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Aktion

21.05.2019

Schüler pflanzen einen Baum

Mittelschule Merching: Statt zu demonstrieren, packen die Schüler der 6a an - und pflanzen einen Baum fürs Klima.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Demos für den Klimaschutz bewegen viele Jugendliche. Die Merchinger 6a hat sich jedoch eine andere Aktion überlegt

Als am 15. März so viele Menschen rund um den Globus auf die Straße gingen, um für ein besseres Klima zu demonstrieren, setzte sich die Klasse 6a der Mittelschule Merching mit ihrer Lehrerin Birgitt Wagner zusammen und überlegte, was jeder einzelne vor Ort tun könnte, um das Klima nachhaltig zu verbessern.

Spontan beschloss die Klasse, die sich gerade intensiv mit der Photosynthese auseinandersetzt, einen Baum zu kaufen und ihn zu pflanzen: Denn ein Baum produziert täglich wertvollen Sauerstoff – je nach Größe für fünf bis zehn Menschen. Außerdem entzieht er der Atmosphäre Kohlendioxid: eine Fichte schafft beispielsweise in 100 Jahren fast zwei Tonnen.

Nicht nur die Lehrerin war sofort dabei – auch Birgit Metz vom Förderverein der Mittelschule war begeistert, und versprach, die Aktion zu unterstützen. Weil es schon recht spät im Jahr ist, um einen Baum zu pflanzen und er etwas Besonderes sein sollte, schlug Birgitt Wagner den Amberbaum vor: Er ist in Mittelamerika beheimatet und wird wegen seiner schönen Blätter, die im Herbst wie ein Farbfeuerwerk leuchten, auch Seesternbaum genannt. Das Holz hat einen wohlriechenden Duft, erinnert farblich an das der Walnuss und muss kaum Schädlinge fürchten. Die Indianer schätzten ihn auch aus einem anderen Grund: Sie kauten auf dem austretenden Harz wie auf Kaugummi.

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Einen Tag vor der Pflanzaktion hatten die Kinder schon einiges vorbereitet: Ein Gießdienst für die kommenden Monate war eingeteilt und einige Freiwillige gruben in ihrer Freizeit mit Hausmeister Hans Stadtherr nicht nur ein großes Pflanzloch, sondern sorgten auch für genug lockere Erde. Lehrerin Birgitt Wagner beobachtete immer wieder, dass sich die Kinder intensiv mit dem Thema beschäftigten und auch über die Aktion nachdachten. So bemerkte ein Mitschüler aus der 6b kritisch: „Ein Baum ist ja gar nichts!“ – „Aber jeder Baum zählt!“, konterte ein Baumpflanzer.

Richtig feierlich wurde es am Pflanztag: Die Klasse 1c sang mit ihrer Lehrerin Claudia Riedmüller „Drunt in dea Greana Au“, Birgit Metz überraschte die Kinder damit, dass sie ihnen den Baum vom Förderverein nicht nur bezuschussen sondern sogar schenken wird – und Bürgermeister Martin Walch, der die Aktion auch finanziell unterstützen wollte, beglückwünschte die Schüler zu der tollen Idee und steckte seine Spende schließlich in die Klassenkasse.

„Ich selber sehe den Baum ja gar nicht mehr, wenn er richtig ausgewachsen ist – das ist richtig was für die Zukunft“, meinte ein Schüler nachdenklich. Trotz strömendem Regen arbeiteten die Kinder mit Begeisterung daran, dass der Baum einen perfekten Stand bekam. Wenn alles gut geht, wird er in vier Jahren 3 Meter groß sein. „Das ist das erste Mal, dass ich was Gutes für die Welt tue“, meinte ein Schüler zufrieden.

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