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Überraschender Eklat

29.03.2009

Rotes Kreuz spricht bisherigem Chef das Misstrauen aus

Auf einen Schlag steht das Rote Kreuz (BRK) im Landkreis Aichach-Friedberg ohne Vorsitzenden da. Es kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel bei der Mitgliederversammlung des BRK. Von Brigitte Glas

Aichach-Friedberg. Auf einen Schlag steht das Rote Kreuz ( BRK) im Landkreis Aichach-Friedberg ohne Vorsitzenden da. Es kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel bei der Mitgliederversammlung des BRK. Zwar trat der bisherige Vorsitzende Roland Fuchs aus Friedberg wieder an. Und er wurde auch wie erwartet gewählt, aber mit 52 Ja- und 50 Nein-Stimmen nur mit denkbar knapper Mehrheit. Nach diesem "Misstrauensbeweis" nahm Fuchs die Wahl nicht an. Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben. Die Versammlung schlug Landtagsabgeordnete Brigitte Meyer ( FDP) und Kreisrat Stefan Stocker ( CSU) als Nachfolger des SPD-Politikers Fuchs vor. Doch beide ließen sich nicht aufstellen. Jetzt muss die Wahl neu ausgeschrieben werden.

Die Mitgliederversammlung musste turnusgemäß nach vier Jahren den Kreisvorstand neu wählen. Für jeden Posten gab es einen Kandidaten. Kein Problem also? Weit gefehlt. Dabei hatte Bezirksvorsitzender Hermann Haisch Fuchs noch dafür gelobt, dass dieser sich wieder zur Wahl gestellt hatte. Er gewährleiste damit Kontinuität, zumal der Kreis-Geschäftsführer Horst Schmid bald in den Ruhestand treten wird. Die Wahl schien klar.

Umso größer war das Erstaunen nach der Auszählung. 52 Mitglieder wollten Fuchs im Amt bestätigen, 50 dagegen wollten dies nicht. Nachdem Fuchs daraufhin die Wahl nicht annahm, ließ Wahlleiter Karl-Josef Spieker, ebenfalls geheim, abstimmen, ob die Wahl fortgesetzt oder gleich neu ausgeschrieben werden sollte. 76 der 103 Wahlberechtigten wollten weiter wählen. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit war erreicht. Spieker rief dazu auf, Kandidaten vorzuschlagen. Die Mitglieder nannten Brigitte Meyer und Stefan Stocker, die ursprünglich für die beiden Stellvertreterposten vorgesehen waren. Beide lehnten ab. Meyer sah sich nicht in der Lage, den Vorsitz neben ihrem Landtagsmandat zu übernehmen. Stocker nannte die Aufgabe "eine Nummer zu groß". Er wollte als Stellvertreter "in die Sache hineinwachsen". Weitere Kandidaten wurden nicht gefunden. Die Wahl wurde abgebrochen und wird jetzt neu ausgeschrieben. Nach der Satzung konnte auch der weitere Wahlvorgang nicht fortgesetzt werden.

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Vor der Wahl war alles harmonisch verlaufen. Zu den Berichten des Vorsitzenden, des Schatzmeisters und des Haushaltsausschusses gab es keine Kritik, nicht einmal Nachfragen. Roland Fuchs trug "mit gewissem Stolz" seinen Jahresbericht vor. "Not hat viele Gesichter. Bei uns hat Not aber auch viele Helfer", lobte er die 120 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rettungsdienst. Ziemlich genau 100 000 Einsatzstunden und 10 000 Einsätze hätten sie abgeleistet. Genauso lobte er die Mitglieder im Katastrophenschutz, in der Wasserwacht und in der sozialen Arbeit. Gerne hätte Fuchs einen Zeitplan für einen Neubau der Rotkreuz-Zentrale genannt, aber die Sanierung der alten werde immer wahrscheinlicher. Schatzmeister Wolfgang Schuß gab eine positive Bilanz ab. Der Kreisverband wirtschafte im Plus, Sorgenkind sei nur der soziale Bereich.

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