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Anklage

13.05.2015

Rote Karte für den Flaschenwerfer

Ärger über den Jubel beim legendären WM-Spiel zwischen Deutschland und Brasilien bringt einen Mann vor Gericht

Die Begegnung zwischen Deutschland und Brasilien bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft bleibt vielen Menschen in Erinnerung. Mit einem 1:7 siegte die deutsche Mannschaft. Bei einer Familie im Landkreis-Süden gesellen sich allerdings eher negative Erinnerungen dazu: Weil sich ihr Nachbar durch die Jubelrufe beim Fußballspiel gestört fühlte, warf dieser eine Flasche und mehrere zerbrechliche Gartenutensilien auf den Balkon der Familie. Dies sieht das Aichacher Amtsgericht jetzt als erwiesen an.

Etwa um 22.30 Uhr hat sich eine Familie aus dem südlichen Landkreis das Spiel zusammen mit Kindern und Freunden angesehen. Ein Nachbar, der seine Wohnung unter der Familie hat, fühlte sich allerdings in seiner Ruhe gestört. Nach mehrfachen Ermahnungen zur Ruhe eskalierte die Situation. Nach einem heftigen Wortgefecht mit schweren Beleidigungen verlor der in seiner Ruhe gestörte Nachbar die Beherrschung. Von seinem Balkon im ersten Stockwerk warf er mehrere Gegenstände nach oben auf den Balkon der Nachbarn im zweiten Obergeschoss. Geflogen sind dabei eine Flasche, ein Blumentopf und eine große Bewässerungskugel für Balkonpflanzen.

Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die fußballbegeisterte Familie rief die Polizei, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Zusammen mit Kollegen erschien der Friedberger Polizeichef Max Baumann, der vor dem Aichacher Amtsgericht auch als Zeuge aussagte. „Es gehört mit Sicherheit ein gewisses akrobatisches Geschick dazu, den oberen Balkon zu treffen“, musste Baumann einräumen.

Das Gericht befand, dass sich der Flaschenwerfer der versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht habe. „Sie konnten nicht wissen, ob auf dem Balkon über ihnen gerade jemand war. Sie haben eine mögliche Verletzung einfach in Kauf genommen“, sagte Richter Axel Hellriegel. Auf den Mann kommt nun eine siebenmonatige Haftstrafe zu, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird. Grund hierfür sei laut dem Richter, dass der Angeklagte bereits schwere Vorstrafen habe und er die Tat außerdem bis zuletzt abstritt. (cgal)

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