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Mering

25.08.2017

Planung fürs Gewerbegebiet nimmt Fahrt auf

Noch geht der Blick von der Bahnhaltestelle St. Afra über Felder. Aber westlich der Bahnlinie soll ein großes Gerbegebiet entstehen.
Bild: Philipp Schröders

Nördlich der Friedenaustraße neben der Bahnlinie möchte ein Investor ein großes Werk errichten. Der Gemeinderat legt den Grundstein dafür.

Von der Bahnhaltestelle St. Afra aus reicht der Blick zurzeit weit über zahlreiche Felder. Das wird sich wohl bald ändern. Die Marktgemeinde Mering hat beschlossen, westlich der Bahnlinie und nördlich von der Friedenaustraße ein großes Gewerbegebiet auszuweisen. Dazu hatte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler extra eine Sitzung in den Sommerferien einberufen.

Wie berichtet interessiert sich ein Investor für ein etwa 9,2 Hektar großes Areal. Weil die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, will Bürgermeister Kandler den Namen des Unternehmens nicht nennen. Es soll sich aber um einen Logistiker handeln, der auch vor Ort produzieren will. Laut Kandler könnten schon im März 2018 die Bauarbeiten an drei Hallen im nördlichen Teil des Gebiets beginnen – wenn alles wie geplant abläuft. Im Süden hat der Investor die Möglichkeit, seine Kapazitäten in Zukunft zu erweitern.

In der Sitzung stellte Werner Dehm vom Büro Opla den Bebauungsplan vor. Der läuft nun unter der Bezeichnung Industrie- und Gewerbepark nördlich der Friedenaustraße. Zu Beginn betonte der Stadtplaner: „Ganz einfach wird das Verfahren nicht werden.“ Er sprach zahlreiche Punkte an, die geklärt werden müssen. Im Norden reicht das Areal ins Überschwemmungsgebiet hinein. Teilweise bedrohte Arten wie der Kiebitz und die Wachtel brüten auf dem Gebiet. „Wir werden uns intensiv mit dem Artenschutz auseinandersetzen“, sagte Dehm. Auch das Thema Lärm wird die Planer beschäftigen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass im Norden zur Siedlung St. Afra hin weniger zugelassen ist als im Süden. Die verkehrliche Erschließung ist auch noch nicht geklärt, wobei der Planer dafür plädiert, die gut ausgebaute Friedenausstraße zu nutzen. Zudem müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Zum Teil lässt sich das wohl angrenzend an die geplanten Gebäude verwirklichen. Dehm sagt aber, dass rund zwei Hektar noch fehlen. Bevor überhaupt gebaut werden kann, müssen zudem Archäologen den Untergrund untersuchen – die alte Römerstraße, die durch Mering führt, quert das Gebiet. Bürgermeister Kandler betonte während der Sitzung, dass der Bebauungsplan möglichst schnell auf den Weg gebracht werden sollte, um die Stellungnahmen der übergeordneten Behörden einzuholen.

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CSU-Sprecher Georg Resch sagte, dass seine Fraktion für das Gewerbegebiet ist, um in Zukunft mehr Steuereinnahmen zu gewinnen. „In der Ausgabenseite sind wir fleißig, aber in der Einnahmenseite haben wir Defizite.“ Auch den Standort hält er für geeignet. Wenn nicht dort, wo sonst noch?“ Auch Markus David, Fraktionssprecher der SPD, machte deutlich, dass im Bereich der Gewerbesteuer Einnahmen fehlen. Die Gemeinde wolle einiges stemmen: Unter anderem die Ortsgestaltung und die Kinderbetreuung. „Wir müssen Gewerbesteuer generieren, sonst werden wir das nicht alles bezahlen können.“

Deutlich gegen das Vorhaben sprach sich die Fraktion der Grünen aus. „Die Ausweisung des Gewerbegebiets an dieser Stelle ist der Anfang vom Ende von Mering als attraktivem Wohnort“, sagte Sprecherin Petra von Thienen. Das Projekt habe mit nachhaltiger Entwicklung nichts zu tun. Zudem stellte sie einen Zusammenhang mit der geplanten Osttangente her. Sie fürchtet, dass sich in der Region in Zukunft Gewerbegebiet an Gewerbegebiet reiht.

Kandler sagte, dass seines Wissens nach, die Osttangente bei den Überlegungen des Investors keine Rolle gespielt habe. „Industriegebiete in dieser Größe sind rar, darum ist er auf uns zugekommen.“

Am Ende beschloss der Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen mit 19:3 den Bebauungsplan aufzustellen. Zudem wurde eine Änderung des Flächennutzungsplanes verabschiedet, um das Projekt zu gewährleisten. Für die Verwirklichung des Gewerbegebiets sind im Haushalt fünf Millionen Euro eingeplant. Im Hinblick auf den Erwerb der Grundstücke durch die Gemeinde sagte Resch: „Ein großes Lob an die Grundstückseigentümer und dass das so schnell ging.“ Wie berichtet, steht nur noch mit drei Besitzern eine Einung aus, wobei es sich dabei laut Kandler großteils um Formalien handelt. Zu den Preisen, die die Gemeinde gezahlt hat, wollte sich der Bürgermeister nicht äußern. Er sagte nur, dass sich alles im marktüblichen Bereich bewegt. Der Bodenrichtwert für Gewerbe liegt in Mering zurzeit bei 120 Euro pro Quadratmeter.

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