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Kriminalität im Kreis Aichach-Friedberg

28.08.2017

Radldiebe haben Hochsaison

Fahrradhändlerin Christine Pfundmeir empfiehlt stabile Stahlkettenschlösser, um den Drahtesel zu sichern.

Die Sommermonate sind Hochsaison für Fahrraddiebe in und um Friedberg.. Bahnhöfe, Freibäder und Seen sind ein beliebter Tatort. Wie man es Dieben schwer macht.

 Nur auf einen Katzensprung war Helmut Heißler bei seinem Sohn zu Besuch. Als er 20 Minuten später wieder aus der Wohnung in den Innenhof kam, fuhr dem Radler der Schreck in die Glieder. Zurück am Abstellort merkte er: Das Fahrrad ist weg. Mehrmals fuhr er daraufhin den Bahnhof und den Baggersee ab, in der leisen Hoffnung, es dort wieder aufzufinden. Vergeblich. Heißler ist nicht allein. Besonders in den Sommermonaten schlagen Fahrraddiebe wieder zu, 58 Mal wurde dieses Jahr bei der Polizei Friedberg Anzeige erstattet. Doch die ist in vielen Fällen machtlos, denn die Aufklärungsquote ist gering.

Tatorte sind Bahnhöfe, Seen und Freibäder

Wer sein Fahrrad am Bahnhof parkt, läuft relativ große Gefahr, es nicht wiederzufinden. Denn dort stehe der Drahtesel den ganzen Tag unbeaufsichtigt, sagt Friedbergs Polizeichef Max Baumann. Ob der Eigentümer oder ein Dieb sich auf Radls setzt, sei für Außenstehende nicht erkennbar. Neben Bahnhöfen werden auch Wohnblöcke, Schulen und vereinzelt Freizeitgelände wie der Friedberger See zum Tatort. So aktuell diesen Freitagnachmittag. Das stahlen Unbekannte am Meringer Freibad gleich zwei Räder der Marke Ghost – beide waren abgesperrt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 1100 Euro. Die Polizei bittet um Hinweise, doch die Chancen, dass die Inhaber ihre Räder zurückbekommen, sind gering.

Unter den Tätern finden sich Gelegenheitsdiebe, die sich mit dem Fahrrad den Heimweg verkürzen und es anschließend in die nächste Hecke werfen. Die Polizei hat es aber auch immer wieder mit organisiertem Bandendiebstahl zu tun. So gut wie nie taucht ein gestohlenes Fahrrad wieder auf. Gerade einmal sechs Prozent der Taten konnte die Polizei in den vergangenen eineinhalb Jahr aufklären.

Fehler: Nicht richtig gesichert

Helmut Heißler hat sein Fahrrad nicht mehr wiedergesehen. Ein bisschen gibt er sich dafür selbst die Schuld: „Das Fahrrad war frei gestanden, hätte ich es an einem Geländer angekettet , hätte der Dieb es sicherlich nicht weggetragen“, sagt der Friedberger, „und mein Schloss, das war so ein Billig-Gelump, das bringt wirklich gar nichts.“

Bessere Aussichten auf ein Wiedersehen mit dem Drahtesel hat, wer es dem Dieb von vornherein schwer macht. Fahrradhändlerin Christine Pfundmeir rät ihren Kunden zu Bügelschlössern oder Stahlketten, denn diese bekomme der Dieb so schnell nicht auf. „Die Faustregel, zehn Prozent des Fahrradwerts in das Schloss zu investieren, gilt immer noch“, betont die Expertin. „Wer ein E-Bike oder ein teures Rad fährt, kann auch über eine spezielle Fahrradversicherung nachdenken.“

Manchmal zahlt die Versicherung

Was viele ebenfalls nicht wissen: Ein Anruf bei der Hausratversicherung kann sich lohnen. In manchen Fällen, besonders dann, wenn das Fahrrad aus der abgeschlossenen Garage oder dem Keller entwendet wurde, übernimmt diese die Kosten für den Schaden. Kommt es zum Diebstahl, hilft die Rahmennummer im Fall eines Fundes, den Besitzer wieder ausfindig zu machen. Diese befindet sich unter dem Tretlager. Nicht selten ruft die Friedberger Polizei beim Fahrradgeschäft Pfundmeir an. „Wurde das Fahrrad bei uns erworben, können wir die Nummer in unser System eingeben und den Käufer ausfindig machen“, berichtet Christine Pfundmeir. Beim Kauf sollte man deshalb unbedingt Belege aufbewahren.

90 Räder im Jahr landen im Fundbüro - und keiner holt sie ab

Eine Anlaufstelle für alle, die ihr Rad suchen, ist das Fundbüro der Stadt Friedberg. Laut Hans-Jürgen Trinkl, Leiter des Bürgerbüros, gehen jährlich 80 bis 90 Fahrräder ein, die oft an Spielplätzen oder in der Innenstadt gefunden werden. „Manchmal fischen unsere Bauhofmitarbeiter auch ein Fahrrad aus der Ach“, so Trinkl. Allerdings erkundige sich selten jemand nach einem vermissten Rad. Im Frühjahr und Herbst werden die nicht abgeholten Fundräder im Bauhof versteigert.

Auch das Ehepaar Heißler fährt momentan Gebrauchträder. „Das ist aber nur eine Übergangslösung“, sagt Brigitte Heißler. „Wir überlegen, auf E-Bikes umzusteigen.“ In das Schloss wird das Ehepaar Heißler dann mehr Geld investieren: „Da muss dann schon was kräftiges her“, so Brigitte Heißler „und abgesperrt wird auch zum Brezelkauf beim Bäcker.“ 

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