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Mering

12.11.2019

Pfarrer Schwartz will Gemeindehaus in Mering im Alleingang bauen

Um den Neubau des Papst-Johannes-Hauses geht es in der Meringer Gemeinderatssitzung am morgigen Donnerstag. (Archiv)
Bild: Gönül Frey

Plus Die Kirchenstiftung plant den Neubau des Papst-Johannes-Hauses Mering ohne Beteiligung der Kommune, benötigt aber einen Zuschuss. Darüber diskutieren die Gemeinderäte.

Pfarrer Thomas Schwartz hatte für das Gemeindezentrum der katholischen Pfarrei Sankt Michael große Visionen. Aus der Idee, gemeinsam mit der Marktgemeinde einen zentralen Veranstaltungsort zu schaffen wurde nichts. Und auch die abgespeckte Version unter der Regie der Kirche ein Gemeindehaus für 250 Personen zu errichten, an dem sich die Kommune mit einem Zuschuss von 1,8 Millionen Euro beteiligen sollte, wird nun nicht realisiert.

Die katholische Pfarrgemeinde plant nämlich gemeinsam mit der Diözese Augsburg nun einen Neubau für das Papst-Johannes-Haus. Pfarrer Schwartz hofft, dass die Marktgemeinde die Pfarrei finanziell mit einem Zuschuss von bis zu 500.000 Euro unterstützt. Darüber diskutieren der Marktgemeinderäte in der nächsten Sitzung an diesem Donnerstag.

Schwartz erklärt, warum er nun nicht mehr an einem Saal für 250 Personen und einer Beteiligung der Kommune festhält: „Es hätten zu viele rechtliche Dinge abgeklärt werden müssen, die das Vorhaben noch weiter in die Länge gezogen hätten.“ Dafür sei aber keine Zeit mehr, denn die Pfarrei brauche dringend die neuen Räume. Der Saal des Papst-Johannes-Hauses ist immer noch für die Öffentlichkeit gesperrt.

Pfarrer Schwartz will Gemeindehaus in Mering im Alleingang bauen

Ursprünglich war vorgesehen, dass die katholische Pfarrkirchenstiftung St. Michael alleiniger Eigentümer des Pfarrzentrums bleibt. Der Neubau hätte etwa 5,1 Millionen Euro gekostet und wäre auf 250 Personen ausgerichtet gewesen. Da die Pfarrei aber lediglich einen Saal von bis zu 150 Personen benötige und die Kommune aber Bedarf für einen größeren Veranstaltungssaal im Ortszentrum habe, schlug Schwartz vor, dass die Marktgemeinde sich an den Mehrkosten mit 1,8 Millionen Euro beteiligt. Gleichzeitig würde ihr ein Nutzungskontigent zur Verfügung gestellt. Zudem hätte die Marktgemeinde jährlich für Betriebskosten 40.000 Euro und eine Erhaltungspauschale 30.000 Euro bezahlen müssen. Die Nutzungsvereinbarung wäre auf 25 Jahre festgelegt worden.

Schon im Vorfeld der Pläne von Pfarrer Schwartz waren aber Bedenken gegen das Vorhaben aufgekommen. So stellte beispielsweise SPD-Fraktionsvorsitzender Markus David die Frage in den Raum, ob so ein freiwilliger gemeindlicher Zuschuss überhaupt aus haushaltsrechtlicher Sicht gewährt werden dürfe. Auch CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch konnte noch vor einigen Wochen nicht sagen, inwieweit seine Fraktion den Vorschlag unterstützt. „Es ist schwierig, wenn wir das rechtlich noch nicht abgeklärt haben“, so Resch.

Nun wendet sich aber das Blatt. Denn auch Pfarrer Schwartz sieht die Schwierigkeiten, die Nutzungsvereinbarung rechtlich so unter einen Hut zu bekommen, dass die Kirchenstiftung schnell mit dem Neubau beginnen kann. „Deshalb haben wir uns auch mit der Kirchenverwaltung dazu entschieden, wir bauen das Pfarrzentrum selbst.“ Geplant ist neben einem neuen Pfarrbüro und weiteren Räumen auch ein großer Veranstaltungssaal für bis zu 199 Personen.

Pfarrer Schwartz schreibt eine E-Mail an die Fraktionsvorsitzenden

Damit würden Kosten reduziert, wobei noch nicht über konkrete Zahlen gesprochen werden könne, da nun auch die Pläne nachgearbeitet werden müssen. Schwartz schlägt der Marktgemeinde vor, nun über einen Zuschuss abzustimmen, der die 500.000-Euro-Marke nicht überschreite. Über diese neuen Entwicklungen hat Schwartz nicht nur Bürgermeister Hans-Dieter Kandler informiert, sondern auch eine Email an die drei Fraktionsvorsitzenden des Marktgemeinderates sowie den Zweiten Bürgermeister Florian Mayer geschrieben.

„Ich gehe davon aus, dass die Fraktionsvorsitzenden ihre Ratskollegen von den neuen Entwicklungen in Kenntnis gesetzt haben“, sagt Kandler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Er wolle sich zum Sachverhalt im Vorfeld der Marktgemeinderatssitzung nicht äußern. Jedoch gibt er zu Bedenken: „Wir haben eine Mehrzweckhalle im Zentrum, die über 300 Sitzplätze verfügt, haben das neue Trachtenheim mit 200 Sitzplätzen sowie kleinere Veranstaltungssäle bei den KK-Schützen und der evangelischen Gemeinde.“ Bei der Mehrzweckhalle gebe es einen Investitionsstau, den es aufzuholen gelte.

Bei der Kommunalaufsicht hat Kandler nachgefragt, ob die ursprüngliche freiwillige Beteiligung der Marktgemeinde in Höhe von 1,8 Millionen Euro überhaupt rechtlich möglich wäre. „Wir müssten ja für diese freiwillige Leistung einen Kredit aufnehmen“, so Kandler weiter. Die Kommunalaufsicht habe in darüber informiert, dass sie sich nach einer Entscheidung durch den Gemeinderat den Sachverhalt nochmals genauer anschauen werde. „Wobei wir ja nun auch über die veränderte Situation beraten werden“, so Kandler.

Marktgemeinderatssitzung in Mering

Die Räte treffen sich am Donnerstag, 14. November, ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal der Mehrzweckhalle zur Sitzung.

Lesen Sie auch die Vorgeschichte: Neues Pfarrzentrum für Mering geplant

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