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Starkbieranstich in Friedberg

01.03.2015

Promis werden kräftig die Leviten gelesen

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Anton Oberfrank als Fastenprediger begeisterte die Gäste
Bild: Otmar Selder

 Vor allem die Politiker brauchen gute Nerven. Stadtkapelle sorgt für die passende Begleitmusik

Von Otmar Selder

Friedberg Dass Anton Oberfrank mit seinem spitzen Zeichenstift Land und Leute trefflich humorvoll - hintergründig karikieren kann, ist seit längerer Zeit ein Markenzeichen geworden. Dass er aber auch das verbale Derblecken a la Nockherberg exzellent beherrscht, stellte er beim Starkbierfest der Stadtkapelle nicht zum ersten Mal unter Beweis. Im voll besetzten Saal von Losin-gers Hofschänke in Wulfertshausen gab es Beifallsstürme für den im richtigen Leben als Direktor der Realschule tätigen Fastenprediger.

Es war urgemütlich-eng im ehemaligen Stadl als Bürgermeister Roland Eichmann den Anstich des ersten Fasses mit gefühlt unzähligen Schlägen zelebrierte und die Musikanten unter der Leitung von Andreas Thon gleich zur Hochform aufliefen. Oliver Limmer, der Vorsitzende der Stadtkapelle Friedberg, hatte als Ansporn offenbar Fleißbilletts versprochen, denn seine Musikanten legten bis Mitternacht pausenlos Stück um Stück auf.

Natürlich gehörten deftige Brotzeiten zum Starkbier, und auch die fast in Komplett-Stärke angerückten Promis brauchten einen gesättigten Magen, um die schwere Kost zu verdauen, die ihnen der Fastenprediger servierte. Die Ouvertüre des Abends war indes eher beruhigend, denn der Trachtenverein Friedberg präsentierte mit seinem vielbejubelten Nachwuchs unter der Leitung von Gerti Lindermayr Tänze und Schuhplattler, die bodenständige Kultur und heile Welt vermittelten. „Von A bis Z hab ich gesagt, wird hier gelobt und angeklagt“, versprach Anton Oberfrank im weißen Mantel („zweifelsfreie Autorität“) und er ließ keine Facette im Event-Jubeljahr mit seinen Auswüchsen aus. Auch die Tagespolitik brachte er in brillanter Reimform rüber und er persiflierte ihre Protagonisten. Wie die Bürgermeister: „Er macht was her, der schicke Eichmann, die Schuhe kauft er nicht bei Deichmann, die kosten mehr als ein paar Zehner und stammen wohl vom Italiener.“ Oder: „Der Scharold ist jetzt Bürgermeister, der Zweite nur, doch darauf sch..ßt er. Denn selbst der Papst kann hier auf Erden nur Stellvertreter Gottes werden.“ „Die Dritte ist die Reißner Martha, wie Langzeitbatterien von Varta, hat sie unendlich Energie, man sieht sie radeln, rasten nie.“ Auch Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko durfte sich derblecken lassen („wie ein Professor am Katheder“) und Vergleiche mit Vorgänger Reinhard Pachner („BayWa-Look mit Seppelhut“) hinnehmen. Am Schluss hatte man sich lieb beim Refrain: „maßhalten, Leute, hoch die Maß, wir sind hier heut’ ja nicht zum Spaß!“

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