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Gemeinderat in Ried

29.04.2015

Rekordbeteiligung der Rieder Senioren

Derzeit gibt es 485 Senioren über 65 Jahre in Ried. Elisabeth Fischer und Johann Weiß  wollen als Seniorenbeauftragte ihren Beitrag leisten, damit der Ort auch für Einwohner fortgeschrittenen Alters lebenswert bleibt.
Bild: Heike John

Über 36 Prozent der Befragten füllten den Bogen aus. Was die älteren Bürger über Mehrgenerationenwohnen, Bürgerbus und Einsamkeit sagen.

Überraschend viele Rieder Senioren interessieren sich für ein Mehrgenerationenwohnen. Das ist ein Ergebnis der Umfrage „Älter werden in der Gemeinde Ried“. 178 Rückmeldungen erhielten die beiden Seniorenbeauftragten Elisabeth Fischer und Johann Weiß auf ihren Ende des Jahres verteilten vierseitigen Fragebogen. Bei einer Zahl von 485 Bewohnern ab 65 Jahren ist dies ein Rücklauf von über 36 Prozent, so freuten sich die beiden Gemeinderäte.

„Anlässlich eines Seminars in Blumenthal, bei dem sich alle Seniorenbeauftragten im Landkreis trafen, hörten wir von einer Mitmachquote von maximal 10 bis 15 Prozent. Mit der Beteiligung an unserer Umfrage können wir also mehr als zufrieden sein“, freut sich Johann Weiß. Inzwischen haben die beiden Seniorenbeauftragten alle eingegangenen Fragebögen ausgewertet und stellten ihren Gemeinderatskollegen die ersten Ergebnisse vor. Eine Analyse und die Entwicklung der daraus folgenden weiteren Schritte wollen die Seniorenbeauftragten in den kommenden Monaten in Angriff nehmen.

In einer sehr ansprechenden Form präsentierten sie das Ergebnis der Datenauswertung, die von Paul Graf, Fraktionskollege von Johann Weiß, aufbereitet wurde. Ried hat derzeit 3017 Einwohner. 22 Prozent der knapp 500 Senioren sind alleinstehend, 65 Prozent leben in einem Zwei-Personen-Haushalt. 43 Prozent der Befragten empfinden ihre Wohnung als seniorengerecht, 56 Prozent jedoch nicht. Hier sei auf jeden Fall Handlungsbedarf zur Schaffung von altersgerechtem Wohnraum, folgerte Johann Weiß.

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Er übernahm den ersten Teil der Präsentation und zeigte auf, dass überraschend viele Rieder ihr Interesse an einer betreuten Wohnform oder einem Mehrgenerationenwohnen äußerten. Auch die Frage der Mobilität stellt sich, wenn man berücksichtigt, dass ein Großteil der Befragten derzeit im Alter zwischen 65 und 70 Jahre alt ist und über kurz oder lang nicht mehr mit dem eigenen PKW wird fahren können.

Als sehr informativ wertete Elisabeth Fischer auch die Erhebung, dass 75 der befragten Senioren regelmäßig und 62 gelegentlich Unterstützung brauchen. Meist sind es Ehepartner oder Kinder die helfen, aber der Wert sei durchaus ein Signal, dass der Aufbau eines ehrenamtlichen Helferkreises im Ort langfristig von Nutzen sein könnte. Gefragt ist handwerkliche Hilfe, aber auch die oft diskutierte Einrichtung eines Bürgerbusses.

Laut Umfrage fühlen sich außerdem 25 bis 30 Senioren einsam und hätten gerne Kontakte. 49 ältere Mitbürger wünschen einen Besuchsdienst zum Vorlesen oder einfach Reden. Gerade durch gesundheitliche Einschränkungen seien viel an einer Eigeninitiative zur Kontaktaufnahme gehindert, mutmaßte Elisabeth Fischer. Auch der Umgang mit den neuen Medien ist eine Herausforderung für die Senioren, die möglicherweise von Jugendlichen dabei unterstützt werden könnten.

Als weitere Handlungsschritte haben die beiden Rieder Seniorenbeauftragten bereits einige Termine festgelegt. Am Donnerstag, 7. Mai, findet ein Treffen mit den verschiedenen Verbänden im Landkreis und Umfeld wie Volkshochschule, Polizei, Rotes Kreuz oder Pflegedienst statt. Am Freitag, 15. Mai, ist ein Treffen mit den Vereinen vor Ort geplant. Dabei werden nicht nur bereits bestehende, auch für Senioren interessante Angebote abgecheckt, sondern zudem die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. „Wir wollen vor allem die vorhandenen Möglichkeiten nutzen“, erklärten die Seniorenbeauftragten.

Am Dienstag, 16. Juni, findet das zweite Treffen der Seniorenbeauftragten im Landkreis statt. Weil die Rieder bereits vorbildlich aktiv geworden sind, wurden sie vom Landratsamt als Gastgeber ausgewählt. Ende Juni ist eine zentrale Veranstaltung geplant, um die in der Umfrage signalisierte Bereitschaft vieler Senioren zum ehrenamtlichen Engagement näher zu erheben und zu kanalisieren. Die Notwendigkeit, in der Seniorenarbeit aktiv zu werden, ergibt sich aus der demografischen Entwicklung. Waren 2008 13,3 Prozent der Rieder im Seniorenalter, so sind es inzwischen 16,8 Prozent.

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