspurige Autobahn von Derching über Friedberg, Kissing, Mering, Merching kommen – „es wäre für uns nicht auszudenken, mit welchen Belastungen wir konfrontiert würden. Wenn ich viele Straßen baue, ziehe ich auch viel Verkehr an. Wenn der Verkehr einmal da ist, wo soll er denn hingehen?“ Martin Wecker ergänzte, dass damit auch ganz andere Belastungen für die Kommune, insbesondere für die Freiwillige Feuerwehr entstehen würden.

Kopfzerbrechen bereitete Walch besonders, dass „man als kleinere Kommunen gegen Augsburg ins Hintertreffen geraten könne.“ Dies bestätigte auch Christina Haubrich: Sie habe bei diversen Veranstaltungen zur Osttangente unter anderem auch bei „Jetzt red i“ erlebt, dass eher die Königsbrunner, die zahlenmäßig deutlich überlegen sind, gehört werden und auch der Eindruck bei Gesprächen mit Politikern entstehe: „Es sind nur ein paar Hanseln in Unterbergen gegenüber den Vielen in Königsbrunn.“

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Einhellig zeigte man in Merching jedoch Solidarität mit einer Ortsumfahrung für Kissing und Josef Kinader betonte: „Vor der vierspurigen Straße hat jeder Angst, auch die Kissinger Politiker.“ Haubrich ergänzte: „Das Anliegen des staatlichen Bauamts ist es, den Verkehr anzuziehen und zu bündeln. Wir sollten Solidarität mit Kissing zeigen – aber auch mit Schmiechen, Kissing, Unterbergen und Prittriching.“

Der Rat will gerüstet sein, wenn es darauf ankommt“ und bei Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko, Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz und Innenminister Joachim Herrmann klar Position beziehen: „Wir müssen jetzt etwas sagen, bevor es im Bundesverkehrswegeplan steht.“ Walch wetterte: „Wir werden als Mammutprojekt benutzt, unsere Lechauen, Fluren mit Naherholungsgebiet, Mandichosee, Naturschutzgebieten und Landwirtschaft, sowie sorgfältig umgesetzten Ausgleichsflächen werden zerstört – nur damit einige Gemeinden mit Gewerbeflächen zugeknallt werden können.“

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