1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Sicherheit funktioniert nur im Team

Porträt aus Mering

10.08.2018

Sicherheit funktioniert nur im Team

Mit seinem Team bespricht Bereitschaftsleiter Daniel Stöckl (links) alle Details für den Verlauf des Abends.

Daniel Stöckl leitet die Bereitschaft des Roten Kreuzes in Mering. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern sorgt er für Sicherheit bei Veranstaltungen.

Israeltag der Marktgemeine, Elfmeterturnier bei Inter Trempes oder Haindling am Paarbogen – wenn andere die schönen Sommerabende genießen, hat Daniel Stöckl Dienst. Der 32-jährige Bereitschaftsleiter des Roten Kreuzes in Mering und seine 47 ehrenamtlichen Helfer im Alter von 16 bis 84 Jahre sorgen dann für die Sicherheit der Besucher: Mit Mannschafts- und Krankenwagen, mobiler Wache samt Behandlungsraum und zwei Feldbetten, mit vier Notfallrucksäcken für Erstbehandlung, zwei Defibrillatoren und Sauerstoffgeräten sind sie immer zur Stelle, wenn sich Notfälle ereignen.

Damit alles reibungslos klappt, ist im Hintergrund ein großer Organisationsaufwand nötig. Am liebsten ist es Stöckl, wenn die Veranstalter rechtzeitig auf ihn zukommen. Er braucht die Zahl der Besucher, die Fläche und das Programm, bevor er an seinem Computer berechnen kann, wie viel Personal notwendig ist. „Ich mache dem Veranstalter ein Angebot und je früher er mir die Zusage schickt, umso günstiger wird es für ihn“, verrät er. Manchmal erhalte er aber erst eine Woche vor dem Termin die Rückantwort. Für die feinere Einsatzplanung mache er mit dem Veranstalter, dem Sicherheitsdienst, der Feuerwehr, dem Bürgermeister und dem Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde eine Begehung und Besprechung und erstelle den sogenannten Lageplan, erklärt Stöckl weiter.

„Wenn wir später Streife laufen, sind wir zu dritt unterwegs und haben stetigen Funkkontakt zum Sicherheitsdienst“, sagt er. Es gab in der Vergangenheit nämlich Übergriffe von Betrunkenen auf ihn oder seine Kollegen, erinnert er sich. „Wir werden oft angepöbelt oder sogar getreten. Es fehlt bei manchen Besuchern einfach am Respekt gegenüber uns Helfern“, bedauert er. Es gebe aber auch erfreuliche Einsätze wie im Februar, als sie einen älteren Besucher einer Veranstaltung, der auf dem Nachhauseweg zusammengebrochen war, erfolgreich wiederbeleben konnten. Ein Einsatz, der den Helfern der Bereitschaft Mering bis heute im Gedächtnis sei, war der dreitägige Tornadoeinsatz in Affing im Jahr 2015.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Es entstehen viele Freundschaften

Daniel Stöckl arbeitet wie zehn weitere Mitglieder des Ortsverbandes Mering beim Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes. Deshalb ist das Amt als Bereitschaftsleiter gut mit seinem Beruf vereinbar. Für Schüler und Auszubildende sei es dagegen schwieriger, weil sie am nächsten Tag trotzdem zum Unterricht gehen müssten und die Arbeitgeber nicht immer so verständnisvoll seien. „Inzwischen müsse aber in Bayern laut Gesetz eine Freistellung erfolgen“, weiß er. „Bei uns entstehen viele Freundschaften. Wir sind wie eine große Familie, einer meiner Kollegen ist der Pate meines Sohnes“, erzählt Stöckl.

Er wuchs in Mering auf und besuchte als Kleinkind mit seinen Eltern im Sommer gerne das Freibad. Dabei entstand früh der Wunsch, bei der Wasserwacht mitzuwirken. Mit sechs Jahren trat er der Jugendwasserwacht bei, erlernte Erste Hilfe und die Baderegeln. Es gab Zeltlager, Wettbewerbe im Schwimmen oder Radtouren. Ähnlich sei es auch beim Jugendrotkreuz, sagt er. Zwölf Jahre beteiligte er sich bei der Wasserwacht.

Nach einer Lehre als Koch und zweijähriger Pause wegen eines Umzugs nach Fürstenfeldbruck begann er beim Bayerischen Roten Kreuz Mering. Seit 2012 arbeitet auch seine Frau Julia mit: Sie ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung der neuen Mitglieder. Seine Kinder im Alter von einem, drei und 11 Jahren interessieren sich auch schon für das Rote Kreuz, vor allem wenn es um Einsätze mit dem Blaulicht geht. „Mein Sohn lief mit mir beim diesjährigen Einzug zum Meringer Volksfest mit“, so Stöckl.

Auch bei Veranstaltungen in anderen Städten wie den Kaltenberger Ritterspielen, dem Taubertaler Festival oder sogar am Münchner Oktoberfest ist das Rote Kreuz Mering im Einsatz. Letzteres fällt aber im Jahr 2018 weg, weil es ein Privatunternehmen übernehmen wird. Außerdem sind sie bereits jetzt damit beschäftigt, ihren Blaulichttag am 30. Juni 2019 in der Marktgemeinde zu planen. Organisationen wie die Bundeswehr und die Polizei müssen ein Jahr vorher Bescheid wissen, um an diesem Tag teilnehmen zu können, sagt Stöckl. All das funktioniert nur im Team: „Bei meiner Arbeit sind die Gespräche mit Kollegen und dem Partner sehr wichtig. Und bei äußerst schwierigen und belastenden Einsätzen hilft auch noch das Kriseninterventionsteam“, verrät Daniel Stöckl.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
DSCF7254.JPG
Winterschauturnen in Mering

Superhelden zeigen turnerische Bestleistungen in Mering

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket