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Aichach-Friedberg

19.10.2020

Pandemie: Wie im Raum Friedberg die Corona-Regeln umgesetzt werden

Im Landkreis Aichach-Friedberg herrscht ein erhöhtes Infektionsgeschehen. Nun gelten neue Regelungen.
Bild: Arne Dedert, dpa

Plus Der Altlandkreis Friedberg ist seit dem Wochenende ein Corona-Hotspot und es gelten verschärfte Regeln. Die einzelnen Orte gehen mit der Lage ganz unterschiedlich um.

Der Landkreis Aichach-Friedberg ist nun ein Corona-Hotspot mit erhöhtem Infektionsgeschehen. Am Sonntag stieg der Inzidenzwert auf über 50. Er gibt an, wie viele Neuinfektionen es binnen einer Woche unter 100.000 Bewohnern gibt. Am Montag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 47,53. Dennoch gelten nun auch im Altlandkreis Friedberg neue Regelungen, zum Beispiel im Hinblick auf die Kontaktbeschränkungen.

Dort, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen, zum Beispiel in Fußgängerzonen oder auf Marktplätzen, herrscht nun Maskenpflicht. Ob und wenn ja welche stark frequentierten Plätze im Landkreis Aichach-Friedberg dafür konkret benannt werden, legt das Landratsamt derzeit gemeinsam mit den Städten und Gemeinden fest.

Aber wie setzen die einzelnen Kommunen die bereits geltenden Vorgaben um und welche Plätze kommen für eine Maskenpflicht in Frage? Ein Überblick.

Friedberg: "Derzeit sind alle Veranstaltungen auf dem Prüfstand", sagt Stadtsprecher Frank Büschel. Die Bürgerversammlung in der kommenden Woche soll jedoch stattfinden, ebenso die beiden kulturellen Veranstaltungen der Paarkunst in der Archivgalerie sowie das Hornkonzert im Pausenhof der Grundschule - wenn auch unter veränderten Vorzeichen. In der Archivgalerie herrscht Maskenpflicht, zudem dürfen sich nur 13 Personen gleichzeitig (im oberen Stockwerk acht, unten fünf) aufhalten, auch wird regelmäßig gelüftet. Das Hornkonzert findet nicht wie ursprünglich geplant als eine Veranstaltung in der Kirche, sondern in zwei kleinere Konzerte aufgeteilt im Pausenhof der Grundschule statt. Bei zu schlechtem Wetter wird die Veranstaltung ersatzlos gestrichen.

Kommt eine Maskenpflicht in Friedbergs Straßen?

Unterdessen beratschlagen Stadt, Polizei und Landratsamt derzeit über die Einführung einer Maskenpflicht an bestimmten Plätzen im Stadtgebiet. Konkrete Orte könne Büschel jedoch noch nicht nennen, auch was zum Beispiel den freitäglichen Markt am Marienplatz angehe.

Mering: In der Marktgemeinde Mering kämen der Marktplatz und das Freizeitgelände am Badanger für die Einführung einer Zone, in der die Maskenpflicht gelten könnte, infrage. Bürgermeister Florian Mayer wartet aber noch ab, welche Handlungsanweisungen das zuständige Landratsamt an die Kommune gibt. Im Rathaus selbst und in den Einrichtungen der Kommune gelte die Maskenpflicht ohnehin bereits. Zudem werden die notwendigen Termine auf ein Minimum begrenzt. "Noch offen ist aber, was mit öffentlichen Veranstaltungen geschieht", so Mayer im Gespräch mit unserer Redaktion. Ob es die geplante Weihnachtsinsel am Badanger geben werde, stehe noch in den Sternen. "Solange wir aber einen Inzidenzwert von über 50 haben und die rote Corona-Ampel gilt, wird es mit mir keine solche Veranstaltung geben", betont Mayer.

Kommt eine Maskenpflicht am Weitmannsee in Kissing?
Bild: Brigitte Schweigstetter

Kissing: In Kissing könnte am Weitmannsee und Auensee eine Maskenpflicht eingeführt werden. Wie Hubert Geiger, der geschäftsleitende Beamte, erklärt, habe das Landratsamt bei den Kommunen und auch bei der Polizei angefragt, welche Plätze hoch frequentiert seien und eventuell für eine Maskenpflicht infrage kämen. Die Polizei habe für Kissing den Weitmannsee vorgeschlagen. "Wir haben auch den Auensee angesprochen, weil dort an schönen Herbsttagen viele Spaziergänger unterwegs sein könnten", sagt Geiger. Das Landratsamt müsse nun die Maskenpflicht verfügen, dann würde die Gemeinde Kissing entsprechende Warnschilder an den Seen aufstellen. Die Schulen und Kindergärten in der Gemeinde würden direkt über die entsprechenden Ämter beziehungsweise ihre Träger informiert. Die Gemeinde sei da nicht involviert. "Das hat bisher immer sehr gut funktioniert", sagt Geiger.

Kissing sagt Vortrag im Erlebachsaal ab

Eigentlich war am Mittwoch, den 21. Oktober, ein Vortrag im Erlebachsaal der Paartalhalle im Rahmen der Paarkunst geplant. "Der ist zur Sicherheit abgesagt worden", sagt Bürgermeister Reinhard Gürtner.

Dasing: Wie Bürgermeister Andreas Wiesner berichtet, setzt Dasing weiterhin auf Abstände und Maskenpflicht bei den Sitzungen des Gemeinderats und der Ausschüsse. Seit Beginn der Pandemie finden die Gemeinderatssitzungen zudem in der weitläufigen Tenne am Verwaltungsgebäude statt. Dies wird bis auf Weiteres auch so bleiben. Die Ausschusssitzungen dagegen werden wie gehabt im Sitzungssaal abgehalten. Abgesagt werde dagegen die Abschlusspräsentation der ISEK-Arbeitskreise in Dasing, die am Freitag beim Bäckerwirt hätte stattfinden sollen. "Dieses Risiko werden wir nicht eingehen", erklärt Wiesner. Die Veranstaltung werde auf den nächstmöglichen Zeitpunkt verschoben. Besonders hoch frequentierte Plätze, die in Dasing eine Maskenpflicht erfordern, sehe Wiesner derweil nicht.

Der Eurasburger Christkindlmarkt ist bereits abgesagt.
Bild: Ines Schmitt (Archivfoto)

Merching: Geschäftsleiter Rainer Fieber sagt, dass es in Merching keine Plätze gebe, auf denen aus Sicht der Gemeinde eine Maskenpflicht notwendig sei. Das habe die Verwaltung an das Landratsamt weitergeleitet. Am Mandichosee gebe es zwar die Liegewiese, außerhalb der Badesaison sei das Besucheraufkommen aber erfahrungsgemäß nicht so hoch. "Wir können zur Not ja auch jederzeit nachmelden", sagt Fieber. Noch sei unklar, ob die Bürgerversammlungen im November stattfinden können. Ein Hygienekonzept mit Voranmeldung war bereits ausgearbeitet worden. "Wir klären nun mit dem Landratsamt ab, ob wir die Bürgerversammlungen in diesem Rahmen durchführen können", sagt Fieber.

Eurasburg: Bürgermeister Paul Reithmeir hat außer dem Weihnachtsmarkt noch keine Veranstaltungen abgesagt. "Derzeit warten wir noch auf die Anweisungen vom Landratsamt", erklärt er. Die kommenden Gemeinderats- und Ausschusssitzungen werde er wie geplant abhalten, lediglich auf dem Weg zum Platz bestehe dabei Maskenpflicht. Abgesehen davon könne er sich jedoch keine bestimmten Plätze im Ort vorstellen, wo diese ebenfalls gelten sollte. "Außer dem Kindergarten, der Schule und der Sportanlage gibt es nicht wirklich öffentliche Plätze, die hoch frequentiert sind", sagt Reithmeir.

Ried: In Ried wartet Geschäftsstellenleiter Andreas Sausenthaler noch auf detailliertere Anweisungen vom Gesundheitsamt in Aichach. "Die Schulen und Kindergärten haben zwar bereits am Sonntag reagiert und soweit möglich die Eltern verständigt, doch ob diese Maßnahmen, die wir vorsichtshalber nun ergriffen haben, auch notwendig sind, wissen wir nicht", so Sausenthaler. Neben der Maskenpflicht gibt es nun auch ein Betretungsverbot. "Das bedeutet, die Eltern geben ihre Kinder vor der Tür der Kitas ab und begleiten sie nicht ins Innere", erklärt Sausenthaler. Ob künftig auch Spielplätze ähnlich wie zu Lockdown-Zeiten geschlossen werden, kann Sausenthaler noch nicht sagen, weil die Informationen aus Aichach fehlen. Öffentliche Plätze seien derzeit noch nicht für eine Maskenpflicht vorgesehen. "Das ist in der ländlichen Struktur so auch wohl nicht notwendig."

In Steindorf funktioniert der Buschfunk

Steindorf: Nach Angaben von Bürgermeister Paul Wecker wird es in Steindorf keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen geben. "Bei uns gibt es genug Möglichkeiten, Abstand zu halten", sagt er. Steindorf ist die kleinste Gemeinde im Landkreis und hat nur rund 1000 Einwohner. Was Wecker beschäftigt, ist aber die Umsetzung der neuen Bestimmungen im Kindergarten. "Da sind wir gerade in der Absprache mit der Verwaltungsgemeinschaft Mering. Heute sind aber weniger Kinder im Kindergarten, viele Eltern haben sie zu Hause gelassen", sagt Wecker. Allgemein schätzt er die Lage in Steindorf als ungefährlich ein. Offizielle Zahlen zu dem Infektionsgeschehen in den einzelnen Kommunen gibt es vom Landratsamt nicht. "Aber wir haben hier ja einen Buschfunk. Wenn etwas wäre, würden wir das erfahren."

In der Schmiechachhalle in Schmiechen gibt es vorerst keine Veranstaltungen mehr.
Bild: Philipp Schröders (Archiv)

Schmiechen: Bürgermeister Josef Weckers erster Gang war am Montagmorgen zum Kindergarten in Schmiechen. "Hier war es notwendig, schnell auf die neuen Zahlen zu reagieren", erklärt Wecker. In der Einrichtung gilt ab sofort Maskenpflicht für die Mitarbeiter. Die Gruppen werden so organisiert, dass sie sich untereinander nicht begegnen. "Haben wir dann doch einen Corona-Fall, muss nicht gleich die ganze Einrichtung schließen", so Wecker. Eine weitere Einschränkung wird es für die Schmiechachhalle in Schmiechen und das Feuerwehrhaus in Unterbergen geben. "Hier sind bis auf Weiteres alle Veranstaltungen abgesagt", sagt Wecker. Dass er im November die Bürgerversammlung veranstalten kann, glaubt er nicht. "Ich bin dagegen, denn das Publikum ist erfahrungsgemäß weit über 50 Jahre alt." Eine Einführung der Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sei weder in Unterbergen noch in Schmiechen notwendig. "Dafür sind wir als Dorf dann doch einfach zu klein", so Wecker.

Diese Corona-Regeln gelten allgemein

Bei einem Inzidenzwert von über 50, wie er am Wochenende im Landkreis Aichach-Friedberg festgestellt wurde, gelten folgende Regeln:

  • Sperrstunde um 22 Uhr in der Gastronomie; ab 22 Uhr darf an Tankstellen kein Alkohol verkauft werden. Auf öffentlichen Plätzen besteht ab 22 Uhr ein Alkoholverbot.
  • Private Feiern und Kontakte werden auf zwei Hausstände oder maximal 5 Personen begrenzt.
  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen aller Schularten.
  • Im Landkreis gilt nun auch wieder die Maskenpflicht für die Sammelstellen. Eine Hilfe zum Entladen ist nicht möglich.

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