Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Realschule: Warum nicht ein Handwerk lernen?

Berufsorientierung

25.11.2017

Realschule: Warum nicht ein Handwerk lernen?

Konditormeister Eduard Walenta fertigte vor den Augen der Jugendlichen und ihren Eltern Marzipanrosen an.
Bild: Brigitte Glas

Beim Informationsabend der Handwerkskammer Schwaben wird die Duale Ausbildung vorgestellt

Was soll ich werden? Welcher Beruf ist der richtige für mich? So leicht sind diese Fragen nicht zu beantworten, gibt es doch tausende Möglichkeiten. Auch Lillie Hoyer und Danielle Fladischer, zwei Achtklässlerinnen der Realschule Mering, sind sich noch keineswegs sicher. Sollen sie in zwei Jahren auf der Fachoberschule (FOS) weiter lernen oder doch eine Ausbildung machen? Und wenn eine Lehre, in welchem Bereich?

Um eine gewisse Orientierung zu bieten, hatte die Handwerkskammer Schwaben mit der Leitung der Realschule Mering die Schüler aus den achten und neunten Klassen zusammen mit ihren Eltern zu einen Infoabend zum Thema „Karriere im Handwerk“ eingeladen.

Schulleiter Andreas Pimpl und Daniela Eder vom Landratsamt begrüßten die Jugendlichen so gut wie vollzählig. Zunächst stellten die Handwerksvertreter die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sowie die Berufschancen im Handwerk allgemein vor. Danach durften die Jugendlichen zwei Workshops nach Wahl besuchen. Vor Ort waren Fachleute der Elektriker, Kfz-Mechatroniker, Schreiner, Konditor, Augenoptiker sowie der Metallberufe. Kreishandwerksmeister Thomas Maier sagte, dass er einen solch großen Aufwand nicht scheue. „Ihr seid es uns wert!“

Eine duale Ausbildung mit Berufsschule und Betrieb lohne sich allemal. Danach könnten Absolventen auf der Berufsoberschule (BOS) das allgemeine Abitur machen. Was viele nicht bedenken: Die BOS ist bafögfähig, die FOS nicht. Katarina Lovric von der Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer zeigte die Alternativen zur FOS auf. Es gebe im Handwerk 130 Ausbildungsberufe. Da sei für jedes Talent etwas dabei. Sie erklärte die Karriereleiter in den Handwerksberufen und gab zu bedenken: „Der Meister ist dem Bachelor gleichgestellt!“

Als es in die Workshops ging, hat-ten sich Lillie und Danielle als Erstes für den Beruf des Konditors entschieden. Warum? Lillie will ein Handwerk lernen, das in die künstlerische Richtung geht und Danielle backt gerne und auch schon ganz gut und will „auf keinen Fall in ein Büro“. Konditormeister Eduard Walenta hatte einiges an Material mitgebracht und demonstrierte, während er die Tätigkeiten in seinem Beruf erklärte, wie man eine Torte mit Schokoladenschrift verziert oder wie man eine Marzipanrose formt und mit Farbe versieht.

Die Jugendlichen waren begeistert, allerdings reichte die Zeit nicht aus, es selbst auszuprobieren. Im Raum nebenan wartete Konrad Sedlmeyr, der Obermeister der Schreinerinnung auf Interessenten. Hier erfuhren Lillie und Danielle unter anderem, dass ein Schreiner nicht nur gut mit seinen Werkstoffen, sondern vor allem mit den Kunden gut umgehen können muss.

War es nun eine Entscheidungshilfe für die beiden Mädels? Danielle hat der Konditor sehr gut gefallen, Lillie tendiert mehr zum Schreiner. Beide werden sich jetzt noch näher informieren. Ihre Entscheidung hat noch etwa ein Jahr Zeit.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren