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Mering

06.09.2020

Platz für die heimische Natur: Ehepaar legt in Mering besonderen Garten an

Manuela und Georg Guggumos legen auf dem Sägewerksgelände in Mering einen Naturgarten an.
Bild: Edigna Menhard

Plus Das Ehepaar Guggumos restauriert den ehemaligen Kuhstall auf dem alten Sägewerksgelände in Mering. Gleichzeitig gestalten sie ein ganz besonderes grünes Areal.

Wenn Manuela und Georg Guggumos von ihrem Naturgarten erzählen, strahlen die beiden über die braun gebrannten Gesichter. Das Meringer Ehepaar restauriert seit ein paar Monaten den ehemaligen Kuhstall auf dem Sägewerksgelände in Mering und funktioniert ihn zum Wohnhaus um. Dabei setzt das Paar auf natürliche Materialien und Muskelkraft - viel Arbeit, die die Natur jedoch mit einigen Überraschungen entlohnt.

Sie wollen das Alte bewahren und legen gleichzeitig noch einen weitläufigen Naturgarten an. „Sicherlich war das jetzt schon ein bisschen viel Arbeit, aber wir wollten nicht aus dem Fenster auf eine kahle Fläche schauen. Das hätte nicht zu uns und auch nicht zum Haus gepasst“, sagt Manuela Guggumos. Die zwei haben sich viel vorgenommen – denn das Terrain, das von der Paar wie eine kleine Halbinsel umschlossen wird, besteht aus 8000 Quadratmetern Grund.

Naturgarten in Mering: Ehepaar beweist Ideenreichtum

Mittlerweile wachsen in den Gemüsebeeten bereits Zucchini, Kohlrabi, Kürbisse, Tomaten und vieles mehr. Ein kleines Feld mit Wildblumen wiegt sich im Wind, üppige Blumenbeete strecken sich der Sonne entgegen. „Ich habe den Garten so angelegt, wie es mir das Land vorgegeben hat“, erzählt Manuela Guggumos. So wurden die Hochbeete für das Gemüse auf den Fundamenten des ehemaligen Hühnerstalls gebaut. Ein anderes Beet wurde dort platziert, wo früher die Viehwaage vom Kuhstall stand. „Wir haben die Fundamente benutzt, um dem Garten die Form zu geben. Sicher hätten wir das auch mit Humus aufschütten können, aber wir wollten so wenig Arbeit wie möglich“, fügen die beiden augenzwinkernd hinzu.

Ideenreichtum zeigte das Ehepaar auch bei den Materialien, die sie verwenden: „Bretter, die beim Umbau übrig geblieben oder die in der Sägehalle als Altbestand gelagert waren und die man normalerweise wegschmeißen hätte müssen, haben wir allesamt verarbeitet, beispielsweise für die Hochbeete“, berichtet Georg Guggumos. Als vor wenigen Wochen ein Naturteich ausgebuddelt wurde, stieß man auf Fundamente eines älteren Kuhstalls, darunter das Bruchstück eines alten Mühlsteins sowie der alten Mauer. Die wurden zu Sitzhockern umfunktioniert. Ein runder Stein mit einer Eisenumrahmung, der ebenfalls zum Vorschein kam, dient jetzt als Tisch und mit den Kuhstallfliesen wurde der Gehweg befestigt.

Nur einheimische Pflanzen in dem Naturgarten in Mering

Wichtig ist dem Ehepaar zudem, dass in seinem werdenden Naturgarten nur einheimische Pflanzen zu finden sind. Beim Gärtner habe Manuela Guggumos vor allem die mehrjährigen Stauden geordert, viel konnte sie auch von ihrem ehemaligen Schrebergarten mitnehmen. „Ich habe Gräser gekauft, aber schon bald gemerkt, dass die Gräser, die von selber aufgehen, viel mächtiger und schöner werden. Deswegen lasse ich die Pflanzen lieber kommen und schaue, was die Natur so zaubert“, sagt sie und ergänzt: „Immer wenn ich mähe, lasse ich ein Stückchen stehen – und da kommen dann Sommerflieder, Königskerzen, Nachtkerzen, Weiden, Pappeln oder andere Pflanzen raus. Die setzen sich von selbst an. Die Natur ist nun mal der beste Architekt.“

Ihr Mann sieht das genauso: „Auf dem Terrain war der befestigte Holzplatz eines Sägewerks, weshalb der Boden immer wieder mit Bauschutt aufgefüllt wurde. Vergangenes Jahr ist aus dem harten Kiesboden ein Sommerflieder herausgekommen. Wenn wir den gepflanzt hätten, wäre der nie angewachsen, abgesehen davon, dass wir gar kein Pflanzloch reinbekommen hätten.“

Löcher zu buddeln ist nämlich eine ziemliche Tortur und funktioniert nur mit Spitzhacke und Erdbohrer, teilweise muss der Bauherr sogar seinen Sechszehn-Kilo-Abbruchhammer einsetzen, wenn etwa im Boden Ziegelsteine zertrümmert und herausgeholt werden müssen. Viele Blasen an den Händen der beiden sind Zeuge der Arbeit. Doch die Plagerei lohnt sich. Wenn die beiden nicht am Bau werkeln, verbringen sie zwei, drei Stunden im Garten. „Aber weniger, um ihn zu pflegen, sondern um ihn zu beobachten“, sagt die Bauherrin. Sie interagiere mit den Pflanzen, jede bekomme von ihr Achtung und Liebe.

Das Ehepaar Guggumos legt in Mering einen Naturgarten an
Video: Edigna Menhard

Mit viel Stolz beobachten die beiden vor allem die Wildblumenwiese. Viele unterschiedliche Wildbienen und Insekten haben sie darin bereits entdeckt. „Umso größer die Artenvielfalt der Pflanzen ist, desto mehr Tierarten kommen. Denn viele Insekten sind genau auf eine Pflanze spezialisiert“, erläutert die Gartenfreundin. Dazwischen haben Honigbienen ein Zuhause gefunden, denn Georg Guggumos ist gerade dabei, das Imkern zu lernen. Und damit auch den anderen Insekten in der Wiese nichts passiert, hat er einen Balkenmäher gekauft. Der schneidet Gras, Blumen und Kräuter tier- und insektenfreundlich ganz unten ab und zerhäckselt das Grün nicht, wie das beim Rasenmäher der Fall ist.

„In dem restaurierten ehemaligen Kuhstall des Sägewerks sind nicht nur wir eingezogen, sondern im Naturgarten eben auch Grashüpfer, Bienen, Insekten, Vögel, Igel und Frösche“, freut sich Manuela Guggumos. Das Ehepaar hat sich nun mit seinem Projekt auch um ein Zertifikat beworben, mit dem naturnahe Gärten ausgezeichnet werden.

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