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Theater

28.12.2009

Ottmaringer bieten eine Posse voller Pointen

Die Theatergruppe Ottmaring ist schon seit 60 Jahren Garant für gelungene Gags und gepfefferte Pointen. Darauf können sich die Besucher auch beim neuen Stück „Frau Wurzl vom Viktualienmarkt“ verlassen, das eigentlich ein ganz altes ist.Von Peter Stöbich

Ottmaring. Die Theatergruppe Ottmaring ist schon seit 60 Jahren Garant für gelungene Gags und gepfefferte Pointen. Darauf können sich die Besucher auch beim neuen Stück „Frau Wurzl vom Viktualienmarkt“ verlassen, das eigentlich ein ganz altes ist. Denn zum Jubiläum haben die Spieler eine Lokalposse von Benno Rauchenegger ausgegraben, die nur in einer alten deutschen Handschrift vorlag.

Günter Langer „übersetzte“ das Manuskript, konnte die Premiere am vergangenen Wochenende aber nicht mehr erleben: Der langjährige Mitstreiter der Theatergruppe starb letzten Sommer, sodass ihm die Aufführung gewidmet wurde.

Langer hätte gewiss seine Freude daran gehabt, wie das bewährte Ensemble mit viel Spielwitz und Talent agiert. Allen voran Rita Lorenz, die als Geflügelverkäuferin auf dem Münchner Viktualienmarkt glaubhaft gschert und gfotzert ist. Ihr großes Mundwerk, ihre Wortverdreher und das peinliche Bemühen, zur besseren Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehören zu wollen, sorgen drei Akte lang für Gelächter.

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Gern hätte Frau Wurzl einen „Herrn Doktor“ als Schwiegersohn, der aber in Wahrheit leider nur ein „Baderwaschl“, also ein einfacher Friseur, ist. Ihn verkörpert Stefan Oswald recht lebendig, während es in einem zweiten Handlungsstrang um die Eifersucht zwischen Wurzls zweiter Tochter Mali (Verena Schöttl) und deren Mann (Franz Heimann) geht. Stoff genug für eine amüsante Verwechslungskomödie, in der Schwindelei und Standesdünkel zu turbulenten Szenen führen; so wird aus dem Amtsdiener unversehens ein höchst peinlicher Oberamtsrichter.

Das Ganze gipfelt in einer Kaffeerunde, bei der das Lügengebäude schließlich zusammenbricht, zumal auch die Marktfrau Wurzl sich als begnadete Dichterin ausgibt. Am Ende könnte sogar Frau Wurzl ihr Eheglück mit dem Rentner Wacker (Herbert Menzinger) finden, wenn nicht ein anonymer Brief ihre „Dichterseele“ vergiften würde. Wer der Schreiber dieser schlimmen Zeilen ist, sei hier nicht verraten, nur so viel: Alles geht natürlich gut aus.

Das eingespielte Ottmaringer Ensemble weiß, wie Gags gelingen, verlässt sich aber keineswegs nur auf eine gute Vorlage. In wochenlanger Arbeit wurde die Turnhalle der Johann-Peter-Ring-Volksschule in einen Theatersaal mit professioneller Licht- und Tonanlage verwandelt. Das Bühnenbild besticht wieder durch eine Fülle liebevoller Details; das bunte Markttreiben im ersten Akt verwandelt sich in eine Wohnstube und im dritten Teil in einen Biergarten. Als Statisten im Hintergrund sorgen Marktfrauen, Kunden und Passanten in historisch genauen Kostümen für Lebendigkeit und Tiefe auf der Bühne.

Unter der kompetenten Spielleitung von Rita Probst und beim Spielwitz des gesamten Ensembles kann kaum etwas schiefgehen, sodass sich die Besucher auf einen amüsanten Abend freuen dürfen.

Aufführungen „Frau Wurzl vom Viktualienmarkt“ wird am 29.12. gezeigt sowie an folgenden Tagen: 30./31. Dezember, 2./3./4. Januar jeweils um 19.30 Uhr in der Ottmaringer Schulturnhalle, am Sonntag zusätzlich um 14 Uhr.

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