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Ried

03.05.2019

Schreibt Ried zu viele Bauplätze aus?

Der Traum vom Eigenheim: Im Rieder Gemeinderat ist über die Entwicklung des Ortes diskutiert worden.
Bild: Jens Schierenbeck, dpa (Symbol)

Im Gemeinderat entbrennt eine Diskussion über das Wachstum in der Gemeinde. Vielen Räten geht die Entwicklung des Ortes zu schnell.

Ingo Lanius von der Lebensqualität brachte bei der jüngsten Gemeinderatsitzung in Ried die Diskussion über das Wachstum der Gemeinde ins Rollen. Nachdem Geschäftsführer Andreas Sausenthaler den berichtigten Haushalt im Gemeinderat vorgestellt hatte, wollte der Gemeinderat aus Baindlkirch wissen, ob denn der Haushalt auf Steuereinnahmen aus Baugebieten fuße. Außerdem monierte Lanius, dass es 98 Bauplätze ohne Baupflicht gebe, wofür er früheren Gemeinderäten die Schuld gab.

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Johann Weiß von den Freien Wählern, der ja ein „früherer“ Gemeinderat ist, wollte dies nicht auf sich sitzen lassen. Er wollte explizit wissen, um welche Bauplätze es denn gehe.

Ried Bürgermeister versucht zu schlichten

Bürgermeister Erwin Gerstlacher versuchte hier schon schlichten: „Wir sind doch auf einem guten Weg, in Ried entstehen drei Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen und in Baindlkirch wird sogar im Wohnungsbau, also Einzelhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten, gebaut.“ Also werde fast ausschließlich verdichtet. Außerdem hätte diese Diskussion nichts mit dem Haushalt zu tun. Doch die Debatte ging weiter, denn Gerald Modlinger von der Bürgergemeinschaft insistierte: „Die Diskussion hat sehr wohl etwas mit dem Haushalt zu tun. Mir geht das alles viel zu schnell.“ Er werde im Gemeinderat nicht weiter unterstützen, dass in die Breite bebaut wird. „Wir haben im Innenraum genügend Kapazitäten“, sagte er und verwies auch auf das Rieder Leitbild, das besagt, dass bis zum Jahre 2030 die Bürgerschaft in der Gemeinde Ried auf 3800 Einwohner wachsen solle, wobei der Zuzug möglichst linear über die Jahre verteilt erfolgen sollte. Er wolle zukünftig noch mehr auf Nachhaltigkeit achten, so Modlinger.

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Robert Steinhart von der CSU mahnte, man solle doch die Kirche im Dorf lassen, er sehe die Sache überhaupt nicht so. Bürgermeister Gerstlacher wiederholte: „Wir schreiben doch gar nicht ein Baugebiet nach dem anderen aus.“

Claudia Mayer von der Lebensqualität fragte sich, was denn in zwei oder drei Jahren sei. Mit dem konnte auch Ingo Lanius konform gehen, er will den Haushalt als Anlass nehmen, über die nächsten Jahre nachzudenken.

In Ried sollte auf das Gleichgewicht geachtet werden

Das tat auch Kariene Eikelmann von der Bürgergemeinschaft. Sie war der Meinung, der Wachstum sei okay, aber es müsse auf das Gleichgewicht geachtet werden. „Sonst sitzen wir bald in einem ungesunden Laufrad“, malte sie düstere Zukunftsprognosen. Man solle auch darauf achten, dass ein Einwohnerwachstum auch immer eine gesellschaftliche Änderung mir sich bringe, so Eikelmann. „Wir müssen das im Auge behalten“, forderte sie.

Bürgermeister Gerstlacher warf ein, dass hier über ungelegte Eier diskutiert werde. „Wir haben momentan kein einziges Baugebiet ausgeschrieben“, sagte er. Lanius glättete dann die Wogen, indem er Andreas Sausenthaler erneut ein großes Kompliment für die Finanzplanung zollte. „Er schaut halt auch auf morgen“, sagte er. Damit hätten die Gemeinderäte Gelegenheit, rechtzeitig an gewissen Stellschrauben zu drehen.

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