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Bildung

14.01.2019

Schafkopf als Wahlfach an Schulen?

Pädagogisch wertvoll: Der Philologenverband spricht sich für Schafkopf als Schulfach aus.
Bild: Heike John

Philologenverband verspricht sich Besinnung auf Tradition und Stärkung der Kompetenzen. Was Rektoren davon halten – und ob sie das Spiel beherrschen.

Der Bayerische Philologenverband hat vorgeschlagen, das Kartenspiel Schafkopf an Schulen einzugliedern. Der Hintergedanke: So sollen die Besinnung auf Heimat und Tradition, aber auch mathematische, soziale und strategische Kompetenzen gefördert werden.

Die Schulleiterin der Mittelschule Kissing, Christine Teuber, hat Schafkopfen in ihrer Familie gelernt und nicht in der Schule: „Damals war Schafkopf etwas für alte Leute, wir haben es nicht in der Schule gespielt. Bis heute kann ich es nicht gut genug und möchte mich niemandem beim Schafkopfen zumuten.“ Für Teuber sind Gesellschaftsspiele jeder Art eine Bereicherung für die Schüler,sie fördern die Sozialkompetenz, das Traditionsbewusstsein und seien gut für die Konzentration. Im Moment wird in Kissing kein Schafkopf an der Schule gespielt, vor allem die Jungs nehmen in der Pause lieber einen Ball mit auf den Schulhof.

Im Gymnasium in Mering integriert der Schulleiter Josef Maisch, der Mathe und Physik unterrichtet, bereits seit mehreren Jahren das Beispiel Schafkopf in seinen Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Das Spiel wird den Schülern aber nicht während des Unterrichts beigebracht.

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„Das Spiel als Unterrichtsfach anzubieten ist für mich eine absurde Idee. Dann müssten andere wichtige Kulturgüter wie ‚Mensch ärgere dich nicht‘ oder Schach ja auch an den Schulen unterrichtet werden“, meint Maisch. Er glaubt nicht, dass Schüler ihren Wahlunterricht wie Fußball oder Theater durch Schafkopf ersetzen möchten. Doch wenn die Nachfrage groß genug wäre, würde sich bestimmt ein Weg finden, meint er.

Andreas Pimpl, Direktor der Realschule Mering, steht dem Schafkopfen an der Schule grundsätzlich positiv gegenüber: „Es ist ein reales Strategiespiel, nicht virtuell. Es wird nicht alleine gespielt und es fördert die mathematischen Fähigkeiten sowie das logische Denken.“ Pimpl könnte sich vorstellen, Schafkopfen als Wahlfach anzubieten, wenn der Wunsch besteht. Er selbst hat das bayrische Kartenspiel im Musikverein gelernt und spielte es während seiner Schulzeit gerne in den Pausen. An der Konradin-Realschule in Friedberg gibt es schon ausgefallene Wahlfächer wie die Schulimkerei oder Zirkuskünste. Schulleiter Anton Oberfrank kann sich durchaus vorstellen, das Kartenspiel hinzuzufügen: „Schafkopfen als Ausdruck bayerischer Folklore und Brauchtumslehre anzubieten, wäre eine Möglichkeit. Das Kartenspiel ist ein guter Ausgleich zu dem einsamen und gedankenlosen Wischen über die moderne Geräte.“ Oberfrank hat Schafkopfen nie gelernt, als Jugendlicher hatte er kein Interesse dafür und nun fühlt er sich nicht mehr fit genug. Aber an einigen seiner heutigen Schüler ging es nicht vorbei, diese würden sich womöglich über ein Folklore-Wahlfach freuen.

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