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Naturschutzmaßnahmen in Kissing

14.01.2014

Seen dienen jetzt schon der Erholung

Der Lech beim Hochwasser Ende Mai Anfang Juni 2013 am Wehr unterhalb des Kissinger Auensees. Die Eingliederung der beiden Baggerseen sorgt jetzt für Disput.
Bild: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

Licca Liber Kissing und die Fischergilde sehen für sich keine Vorteile darin, den Lech durch Weitmann- und Auensee zu lenken

Kissing Die Fischergilde macht mobil. Sie stellt Licca Liber – den freien Lech – dem „Aus für Weitmannsee, Auensee und die Fischergilde Kissing gegenüber“. Letzteres ist zwar noch mit einem Fragezeichen versehen, aber dann folgen neun Gründe, warum sich Mitglieder und Betroffene im Rahmen der Onlinebefragung des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth (WWA) klar gegen eine Eingliederung der beiden Kissinger Baggerseen in den Lech aussprechen sollen.

Ende des Monats wird das Bayerische Umweltministerium den Flussdialog scharf stellen – beim WWA hat man sich in den letzten Monaten einige Mühe damit gegeben. In Arbeitskreisen trafen sich Naturschützer, Bürgermeister, Beamte und Vereinsvertreter, um sich ein erstes Meinungsbild zu machen. „Komisch, als wir da zusammen waren, klang das alles noch etwas anders“, wundert sich Ralph Neumeier, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth. Denn die Maßgabe des Flussdialogs sei, Grenzen auszutesten, herauszufinden, wie weit man mit dem freien Lech gehen kann. Für die Kissinger Fischer, so sagt Engelbert Pflanz, ihr Vertreter in den Arbeitskreisen, ist aber die Grenze überschritten. Die rund 480 Mitglieder (rund 80 davon Jugendliche) verlören ihre Heimat, denn die Einbindung des Weitmannsees bedeutet faktisch, dass das Fischrecht ins Revier des Lechs übergeht. Nachzulesen ist in den Arbeitskreisprotokollen, dass dafür ein Ausgleich gefunden werden muss. „Aber wo soll der her kommen? Das ist eine Größe, für die man nicht leicht Ersatz bekommt“, sagt Pflanz. Zudem habe der Verein mit viel Geld der Mitglieder die bestehenden Anlagen geschaffen.

Bestehende Ökosysteme an den Seen würden mit dem Licca-Liber-Konzept zerstört, Fischarten wie der Renke der Lebensraum entzogen und Fremdarten wie Waller und Kaulbarsch in den Lech eingebracht. „Der Lech hatte auch früher keine vergleichbaren Altwasser“, so schreiben die Fischer. Pflanz und Kissings Bürgermeister Manfred Wolf sind der Auffassung, dass die beiden Seen bereits jetzt einen hervorragenden Freizeitwert besitzen. „Vor allem im Winter reichen die rund 1000 Parkplätze manchmal gar nicht aus“, ist sich Pflanz sicher. Ein vom Lech durchströmtes Naturbad böte diese wochenlange stabile Einfläche sicher nicht mehr. Heuer sei der Winter ja eine Ausnahme. Und im Sommer wären die Wassertemperaturen niedriger.

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Spaziergänge rund um den See wären nicht mehr möglich

Auch seien Spaziergänge rund um den See dann nicht mehr möglich. An Wochenenden sind oft hunderte von Spaziergängern auf diese Weise unterwegs. „Der Weitmannsee ist so, wie er sich jetzt bietet, ein Eldorado der Naherholung, auch für viele Augsburger“, weiß Manfred Wolf. Auch mit dem Auensee ist er sehr zufrieden. Diesen nutzen Nudisten, die selbst dafür sorgen, dass ihr Badebereich sauber bleibt. Werde dieser Baggersee mit in den Lech eingebunden, sei es vorbei mit der Ruhe am Ostufer, weil dann Radfahrer und Spaziergänger nicht mehr ans Westufer können und zwangsweise an den Nudisten vorbei müssten. Kritisch könnte es auch für den Sportbund Helios Augsburg werden, der sein Gelände zwischen Weitmann- und Auensee hat.

Die Ergebnisse des Meinungsbilds stehen im Internet unter

www.flussdialog-liccaliber.de/workshops/

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