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Porträt

16.05.2018

Paul Pöller hat den Bogen raus

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Ende März präsentierte Paul sein Projekt auf dem Landesentscheid von „Jugend forscht“ in München und gewann einen Preis.

Der Friedberger  hat mit „Die Physik des Bogenschießens“ den Bundesentscheid von „Jugend forscht“ erreicht. Wie sich der Abiturient seine Zukunft vorstellt.

Wer mit einem Physikprojekt bei „Jugend forscht“ teilnimmt, muss wohl schon immer eine Schwäche für diese Naturwissenschaft gehabt haben, oder? „Bis zur zehnten Klasse konnte ich Physik nicht ausstehen“, macht Paul Pöller diese Vermutung zunichte. Erst in der Oberstufe fand er Interesse an Themen wie Mechanik und physikalischer Körperbewegung. Und nun hat es der Friedberger mit seinem Projekt „Die Physik des Bogenschießens“ zum Bundesentscheid von „Jugend forscht“ geschafft.

Davor hatte sich der 17-Jährige bereits im Regionalentscheid in Augsburg und in München beim Landeswettbewerb durchgesetzt. Paul ist nun Landessieger in der Kategorie „Interdisziplinäres Projekt“. Zusätzlich hat er den mit 250 Euro dotierten Sonderpreis des bayerischen Bildungsministers erhalten. Und das ziemlich unverhofft, wie Paul betont. In seinem Projekt hat er erforscht, inwiefern die aufgewandte Kraft eines Bogenschützens mit der Geschwindigkeit des abgeschossenen Pfeils zusammenhängt. Besonders gelobt wurde er von der Jury für seine selbst gebaute und programmierte Versuchsvorrichtung. Die zuvor theoretisch berechneten Werte konnte er dadurch mit den tatsächlich gemessenen Daten vergleichen. Vor allem das eigenständige Arbeiten habe ihm Spaß gemacht.

Die Inspiration hierfür hatte er selbst beim Bogenschießen. Zu diesem ungewöhnlichen Hobby kam Paul relativ unverhofft, denn sein Vater schenkte ihm vor zehn Jahren Pfeil und Bogen zu Weihnachten. Dass er überhaupt bei „Jugend forscht“ mitmacht, hat auch eher pragmatische Gründe: „Die Arbeit hatte ich bereits für das P-Seminar an der Schule konzipiert. Und mein Vater hat mir empfohlen, dieses Projekt für den ,Jugend forscht’-Wettbewerb anzumelden“, erklärt Paul. Darüber, dass er diesen Vorschlag umgesetzt hat, ist er sehr glücklich. Denn neben dem Erfolg im Wettbewerb habe er durch die Veranstaltungen auch neue Freunde gefunden. „Wir haben uns mit Kartenspielen die Zeit vertrieben, waren zusammen Gokart fahren und hatten einfach eine gute Zeit“, sagt der Friedberger. Nur eine Sache bereue er: „Ich hätte schon früher bei ,Jugend forscht’ mitmachen sollen!“

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Ende Mai geht es vier Tage nach Darmstadt zum Bundeswettbewerb. Hier malt er sich zwar wegen der starken Konkurrenz keine großen Chancen aus. Doch ein bisschen Hoffnung habe er natürlich. Besonders reize ihn die Aussicht auf eine Reise zur Nobelpreisverleihung: Der Hauptgewinn für den Sieger des Wettbewerbs. „Bei der Verleihung in Stockholm zu sein, wäre großartig“, sagt der Nachwuchswissenschaftler. Schulisch haben die Termine für „Jugend forscht“ trotz Abiturprüfungen keine Probleme verursacht. Und durch die Teilnahme am Wettbewerb ist sich Paul noch sicherer in seiner Studienwahl geworden: Physik soll es werden. Vor allem die Astrophysik und die physikalische Technik haben es ihm angetan. Zuerst möchte der Abiturient zum Bachelorstudium an die Uni Augsburg. Und zum Master dann an eine der beiden Münchener Unis. „Aber das ist alles noch Zukunftsmusik“, sagt Paul.

Denn nach dem Abitur geht es erst mal in den wohlverdienten Urlaub mit Freunden an die Adria nach Kroatien. Hierfür sind auch die 250 Euro Preisgeld verplant. Und vor dem Studium möchte Paul noch einen Auslandsaufenthalt einlegen. In Ghana wird er für drei Monate Freiwilligenarbeit in einer Schule verrichten.

Dass seine eigene Schulzeit bald vorbei ist, macht Paul ein bisschen wehmütig. Die Freude auf die Erlebnisse auf Reisen und den neuen Lebensabschnitt an der Uni trübt das aber nicht.

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