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Kirchenmusik

24.06.2013

Russische Messe erklingt in Merching

Während des Komponierens probiert Christoph Maria Seidel immer wieder am Klavier aus, „wie es so klingt“.
Bild: Heike Scherer

Christoph Maria Seidel führt am 28. Juli in St. Anna seine erste Komposition auf

Merching Trotz moderner Technik sind beim Komponieren immer noch Papier und Bleistift notwendig, um Korrekturen vorzunehmen. „Auf Papier liest es sich besser“, sagt Christoph Maria Seidel schmunzelnd. Der junge Moorenweiser hat seine erste Messe, die „Missa Russia“, vollendet. Zu hören sein wird das Werk erstmals in Merching in der Anna-Kirche.

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Bereits vor einem Jahr hatte der damals 22-jährige Student der Musikwissenschaft die Idee, eine eigene Messe zu schreiben. Nach einer zweimonatigen Kompositionsphase in seinem Studio in Dünzelbach in der Nähe von Moorenweis war die „Missa Russia“ im September 2012 fertig. „Ich habe nicht Tag und Nacht gearbeitet, sondern nur, wenn ich wirklich Lust hatte“, erzählt der junge Komponist. „Meine Messe ist in g-Moll geschrieben und fast immer vierstimmig besetzt. Ich habe mich immer wieder ans Klavier gesetzt und ausprobiert, wie das klingt, was ich geschrieben habe. Natürlich ist auch der Computer mit einem speziellen Softwareprogramm eine große Hilfe.“

Schnell waren Mitstudenten und Mitglieder von Chören im Umkreis für einen Projektchor gefunden, die bereit waren, an der Uraufführung mitzuwirken. „Leider können wir nur etwa einmal im Monat einen gemeinsamen Termin finden, weil jeder Prüfungen hat oder anderweitige Verpflichtungen. Aber ich denke, dass wir bis Ende Juli doch noch genügend Zeit zum Üben haben“, gibt sich Seidel optimistisch.

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In der St.-Anna-Kirche wird eine Tonaufnahme gemacht

Am 28. Juli wird die etwa 15-minütige russische Messe erstmals während des Gottesdienstes in der Merchinger St.-Anna-Kirche unter der Leitung von Marina Osipova stattfinden. Die Dirigentin leitet mehrere Chöre wie zum Beispiel den Liederkranz Mering und arbeitet mit dem Komponisten des Öfteren zusammen. „Aufgrund der guten Akustik und meiner persönlichen Verbundenheit mit dem Merchinger Kirchenchor habe ich Merching als ersten Aufführungsort ausgewählt“, erzählt Christoph Seidel und verrät, dass auch eine Tonaufnahme gemacht wird. „Ob es später CDs zu kaufen geben wird, steht noch nicht fest. Doch ich bin schon jetzt gespannt, wie es schließlich klingen wird“, fügt er noch hinzu.

Mit zehn Jahren begann Christoph Seidel Geige zu spielen, ein Jahr später wählte er Klavier als zweites Instrument dazu, das er unter anderem in der Meringer Musikschule Paska bei der Leiterin Andrea Paska erlernte. Jetzt studiert er Musikwissenschaft und steht kurz vor seinem Bachelor-Abschluss. „Die anderen Instrumente wie E-Gitarre und E-Bass kann ich übrigens auch spielen. Das habe ich mir selbst beigebracht“, erwähnt der bescheidene junge Mann.

Für die Messe, die während des sonntäglichen Gottesdienstes zu hören sein wird, proben die Musiker seit Februar. Wer genau hinhört, wird in dem Werk Teile von russischen Volks- und Kunstliedern erkennen können. „Meine Messe ist mit vielen Emotionen komponiert worden und soll auch so gesungen werden“, verrät der junge Musiker, der es sich nicht nehmen lässt, selbst als Bass-Solist aufzutreten. „Dies ist besonders im „Credo“, dem Glaubensbekenntnis, zu spüren, das sowohl sehr kraftvolle als auch sehr zurückhaltende Passagen enthält“, sagt er und zeigt dabei eine Stelle, die mit „fff“ versehen ist, was in der Musik sehr, sehr laut bedeutet.

Uraufführung Der Gottesdienst findet am 28. Juli um 9.15 Uhr in der Merchinger St.-Anna-Kirche statt.

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