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Schmiechen
22.11.2021

Nach langer Baustelle ist Schmiechens Gewerbe wieder im Aufschwung

Mitglieder des Gewerbenetzes Schmiechen planen für 2022 eine Gewerbeschau. Von links: Christian Mutter, Dr. Alexander Zietschmann, Monika Thurner, Christoph Huster, Max Scherer, Marion und Josef Kölz. Es fehlt Markus Popfinger.
Foto: Markus Popfinger

Ein "Schmiechencoin" als Weihnachtsgeschenk, eine Gewerbeschau im kommenden Jahr: So bringt das Gewerbenetz Schmiechen wieder Bewegung in seine Geschäftswelt.

Die Baustelle liegt nun bereits ein Jahr zurück und kennzeichnet noch immer einen tiefen Einschnitt für Schmiechen. Die Kreisstraße durch den Ort wurde komplett erneuert, eine große Umleitung führte um die Gemeinde herum. Die Schmiechener Geschäftsleute hatten mit erheblichen Einnahmeeinbußen zu kämpfen. Josef Kölz organisiert das Gewerbenetz Schmiechen, er und seine Frau führen den Laden Bäckweck am Kirchplatz. "Das war eine traurige, magere Zeit", sagt er. Dann waren die Bauarbeiten beendet - und die Pandemie brach über die Geschäfte herein. Doch sie bot überraschende Chancen.

Mittlerweile hat sich das Gewerbe wieder von der Durststrecke erholt. Auch Markus Popfinger ist Mitglied im Gewerbenetz, er bietet in Schmiechen spezielle Luftkernmatratzen an. Die Baustelle sei auch der Startschuss zur Gründung der Gewerbegemeinschaft im Frühjahr 2020 gewesen, sagt er. Kölz fügt hinzu: "Die Umsätze waren so zurückgegangen, wir haben uns getroffen und diskutiert, wie wir auf uns aufmerksam machen können." Das Angebot traf einen Nerv, die Nachfrage war groß.

Ein Großteil der Schmiechener Betriebe schloss sich dem Gewerbenetz an

"Überraschend viele wollten mitmachen", sagt Kölz. Mittlerweile seien 32 Betriebe aktiv im Gewerbenetz dabei. Rund 50 gebe es insgesamt in der Gemeinde. "Manche halten sich noch zurück, weil sie so viel Arbeit haben." Doch man wolle alle ins Boot holen. Über die Vorteile sind sich Kölz und Popfinger einig. "Wir sind eine richtig starke Gemeinschaft."

Die Bauarbeiten an der Kreisstraße in Schmiechen belastete das Gewerbe stark.
Foto: Philipp Schröders (Archivfoto)

Man tausche sich aus, helfe sich. Über das Gewerbenetz seien schon Partnerschaften entstanden. "Elektriker und IT-ler tauschen zum Beispiel ihre Lehrlinge aus", führt Kölz auf. So könnten die jungen Auszubildenden unterschiedliche Bereiche kennen lernen und die Betriebe unterstützten sich gegenseitig. Darüber hinaus könne man gemeinsam auch bestimmte Projekte besser stemmen. Zum Beispiel sammelten die Schmiechener Betriebe ihre Einwegpaletten, die sie wieder zurückgehen ließen. Das sei nur in der Masse möglich, denn für den Rücktransport müsse ein ganzer Lkw gefüllt werden.

Die Schmiechener Gewerbeschau wurde wegen der Pandemie verschoben

In den Treffen kam auch die Idee einer Gewerbeschau auf, die im März 2020 realisiert werden sollte, nach Abschluss der Bauarbeiten. "Wir wollten die Menschen, die es gewohnt waren, Schmiechen zu umfahren, wieder in den Ort locken", sagt Popfinger. Geplant waren Stände der Betriebe in der Schmiechener Halle, ein Ausschankwagen, ein Baumkletterer im Außenbereich, der demonstriere, wie man Bäume in großer Höhe zuschneide. Corona durchkreuzte diese Pläne.

In Schmiechen schlossen sich bereits 2020 mehrere Geschäftsleute zusammen und planten eine Gewerbeschau: hinten, von links Christian Mutter, Marion Kölz, Monika Thurner, Katharina Velt und vorne Josef Kölz.
Foto: Philipp Schröders (Archivfoto)

Allerdings wirkte sich die Pandemie in anderer Weise positiv auf die Betriebe aus. "Der Lockdown hat uns in die Arme gespielt", sagt Kölz. "Die Leute haben sich wieder auf das Regionale besonnen und sind zu uns gekommen." Zwischenzeitlich hatte sich die Situation normalisiert, doch an den Aktionen des Gewerbenetzes wollen die Geschäftsleute festhalten. "Der Tenor bei uns ist: Wir wollen nach außen zeigen, dass wir zusammenhalten." Die Gewerbeschau werde nun im Frühjahr des kommenden Jahres mit dem gleichen Konzept geplant, falls es die Pandemielage zulasse.

Das Gewerbenetz Schmiechen plant im Frühjahr 2022 eine Gewerbeschau


Es gebe jedoch eine entscheidende Veränderung: Man kooperit mit dem Jobcenter und der Lehrstellenbörse. "Auf dem Land ist es schwierig, Lehrlinge zu finden", sagt Popfinger. "Viele denken, die gute Arbeit gibt es nur in der Stadt. " Dabei hätte man vielseitige, moderne Gewerbe in der Gemeinde. Das Gewerbenetz beabsichtige, auch mit umliegenden Dörfern zu kooperieren. Man wolle gerade Schülerinnen und Schülern mit der Gewerbeschau zeigen, welche Möglichkeiten es gebe, auf dem Land zu arbeiten.

Eine weitere Aktion soll die Gewerbetreibenden in Schmiechen unterstützen: der "Schmiechencoin". Ein Gutschein, den man bei allen teilnehmenden Betrieben einlösen könne, vom Massagesalon über Feinkost bis zum Bagger für den Garten. Kölz sagt: "Wir müssen laufend dranbleiben, zeigen, was unsere Betriebe produzieren und anbieten."

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