Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Seit 20 Jahren für große und kleine Kinder da

Geburtstag

16.05.2015

Seit 20 Jahren für große und kleine Kinder da

Emmy Weiser (linkes Bild) arbeitet seit November 2014 als Köchin in der Einrichtung, beim Zubereiten des Rohkosttellers dürfen die älteren Kinder gerne mithelfen. Im Februar dieses Jahres war das Faschingsthema der Regenbogenkinder der Zirkus (rechtes Bild). Als Abschluss ist ein Zirkusbesuch in den Sommerferien geplant.
4 Bilder
Emmy Weiser (linkes Bild) arbeitet seit November 2014 als Köchin in der Einrichtung, beim Zubereiten des Rohkosttellers dürfen die älteren Kinder gerne mithelfen. Im Februar dieses Jahres war das Faschingsthema der Regenbogenkinder der Zirkus (rechtes Bild). Als Abschluss ist ein Zirkusbesuch in den Sommerferien geplant.

Die Kissinger Elterninitiative Regenbogenkinder feiert im Juli ihr Jubiläum. Individuelle Eingewöhnung und eine gelernte Köchin

Eine angenehme, familiäre Atmosphäre herrscht bei den Regenbogenkindern in Kissing. Durch die Integration des Hortes in die Kindertagesstätte lernen die Kinder voneinander, ihre Entwicklung und Individualität wird dadurch beson-ders gefördert. Das Konzept sieht auch vor, die Kinder zu ermutigen, Gefühle auszudrücken, positiv zu denken und Stärken beziehungsweise Schwächen zu erkennen. Angemessenes Verhalten wird positiv verstärkt und den Kindern wird Verantwortung übertragen. Durch die Mitarbeit im Kindergarten können Eltern den Alltag miterleben und mitgestalten. Der im September 1995 gegründete Verein wird am 11.Juli sein 20-jähriges Bestehen feiern. Nach einem Festakt für geladene Gäste besteht die Möglichkeit, die Einrichtung beim Tag der offenen Tür zu besichtigen. Für die Kinder sind Aktionen zu dem Motto „Jahrmarkt“ geplant, die bei schönem Wetter im Garten stattfinden.

Da ein Hort oder eine Mittagsbetreuung für ihre Kinder fehlte, gründeten die betroffenen Eltern eine Initiative, die sich dem Projekt „Netz für Kinder“ anschloss. Der gemeinnützige Verein „Regenbogenkinder e. V.“ eröffnete im September 1995 als eine der ersten Einrichtungen in Kissing eine Kindertagesstätte mit Hort. Gründer waren die Familien Kraus, Wirtz, Furchner, Bruchhagen und Narr sowie Ute Petras und Matthias Wohne. Sie mieteten in der Lohgasse ein Haus an, in dem die Einrichtung elf Jahre lang untergebracht war. Als im Jahr 2006 die Krippe ihren Betrieb aufnahm, bezogen die „Regenbogenkinder e. V.“ das Haus in der Asternstraße 11a. Wegen der großen Nachfrage benötigten sie auch das Haus Nummer 11. Die Krippe verfügt über einen hohen Betreuungsschlüssel an Erzieherinnen und ein individuelles Eingewöhnungskonzept. Sieben Betreuer (zwei Erzieherinnen, drei Kinderpflegerinnen, eine pädagogische Hilfskraft und ein Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr im Wechsel) kümmern sich um elf Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Durch Begegnung mit älteren Kindern im Haus und im Garten erhalten die Kleinen zusätzliche Lernanreize.

Der Kindergarten, in dem auch die Eltern mitarbeiten, betreut 13 Kinder. Er ist dem „Netz für Kinder“ angeschlossen, das gemeinsame Aktivitäten für Schul- und Kindergartenkinder, eine Gruppengröße von maximal 15 Kindern sowie soziale und intellektuelle Lernanreize für Kinder von null bis zwölf Jahren vorsieht. Nach dem Unterricht kommen neun Kinder aus der Grundschule und Kinder, die in Kissing eine 5. Klasse besuchen, zum Hort. Sie erhalten nicht nur ein warmes Mittagessen, sondern auch eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung. In den Ferien können sie an einer ganztägigen gruppenübergreifenden Feriengestaltung teilnehmen. „Wir waren schon in der Schmetterlingsausstellung im Botanischen Garten oder im Puppenkistenmuseum. In den Sommerferien ist ein Besuch im Zirkus geplant“, erzählen Hausleiterin Marlene Weiss und die mitarbeitende Mutter Jennifer Pfister-Schär, die zusammen mit Ronald Kraus und Claudia Leiprecht den Vorstand des Vereins bilden. Alle zwei Jahre wird der Vorstand neu gewählt oder in seinem Amt bestätigt. Die letzten Entscheidungen waren die Beschaffung eines „Krippenbusses“ für Ausflüge mit sechs Kindern oder die Anschaffung neuer Gartenspielgeräte aus Holz für 15000 Euro. Gefördert werden die „Regenbogenkinder“ zu je 40 Prozent von der Gemeinde Kissing und dem Freistaat Bayern, der Rest wird durch Gebühren – die nicht höher sind als in den anderen Kissinger Einrichtungen und von den gebuchten Zeiten abhängen – und von Spenden finanziert.

Seit 2006 wird täglich ab 9.30 Uhr für alle Kinder gekocht. Im November 2014 hat die ausgebildete Köchin Emmy Weiser dieses Amt übernommen und bereitet 35 Portionen zu. Jeden Tag gibt es einen Rohkostteller. Danach wird entweder ein herzhaftes Essen und ein Dessert oder eine Suppe mit einer Mehlspeise serviert. An je einem Tag steht ein Fisch-, ein Fleisch- oder ein vegetarisches Gericht auf dem Speiseplan. Ein Tag ist für ein Wunschessen vorgesehen. Auch auf Allergien und religiöse Besonderheiten der Kinder nimmt sie Rücksicht. Aus pädagogischen Gründen essen auch die Erzieherinnen immer eine kleine Portion mit.

Seit mehr als zehn Jahren beteiligen sich die „Regenbogenkinder“ beim Kissinger HHK-Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende. Die Eltern investieren viel Zeit, um selbst gemachte Adventsdekorationen, Kränze, Gestecke, Schmuck, Filz- und Häkelarbeiten, Marmeladen und Liköre anbieten zu können. Mit den Einnahmen finanzieren sie Projekte wie den Kauf der neuen Gartenspielgeräte, den Firmen aus der Region, die Gemeinde Kissing, Eltern und Privatpersonen mit zusätzlichen Spenden ermöglichten. Seit vier Jahren gibt es im Haus auch einen Weihnachtsbasar. Beim Brunnenfest vor dem Rathaus beteiligt sich der gemeinnützige Verein mit Bastelaktionen, ebenso beim Kissinger Ferienprogramm.

In der Kindertagesstätte steht für jeden Tag eine Aktion an: Montags werden Ausflüge unternommen, der Dienstag ist Kreativtag, mittwochs dreht sich alles um die Musik und am Donnerstag ist Sport und gesunde Ernährung angesagt. Der Freitag wird für Geschichten und Märchen und als „Zeigetag“ eines Spielzeugs reserviert. Die Einrichtung verfügt über einen eigenen Brennofen, sodass Kinder und Eltern auch töpfern. Im Garten dürfen die Kinder ein Gemüsebeet mit Bohnen, Tomaten, Karotten, Zucchini und Kräutern anlegen. Jedes Jahr können die Kinder so viele Äpfel ernten, dass Apfelsaft hergestellt wird. Auch aktuelle Themen, wie das Erdbeben in Nepal, erfahren die Kinder durch ein Spendenabonnement der Friedberger Allgemeinen. Ein Terrarium mit der Kaulquappe einer Guatemala-Kröte stellte das Ehepaar Pfister-Schär den Kindern zur Verfügung. Im letzten Jahr zogen die Kinder mit ihren Erzieherinnen Schmetterlinge auf und entließen sie im Garten in die Freiheit.

Im Verein haben die Eltern viele Mitspracherechte, die sie über ihre gewählten Elternsprecher wahrnehmen. Im Gegenzug müssen sie aber auch mitarbeiten – acht Stunden pro Familie und Jahr sind Pflicht. Diese Pflicht haben sie bei staatlichen und kirchlichen Einrichtungen nicht. Aber viele Eltern sind sogar bereit, noch zusätzliche freiwillige Stunden für den Verein zu leisten.

mit Kindertagesstätte, Hort und Kinderkrippe befinden sich in der Asternstraße 11 a in Kissing. Kindergarten und Hort sind telefonisch unter 08233/60793, die Krippe unter 08233/2599140 erreichbar. Die Jubiläumsfeier mit dem Motto „Jahrmarkt“ findet am 11. Juli bis 17 Uhr statt. Am 22. Mai veranstaltet die Einrichtung von 15 bis 18 Uhr einen Flohmarkt für Möbel, Bücher, Spiele und Spielzeug.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren