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Mering

06.03.2018

Pablo Picasso zu Gast in der Ambérieu-Grundschule

Die zehnjährige Schülerin Bensu wendet die Picassos Strichtechnik auf Meerestiere an.
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Die zehnjährige Schülerin Bensu wendet die Picassos Strichtechnik auf Meerestiere an.
Bild: Aykut-Can Baytak

In diesem Jahr lernen die Meringer Kinder den spanischen Maler und seine Werke genauer kennen. Warum Rektorin Susanne Geiger die Veranstaltung so am Herzen liegt

Als Susanne Geiger vor fünf Jahren die Idee zum Kunstprojekt kam, war es ihr besonders wichtig, ihren Schülern künstlerische Kreativität näherzubringen. „So können sich Kinder abseits vom trockenen Lehrplan und Leistungsdruck entfalten“, meint die Rektorin stolz. Beim diesjährigen Projekttag bilden die knapp 300 Schülerinnen und Schüler der Meringer Grundschule die bekanntesten Kunstwerke des Kubisten Pablo Picasso nach.

Bereits am Vortag lernten die Kinder in der Aula das Leben und den Malstil Picassos näher kennen. „Wir wählen jedes Jahr einen anderen Künstler“, so die Lehrerin Birgit Zaby.

„Das Schulfach Kunst kommt mit einer Stunde pro Woche leider etwas kurz, aber heute können die Schüler vier Stunden lang künstlerisch tätig sein.“ Sowohl die Kinder als auch die Eltern seien begeistert von dem Konzept des Kunstprojekttags. Die Schüler dürfen sich heuer zwischen zehn verschiedenen Workshops entscheiden, in denen sie nach Picassos Stil ihre eigenen Kunstwerke erschaffen können. In Zabys Projektklasse lautet das Motto „Strichtiere“. Hier zeichnen die Schüler auf vereinfachte Weise die Umrisse unterschiedlicher Tiere wie Pferde oder Wale. „Für Picasso war die äußere Form der Dinge ausschlaggebend“, erklärt die Lehrerin. „Aber die Kinder tun sich anfangs schwer, ein Tier nur auf ein paar Striche zu reduzieren.“

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Eine der Schülerinnen im Strichstil-Workshop ist die zehnjährige Bensu. Für sie ist es bereits das vierte Kunstprojekt. „Ich freue mich jedes Jahr schon auf den Tag“, erzählt die Viertklässlerin, die eine Collage aus Meerestieren anfertigt. „Kunst ist mein Lieblingsfach, weil ich malen kann, was ich möchte.“ Einen Grund zur Freude haben aber alle Schüler: Hausaufgaben gibt es an diesem Tag nicht.

Mit Wasserfarben und kubistischen Formen arbeiten die Erst- und Zweitklässler im Workshop „Frau mit Hut und Pelzkragen“. Nach Vorlage des surrealistischen Originalgemäldes von Picasso zerschneiden die Schüler von Angela Breitsameter Porträtfotos in kubistische Formen, um sie dann auf einen mit Wasserfarben bemalten Hintergrund zu kleben. „Die Formen und Farben dürfen sich die Kinder selber aussuchen, das Original soll nur als Orientierung dienen“, so Breitsameter.

Ähnliche künstlerische Freiheit besitzen die kleinen Künstler im Kurs „Girl with a boat“. Das gleichnamige Gemälde aus dem Jahr 1938 zeigt ein kubistisch-surrealistisches Porträt von Picassos Tochter Maya mit ihrem Spielzeugboot. Hier malen die Schüler zunächst ein Porträt von sich selbst mit Wasserfarben und kleben es auf ein schwarzes Plakat. Zusammen mit einer Zeichnung ihres Lieblingsspielzeugs entsteht so eine Collage, also ihre eigene Version von Picassos Bild. Einzige feste Vorgabe: Das Gesicht muss, wie im Gemälde, aus Drei- und Vierecken bestehen. Basteln, schneiden und malen können die Kinder im Workshop von Katharina Wiedemann. „Verrückte Maskeraden“ lautet das Motto hier. „Meine Schüler erschaffen möglichst bunte und fantasievolle Masken“, so die Lehrerin. „Die Kinder sind so motiviert und voller Tatendrang, es kommen wunderschöne Ergebnisse raus“, schwärmt Wiedemann.

Diese können in den nächsten Monaten alle Besucher der Ambérieu-Grundschule bewundern. „Wir stellen alle Kunstwerke im ganzen Schulhaus aus“, betont Schulleiterin Geiger. „Schließlich sollen ja die Eltern und Lehrer sehen, wie kreativ unsere Schüler sind.“ Und welches Thema erwartet die Kinder beim Kunstprojekt 2019? „Wir haben da schon etwas Großes im Sinn“, verrät Birgit Zaby. „Aber ich verrate es lieber noch nicht“, meint die Lehrerin mit einem Lächeln.

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