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Mering

20.06.2019

Seit hundert Jahren engagiert sich Kolping in Mering

Das historische Foto der Mitglieder der Kolpingsfamilie Mering um 1920 ist auch in der Festschrift enthalten.
Bild: Kolpingsfamilie

Die Meringer Kolpingsfamilie feiert Jubiläum. Die Mitglieder blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Nun gibt es ein großes Fest.

Altpapiersammlung und politischer Dämmerschoppen, Kässpatzenessen und Waldweihnacht, dies sind die in der öffentlichen Wahrnehmung bekanntesten Engagements der Meringer Kolpingsfamilie. Dazu kommt die große Popularität der Kolpingkapelle als ein Teil dieser Familie, die als Aushängeschild des Marktes Mering gilt.

Knapp 40 öffentliche Termine füllen das diesjährige Jahresprogramm des Vereins, der sich seit hundert Jahren ganz der Idee Adolph Kolpings verschrieben hat. Ein wichtiger Termin ist der Samstag, 29. Juni, wenn die Kolpingfamilie mit einem Festgottesdienst in St. Michael und einem anschließenden Festakt in der Mehrzweckhalle ihren Geburtstag feiert.

Der Verein in Mering wurde 1919 gegründet

Gegründet wurde der Verein am 3. November 1919 auf Drängen der Handwerker und Gesellen, so ist aus der Chronik zu erfahren. In einer Zeit politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit suchten diese in einer Gesinnungsgemeinschaft Unterstützung für ihre persönlichen und beruflichen Belange. Historisch belegt ist, dass die Kolpingsfamilie Mering ihren Ursprung in zwei Gründervereinen hatte, die erst 1930 vereint wurden.

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Da im Gesellenverein nur Erwachsene über 18 Jahren zugelassen waren, gründete der Vorsitzende, Präses Kaplan Franz Egger, noch im November desselben Jahres einen katholischen Jugendverein für Lehrlinge. Alois Fauser begann im Jahr 1920 damit, Jugendlichen Unterricht im Musizieren zu geben. 1921 gilt als Gründungsjahr der Kolpingkapelle, die somit in zwei Jahren ebenfalls ihr Jubiläum feiern kann.

Am 11. Juni 1922 wird die Fahne des Gesellenvereins geweiht, 1923 ein Gesellenhaus im Bayerischen Löwen eröffnet und auch der Jugendverein bekommt eine Fahne. Dieses edle Erbstück wurde nun zum Jubiläum restauriert und wird im Rahmen des Festgottesdienstes erneut geweiht. Aufbewahrt werden die beiden kostbar bestickten Fahnen in einem Fahnenschrank in der Kolping Kultur Werkstatt, die 2003 mit großem Engagement der Kolpingsfamilie in den Fabrikräumen der Firma Ludwig Leuchten eröffnet wurde.

Kolping in Mering erlebte Höhen und Tiefen

Höhen und Tiefen gab es einige in den vergangenen hundert Vereinsjahren. Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1927 nahmen Arbeitslosigkeit und Armut dramatisch zu und laut Chronik stand 1931 bei der Weihnachtsfeier die Speisung von arbeitslosen Mitgliedern im Mittelpunkt.

Der Nationalsozialismus brachte der Kolpingsfamilie das Aus. 1939 war die Vereinsauflösung, 1947 erfolgte die Wiedergründung. Eine prägende Persönlichkeit war Pfarrer Kurt Engelhard, der sich in seiner Zeit als Seelsorger in Mering stark für die Kolpingsfamilie einsetze und 1966 auch das bis heute traditionelle Kässpatzenessen einführte.

In der Festschrift, die am Jubiläumstag verteilt wird, würdigt Bürgermeister Hans-Dieter Kandler das Engagement. „Die Kolpingsfamilie war in all den vielen Jahren prägend für unser Mering. Hier bündelten sich viele ehrenamtliche Initiativen und Projekte“. Es gibt auch einen Glaubensgesprächskreis, die Kolpingsenioren sowie eine Familiengruppe und die Kolpingjugend, die derzeit von Sonja Sedlmeir wieder verstärkt aufgebaut wird. Familienmitgliedschaften sind die Regel. „Ein Kolpinger zieht meistens seine ganze Familie nach“, erklärt Klaus-Dieter Ruf, der seit elf Jahren das Amt des Vorsitzenden innehat. Er und seine Frau Claudia sind seit 40 Jahren mit dabei, Tochter Anna ist bereits seit fünf Jahren in der Diözesanleitung der Kolpingjugend.

Eine große Zahl von Ehrenmitgliedern manifestieren das langjährige Engagement vieler Meringer für die Ideale Adolph Kolpings. So entwickelte sich aus den 50 Gründungsvätern eine Kolpingsfamilie, die heute über 400 Mitglieder zählt und somit nach Bobingen und Schwabmünchen der drittgrößte Verein in der Diözese ist. Vor allem durch die beliebten Bildungsreisen, heuer nach Wien, kommen immer wieder auch neue Mitglieder dazu.

Mit ihrem Engagement für soziale Belange, religiöse Themen und für die Geselligkeit bringen sich langjährige Mitglieder der Kolpingsfamilie in vielfältiger Weise in ihrem Heimatort ein, wie Chronist Franz Sedlmeir belegen kann. „Wir Kolpinger sind überall im Ortsgeschehen mit dabei und auch das mittlerweile so erfolgreiche Bürgernetz rekrutierte sich aus unserer Vorstandschaft“, sagt Klaus-Dieter Ruf stolz. Nach den Feierlichkeiten am 29. Juni wird es auch noch ein Familienfest am 15. September geben.

Festprogramm der Meringer Kolpingsfamilie

Festakt am Samstag 29. Juni

  • 18 Uhr Aufstellung der Fahnenabordnungen der Vereine am Papst-Johannes-Haus
  • 18.20 Uhr Kirchenzug mit der Kolpingkapelle nach St. Michael
  • 18.30 Uhr Festgottesdienst mit Landespräses Domvikar Monsignore Christoph Huber und Fahnenweihe der restaurierten Jugendfahne
  • ca. 20 Uhr Beginn des Festabends in der Mehrzweckhalle für geladene Gäste mit Grußworten von Pfarrer, Landrat, Bürgermeister und Diözesanverband, Musikalische Unterhaltung: Men in Blech

Familienfest am Sonntag, 15. September

  • 13 bis 17 Uhr im Lippgarten: unter andrem mit Punkte-Parcours, Hüpfburg, Torwandschießen und Musik der Kolpingkapelle
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