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Kultur

12.05.2019

Schlossmuseum in Friedberg: Eine Stadt packt die Neugier

Am ersten Öffnungstag verteilten sich die Museumsbesucher im Wittelsbacher Schloss so, dass nicht zu längeren Wartezeiten kam. Sie zeigten großes Interesse an den Ausstellungsstücken, etwa in der Abteilung Stadtgeschichte. In dem in Paris gefertigten Stadtmodell sind Uhrmacherhäuser goldfarben gekennzeichnet. Wer Schubladen hervorzieht, bekommt Zusatzinformationen.
Bild: Tom Trilges

900 Menschen aus Friedberg und Umgebung kommen am ersten Tag ins Wittelsbacher Schloss. Das Konzept spricht vor allem Familien an.

Viele Friedberger hatten sich diesen Tag wohl vorher schon dick im Kalender angestrichen: Spätestens ab Sonntagmittag machten sich immer mehr Menschen auf den Weg zum neuen Museum im Wittelsbacher Schloss. Der fast schon befürchtete zu heftige Ansturm blieb aber aus, alles lief reibungslos. Ein Bereich der Ausstellung begeisterte die Besucher besonders.

Museum im Schloss: Familien besonders berücksichtigt

Das Wetter spielte für die Verantwortlichen des Schlossmuseums mit: Einstellige Temperaturen und anhaltender Nieselregen, so etwas wie die perfekten äußeren Umstände, um Leute dazu zu bewegen, sich eine Ausstellung anzuschauen – zumal der Eintritt in der Eröffnungswoche frei ist. Doch der Besuch lohnte sich aus Sicht der Gäste wirklich. „Uns hat das sehr gut gefallen. Es gab vor allem nicht nur etwas zu sehen, sondern auch Dinge zum Anfassen. Für die Kinder und uns Eltern waren die Filme sehr interessant“, sagte Stefan Blodig aus Wulfertshausen. Er war mit seiner Frau und den beiden Kleinen da.

Insgesamt war das Publikum sehr gemischt, auffallend viele Familien kamen. Dabei zahlte sich die starke Orientierung am Nachwuchs aus. Zum einen taucht der fiktive Uhrmacherlehrling Philipp an verschiedenen Stellen des Rundgangs immer wieder mit vereinfachten Erklärungen oder Mitmachstationen auf. Am Eröffnungstag gab es zusätzlich ein Kinderprogramm am Eingang des Museums. Dort konnten die Kleinen den Anstecker von Philipp auf eigene Art anmalen. Viele Kinder nahmen an der Aktion teil. Museumsleiterin Alice Arnold-Becker selbst war pausenlos im Einsatz, begrüßte unter anderem Leute und erklärte ihnen die Ausstellung.

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Verschiedene aktionen zur Museumseröffnung in Friedberg

Bereichernd empfanden die Gäste auch die Einweisungen durch Experten in den sieben Ausstellungsbereichen, schnell bildeten sich Trauben von Zuhörern. Die fachkundigen Mitarbeiter in barocken Gewändern beantworteten Fragen und erläuterten Exponate näher. Nachmittags gab es noch ein sehr gut besuchtes Marionettentheater zu sehen. Ab dem Mittag nahmen die Besucher das Angebot des neuen Cafés im Museum vermehrt wahr und unterhielten sich in gemütlichem Ambiente noch über das Gesehene.

Besonderes Interesse weckten die Friedberger Uhren. „Der Teil war für uns am spannendsten. Das Museum hat aber grundsätzlich ein gutes Konzept und ist schön aufgeteilt“, so Renate Aumiller aus Merching. „Wir sind extra auf dem Weg zu einem Fußballspiel hier früher losgefahren, um uns die Ausstellung anzuschauen.“ Tatsächlich hielten sich stets die meisten Leute in den Bereichen „Stadtgeschichte“ und „Uhrmacherhandwerk“ gleich am Anfang des Rundgangs auf. Die multimedialen Angebote wie Audioguides, Touchscreens und kleine Filme wurden häufig genutzt. Immer wieder erkundigten sich Besucher darüber hinaus nach Details zu den Exponaten.

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75 Bilder
Erster Tag im neuen Friedberger Schlossmuseum
Bild: Tom Tilgres

Kaum Wartezeiten für Besucher des Schlossmuseums in Friedberg

Befürchtungen, dass Besucher am Eingang lange warten müssten, trafen nicht ein. Zwar bewegte man sich nachmittags am Limit von 150 Personen gleichzeitig im oberen Geschoss der Ausstellung, maximal warteten allerdings laut Museumsleiterin Arnold-Becker um die zehn bis 15 Leute. Sie konnten aber in der Zwischenzeit bereits etwas in der Fürstengalerie zu sich nehmen.

Letztlich zählten die Verantwortlichen am ersten Tag des neuen Museums 900 Gäste. Arnold-Becker war hochzufrieden: „Ablauf und Organisation haben hervorragend funktioniert. Das Marionettentheater haben wir sogar drei Mal statt der geplanten zwei Aufführungen spielen lassen.“ In ein ausgelegtes Buch trugen sich eine Menge Besucher ein. „Und die Resonanz scheint mir auf den ersten Blick sehr positiv. Ich werde mir aber alle Einträge noch in Ruhe durchlesen“, so Arnold-Becker.

Am Montag ist das Museum turnusmäßig geschlossen, danach aber geht die Eröffnungswoche mit freiem Eintritt bis einschließlich Sonntag, 19. Mai, weiter. Das ist der Internationale Museumstag, an dem ebenfalls besondere Aktionen geboten sind.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Tom Trilges: Alle gewinnen – und eine Frau besonders

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