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Asylbewerber in Friedberg

20.08.2015

Schwimmkurs bringt Spaß und Sicherheit

Mit den Schaumstoffschlangen traut sich Abdulay inzwischen eine Menge zu.
Bild: Foto: Michael Schanzl

Der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser: Wie der Rotary Club die Flüchtlinge unterstützt.

Dasing Eine Gruppe aus geübten Schmetterlingsschwimmern und blutigen Anfängern findet sich jeden Mittwoch im Dasinger Freibad zusammen, um ihre Schwimmkenntnisse zu vertiefen. Das Besondere an den etwa 20 Badenden ist, dass sie Asylbewerber sind. Der Friedberger Rotary Club finanziert mit 800 Euro einen Schwimmkurs für die Flüchtlinge.

Rotary-Präsident und Initiator Rainer Lipczinsky nutzt die Stunden ebenfalls, um sich im Freibad zu erfrischen und die Fortschritte der Kursteilnehmer zu beobachten. „In erster Linie geht es uns darum, dass die Asylbewerber mal ein bisschen raus kommen und Spaß haben“, erklärt er. „Da sie ja nicht wissen, ob sie in Deutschland bleiben dürfen, tut ihnen ein bisschen Ablenkung gut.“ Zwei Stunden dauert der Schwimmkurs. Im tiefen Becken dürfen die geübten Teilnehmer mit Jürgen Pfennig, der Flüchtlingsbeauftragter beim TSV Friedberg ist, Bahnen schwimmen, einen Hecht vom Startblock versuchen oder ihre Schmetterlings-Technik verbessern. „Mit dem Kurs ermöglichen wir den jungen Menschen einen angenehmeren Aufenthalt und fördern dabei auch noch den Zusammenhalt der Gruppe“, sagt er. Viele Teilnehmer ließen sich durch das Können der anderen dazu motivieren, auch selbst schwimmen zu lernen. „Sie stacheln sich gegenseitig an“, erzählt Pfennig lachend.

Zu den motivierten Nichtschwimmern zählt Abdulay. „Das Wasser ist zwar kalt, aber das Schwimmen macht Spaß“, meint der Senegalese. Unter Anleitung von Susanne Sparr lernt er die ersten Bewegungsabläufe im Wasser. „Ich bringe den Anfängern das Brustschwimmen bei“, sagt die Lehrerin, die die Schwimmabteilung des TSV Friedberg leitet. „Die Flüchtlinge haben ihre Unterkünfte in der Nähe des Baggersees. Wenn sie leichtfertig hineinspringen und die Tiefe des Wassers unterschätzen, kann das sehr gefährlich werden.“ Die Teilnehmer müssten lernen, ihren Kopf über Wasser zu halten, erklärt sie. Mit Schaumstoffschlangen und Schwimmbrettern werden Arm- und Beinbewegungen trainiert. Abdulay ist zu Beginn noch unsicher. Ohne Schwimmhilfe ist ihm selbst das brusttiefe Wasser nicht geheuer. Aber nach viel gutem Zureden von Susanne Sparr funktionieren schon nach kurzer Zeit selbstständig die ersten Meter. Eigentlich läuft Abdulay am liebsten Marathon. „Er ist unser bester Mann“, lobt ihn Jürgen Pfennig.

Wenn es mit dem Schwimmunterricht so gut weitergeht, steht zwischen dem Senegalesen und seiner Teilnahme an einem Triathlon fast nur noch das kalte Wasser.

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