Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Römerfunde kommen nach München

15.07.2010

Römerfunde kommen nach München

Langweid Die Römerfunde aus Langweid werden in der Archäologischen Staatssammlung in München eine neue Heimat finden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung. Der Rat folgte damit der Empfehlung des Archäologen Stefan Mühlemeier, der auch die Grabungen leitet, sowie von Dr. Hanns Dietrich vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Seit Wochen kommen immer mehr Fundstücke im Grabungsbereich an der Augsburger Straße zum Vorschein; gut 70 Kartons füllen die Fundstücke schon, bis zu 100 werden es wohl noch, berichtete Bürgermeister Jürgen Gilg im Gemeinderat. Vorwiegend römische Keramik und einige Münzen, aber auch alemannische Reihengräber wurden entdeckt. Die Grabungen waren angeordnet worden, als in dem Bereich ein neues Baugebiet ausgewiesen wurde, denn im Umfeld war man schon früher auf Funde gestoßen.

"Wir möchten natürlich, dass der Langweider Fund bestmöglich aufgearbeitet wird," betonte Gilg. Daher die Entscheidung für die Staatssammlung, die in eigenen Werkstätten sachkundig restauriert, wissenschaftlich fundiert archiviert und auch ausstellt.

Seit Beginn der Ausgrabungen entwickelte sich die Bedeutung des Fundes laufend. "Inzwischen sprechen Fachleute von einem der größten Römerfunde in Bayern, mit dem entsprechenden Interesse aus der Fachwelt," so der stolze Bürgermeister. Bei der öffentlichen Präsentation und Erläuterung im Rahmen des Festes zur Eröffnung der Ortsdurchfahrt informierten sich mehrere Hundert Interessierte über die Bedeutung und den Fortschritt der Arbeiten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mit der Schenkung der Funde an die Archäologische Staatssammlung in München verliert Langweid nicht ein Stück Geschichte, sondern kann sich dieses jederzeit in Form einer Dauer- oder Sonderausstellung zurückholen. Auch Ausstellungen in Augsburger Museen oder dem Landratsamt werden möglich sein. "Durch die Schenkung stellen wir sicher, dass der Gesamtfund seiner Bedeutung entsprechend durch Fachleute aufgearbeitet wird," betonte Bürgermeister Gilg.

Die Errichtung eines eigenen Museums würde die Möglichkeiten der Gemeinde bei Weitem überschreiten und als Eigentümer der Funde würde Langweid die nicht unbeträchtlichen Kosten für eine museale Aufbereitung mittragen müssen. Gerne hätte auch die Kreisheimatpflege des Landkreises den Langweider Römerfund aufgenommen. Da die Restaurierungs- und Ausstellungsmöglichkeiten in München aber weitaus umfangreicher sind, entschied der Rat sich für die Gabe an die Staatssammlung in der Landeshauptstadt.

Augsburger Museum winkt ab

Eine andere Möglichkeit wäre die Übergabe der Funde an das räumlich näher liegende Römische Museum in Augsburg gewesen, das allerdings schon aus allen Nähten platzt und deshalb mit Bedauern abwinken musste.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren