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Kissing

08.02.2018

Paartalhallen-Gastronom fühlt sich betrogen

Der 60-jährige Pavlos Toulgaridis fühlt sich betrogen. Ihm sei versprochen worden, dass er das Bistro in der Paartalhalle übernehmen werde.
Bild: Philipp Schröders

Pavlos Toulgaridis macht den neuen Pächtern in Kissing und einzelnen Gemeinderäten Vorwürfe. Ihm sei versprochen worden, das Bistro zu führen.

Ein griechischer Gastronom erhebt Vorwürfe gegen den neuen Pächter der Paartalhalle, den Kissinger Bürgermeister und einzelne Gemeinderäte. Wie berichtet haben vor kurzem Heiko Gärtner und seine Lebensgefährtin Iris Koy die Bewirtung in der Halle und im Bistro übernommen. Der 60-jährige Pavlos Toulgaridis behauptet nun, dass ihm versprochen worden sei, selbst das kleine Vereinslokal zu führen.

Toulgaridis hat laut eigenen Angaben ab 2006 in der Paartalhalle unter ehemaligen Pächtern etwa sieben Jahre gearbeitet. Im Juni vergangenen Jahres verließ er jedoch Deutschland und ging nach Griechenland, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Dann habe ihn aber Iris Koy kontaktiert und ihm in Aussicht gestellt, in Zusammenarbeit mit ihr sowie ihrem Lebensgefährten Gärtner und einem weiteren Gastronomen in der Paartalhalle einzusteigen. Deshalb kehrte er Mitte Dezember nach Deutschland zurück.

Laut Toulgaridis versprachen ihm Koy und Gärtner bei einem Treffen in Königsbrunn, dass er zum 10. Januar einen Vertrag bekommt. Bei einer Unterredung mit Bürgermeister Manfred Wolf habe dieser ihm erklärt, der Gemeinderat habe beschlossen, dass Toulgaridis die Bewirtung im Bistro übernehmen werde. Des Weiteren behauptet der 60-Jährige, dass der Bürgermeister und die beiden Gemeinderätinnen Katrin Müllegger-Steiger und Silvia Rinderhagen ihm folgendes in Aussicht gestellt hätten: „Die Voraussetzung, dass der Herr Gärtner das bekommt, ist, dass ich das Bistro übernehme.“

Nach einem Treffen in der Paartalhalle mit Gärtner im Januar habe dieser dann plötzlich ein Arbeitszeugnis von Toulgaridis verlangt. Das konnte der 60-Jährige nicht vorweisen. Seine Erklärung: Vor der Abreise nach Griechenland habe er sich komplett in Deutschland abgemeldet. In einer weiteren Nachricht habe Gärtner ihm dann geschrieben, dass es keine Zusammenarbeit geben werde.

Toulgaridis sagt, dass er von Gärtner niemals eine Erklärung dafür bekommen habe. „Ich bin jetzt hier ohne Kohle und ohne alles, niemand steht zu mir oder gibt mir eine Erklärung.“ Er habe sich an das Arbeitsgericht gewandt. Ende Januar soll es laut dem 60-Jährigen eine Güteverhandlung in Augsburg geben. Tatsache ist, dass Toulgaridis’ Name auf einer Ankündigung zu lesen war, die Anfang Januar öffentlich in der Paartalhalle aushing. Dort wird er im Team des künftigen Kiss’n’Chill erwähnt, wie das Bistro seit der Neueröffnung heißt. Ein Foto des Plakats liegt der Redaktion vor. Ein Gemeinderat bestätigt zudem, dass Gärtner dem Gremium ein Modell vorgestellt hat, das die Beteiligung des 60-Jährigen vorsah. Ein weiterer Gastronom aus der Region, der nicht mit Namen genannt werden möchte, sagt, dass er ebenfalls mit den neuen Pächtern der Paartalhalle verhandelt habe. Es sei im Gespräch gewesen, dass er die Bewirtung im mittelgroßen Saal, auch Sternesaal genannt, übernehme. Zu den Bedingungen, die die jetzigen Pächter vorgaben, habe er aber abgelehnt. „Ich hatte das Gefühl, dass sie Pavlos und mich benutzt haben, um da rein zu kommen“, sagt er.

Der neue Pächter Heiko Gärtner möchte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Bürgermeister Manfred Wolf sagt im Hinblick auf die Gemeinde, dass in nicht-öffentlicher Sitzung über die Paartalhalle beraten wurde. „Wir haben einen Pachtvertrag mit dem Herrn Gärtner geschlossen, da steht nichts von dem Herrn Toulgaridis drin.“ Der 60-Jährige sei als Unterpächter für das Bistro im Gespräch gewesen. Ein paar Gemeinderäte hätten vermittelt. „Es war zunächst gedacht, dass der Herr Toulgaridis das Ding als Unterpächter übernimmt, dann wollte er Angestellter werden, so funktioniert das nicht“, sagt Wolf.

Gemeinderätin Katrin Müllegger-Steiger sagt, dass sie erst Kontakt zu Toulgaridis hatte, nachdem dieser von Gärtner erfahren hatte, dass es keine Zusammenarbeit geben wird. Der Vertrag sehe vor, dass der Pächter alleine darüber entscheiden kann, mit wem er zusammenarbeitet. „Es ist eine Streitigkeit zwischen den beiden, da hat der Gemeinderat nichts mehr mit zu tun.“

Silvia Rinderhagen sagt, dass sie Toulgaridis noch aus früheren Zeiten in Kissing kenne. „Es wäre wünschenswert gewesen, dass er da eingestiegen wäre.“ Sie habe ihm aber nie irgendetwas in Aussicht gestellt. Auch sie betont, dass der Vertrag mit dem neuen Pächter nicht regelt, mit wem dieser zusammenarbeitet.

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