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Mering

16.04.2019

Sie brennen für die Meringer Feuerwehr

In der modularen Truppausbildung der Feuerwehr Mering lernen die Geschwister Antonia und Florian Sedlmeyr alle technischen Geräte eines Einsatzfahrzeugs zu bedienen
Bild: Heike John

Die Geschwister Florian und Antonia Sedlmeyr sind begeisterte Jugendfeuerwehrler. Warum die Feuerwehr auch für junge Leute attraktiv ist.

Wenn die Feuerwehr Mering am 4. Mai mit einem Festabend ihr 150-jähriges Bestehen begeht und das Jubiläum auch noch mit einem großen Open-Air-Konzert am 20. Juli feiert, dann ist auch der Nachwuchs voller Begeisterung mit dabei. 15 Jugendliche und Quereinsteiger absolvieren derzeit in Mering die modulare Truppausbildung und stoßen dann zur Mannschaft, die sich mit einer Stärke von derzeit rund 90 Aktiven durchaus sehen lassen kann. Zu ihnen zählt auch Florian Sedlmeyr aus Reifersbrunn. „Menschen retten und Gefahren beseitigen, das interessiert mich, da wollte ich schon immer dabei sein“, sagt der 16-Jährige.

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Dass er auch den Namen des Schutzheiligen der Feuerwehr trägt, tut dabei wenig zur Sache. Sehr wohl beeinflusste ihn aber der Brand im Haus seiner Oma im Juni letzten Jahres in unmittelbarer Nachbarschaft des eigenen Wohnhauses. „Ursache war ein technischer Defekt der Heizungsanlage und als ich die Flammen sah und wie die Kameraden anrückten, da war mir klar, dass ich in so einer Situation helfen will. Dies hat mich in meiner Entscheidung, bei der Feuerwehr mitzumachen auf jeden Fall noch bestätigt“, sagt Florian.

Seine begeisterten Erzählungen über A-Druckschläuche und C-Strahlrohre nach jedem Gruppenabend machten auch seiner Schwester Antonia Lust, mit dabei zu sein. Die 14-Jährige stieß vergangenen Herbst zur Truppe, denn 14 ist das Mindestalter zum Eintritt bei der Meringer Wehr.

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„Menschen in Gefahr helfen zu können, das finde ich einfach toll“, sagt die Meringer Gymnasiastin, die nach ihrer Schullaufbahn einen sozialen Beruf anstrebt. Und während sie davon erzählt, wie man mit jedem Löschaufbau mehr Routine bekommt, kriegt Florian vor allem glänzenden Augen, wenn er vom Autos Aufschneiden berichtet. „Mit Schere und Spreizer arbeiten, das können aber auch Frauen“, betont er voller Überzeugung.

In Mering waren weibliche Kameraden früher undenkbar

Vor einigen Jahren war es für die Meringer Feuerwehrleute noch undenkbar, weibliche Kameraden in ihrer Mitte zu haben. Inzwischen gibt es im neuen Feuerwehrhaus in der Friedenaustraße eine Frauenumkleide und eine Frauentoilette und die Mädels gehören ganz selbstverständlich dazu, auch wenn es noch nicht viele sind. „Meine Freundinnen finden toll, dass ich das mache“, erzählt Antonia, „aber für sie wäre es nichts, sagen sie immer.“ Viele Mädchen schrecken davor zurück, weil sie denken, sie können nicht mit den Armaturen und Geräten umgehen, glaubt Antonia. Ihr macht es sehr viel Spaß und dafür investiert die Schülerin der achten Klasse, die auch noch Klarinette spielt und ins Judotraining geht, gerne etwas von ihrer Freizeit. „Shopping ist eh nicht so mein Ding“, sagt sie.

Bruder Florian besucht die zehnte Klasse im Meringer Gymnasium und spielt außerdem Trompete bei der Kolpingkapelle. „Manchmal habe ich schon ein Zeitproblem“, gibt er zu. Aber die Feuerwehr ist es ihm wert.

Einmal wöchentlich findet die Jugendübung statt. Im Winter ist sie eher theorielastig, im Sommer geht es dann schon praktischer zu und es gibt Einheiten rund um die technische Hilfeleistung.

Florian, der nach der Schule auf jeden Fall einen handwerklichen Beruf ergreifen will, freut sich schon sehr auf das kommende Lebensjahr. „Denn jetzt mit 16 darf ich schon auch mal auf Einsätze mitfahren und zuschauen“. Mit 18 können die jungen Kameraden nach bestandenem Test dann voll mit anpacken.

Bisher konnten sie nur bei einer Showübung beim Löschen helfen

Bisher konnten die Geschwister nur bei der Showübung am Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr beim Löschen helfen. Beide haben jedoch keine Angst vor einem echten Einsatz. „Man hat vor Ort immer Kameraden dabei, die einen unterstützen“, sind sie überzeugt. Die Kameradschaft unter den Jugendlichen wird auch durch gemeinsam verbrachte Freizeit, Spiel und Spaß gefestigt. Darauf legen die Jugendwarte auch großen Wert.

In der modularen Truppausbildung der Feuerwehr Mering lernen die Geschwister Antonia und Florian Sedlmeyr alle technischen Geräte eines Einsatzfahrzeugs zu bedienen
Bild: Heike John

Derzeit kümmern sich Daniel Pütz, Stefan Hacker, Florian Schallermeir und Patrick Puls um die Ausbildung des Nachwuchses im Feuerwehrgerätehaus und auch um die Geselligkeit. Ein gemütlich eingerichteter Jugendraum im ersten Stock mit Kicker, Dartscheibe, Video- und DVD-Player sorgt dafür, dass das Ehrenamt auch Freizeitspaß unter Gleichaltrigen bietet. Es gibt Ausflüge, Zeltlager oder auch eine Nacht im Feuerwehrhaus.

Jubiläum Für das Open-Air-Konzert am 20. Juli mit der Bayern-3-Band und DJ Tonic am Freizeitgelände Badanger sind Eintrittskarten zum Vorverkaufspreis von elf Euro im Rathaus Mering, der Raiffeisenbank Mering, Münchener Straße 11, oder bei Farben Pfaller, Augsburger Straße 32, erhältlich.

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