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Sicherheit

17.11.2017

Poller gegen die Terrorgefahr

Veranstaltung mit vielen Besuchern und christlicher Symbolik gelten als besonders gefährdet durch islamistische Anschläge. Die Stadt Friedberg hat darum verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für den Adventsmarkt beschlossen.

Die Ludwigstraße ist vom 30. November an während der Öffnungszeiten des Marktes gesperrt. Bereits nächste Woche gibt es wegen der nötigen Bauarbeiten kein Durchkommen mehr.

Größtmögliche Sicherheit für die Besucher von Christkindl- und Adventmarkt: Dafür hat sich der Friedberger Stadtrat nach einer kontroversen Diskussion entschieden. Die Ludwigstraße wird darum zwischen Bahnhof- und Haagstraße während der Öffnungszeiten der Märkte mit massiven Pollern abgeriegelt. Um die Fundamente zu betonieren, ist die Ludwigstraße voraussichtlich bereits vom kommenden Mittwoch an für eine Woche komplett gesperrt.

Wie berichtet, betrachtet Friedbergs Polizeichefin Milena Thaller das bisherige Sicherheitskonzept der Stadt als unzureichend. Angesichts der abstrakten, aber erhöhten Gefahrenlage würde sie am liebsten eine Sperrung der Ludwigstraße im Bereich des Marktes sehen, um Anschläge wie am Berliner Breitscheidplatz zu verhindern. Dort war ein Attentäter vor einem Jahr mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt gerast und hatte dabei elf Menschen getötet und über 50 verletzt. Als Alternative einigten sich Stadt und Polizei unter anderem darauf, im Abstand von einem Meter tonnenschwere Betonblöcke zwischen Gehweg und Fahrbahn der Ludwigstraße aufzustellen – eine Idee, die bei den Bürgern für Friedberg als Veranstalter des Adventsmarktes auf wenig Gegenliebe stieß.

Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Polizei, der Stadt und der Organisatoren wurden darum verschiedene Varianten erarbeitet, die nun dem Stadtrat zur Entscheidung vorlagen. Zur Diskussion stand, die Ludwigstraße zusätzlich mit Betonblöcken abzuriegeln, die der Bauhof jeweils eigens zu den Marktzeiten aufstellen müsste. Alternativ dazu könnte der Bereich vor St. Jakob mit Fahrzeugen des Bauhofs oder eben mit Pollern geschützt werden.

„Die Begeisterung hat sich bei uns in Grenzen gehalten, man muss aber angesichts der Gefahrenlage Maßnahmen ergreifen“, sagte Kommunalreferent Wolfgang Basch. Wie diese Maßnahmen aussehen sollen, darüber gingen im Stadtrat die Meinungen auseinander. „Wir plädieren seit Jahren dafür, die Ludwigstraße während des Marktes zu sperren“, erinnerte Marion Brülls (Grüne). Es gebe nicht nur eine abstrakte Gefährdung durch Terrorakte, sondern auch eine reale Gefahr durch den Verkehr. „Wir wollen größtmögliche Sicherheit“, sagte Thomas Kleist (CSU). Er beuge sich dem, was die Polizei entsprechend einstufe, nämlich der Vollsperrung.

Johannes Hatzold (Freie Wähler) hielt dem entgegen, dass es keine 100-prozentige Sicherheit gebe. „Was sagen denn unsere Geschäftsleute und die Kunden zu einer Vollsperrung?“, mahnte er. Der Verkehr werde sich ein Ventil suchen, warnte Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) vor einer Belastung der Nebenstraßen: „Wir tun unserer Stadt, unserer Wohnbevölkerung und unseren Geschäftsleuten nichts Gutes.“ Für Roland Fuchs (SPD) handelt es sich um eine „Irrsinnsdiskussion“. Er stellte die Frage, welche Lösung wohl die geringsten Auswirkungen auf die Atmosphäre des Marktes haben werde.

Ob die Ludwigstraße wochentags, wie von der Polizei gewünscht, bereits ab 16 Uhr gesperrt wird, ist derzeit noch offen. Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Zeitpunkt im Interesse des Einzelhandels möglichst nah am Ladenschluss um 18 Uhr liegen solle. Dazu sind noch Abstimmungen zwischen der Stadtverwaltung und der Polizei nötig.

Die Fundamente an der Pfarrstraße sowie nördlich und südlich des Jakobsplatzes wurden in den vergangenen Tagen bereits gesetzt. Die Stadt rechnet allein für den Bauhof mit Kosten von rund 28000 Euro.

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