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Kissing

10.01.2019

Sie sind Pfadfinder aus Überzeugung

Marius Hutterer, Leah Hutterer, Melanie Jung und Elias Hutterer (von links) sind seit vielen Jahren bei den Kissinger Pfadfindern.
Bild: Heike Scherer

Bei ihren Ausflügen verzichten die Mitglieder des Kissinger Stamms gerne auf ihr Handy. Was sie prägt.

Eine Woche ohne Smartphone unterwegs sein – das klingt für viele Jugendliche nach einer Horrorvorstellung. Doch die Pfadfinder aus Kissing mögen es, bei einer Freizeit auch mal offline zu sein. 107 Mitglieder hat die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg in Kissing. Sie besteht seit dem Jahr 1965.

Es gibt fünf Gruppen, in denen Kinder ab sieben Jahren teilnehmen können. Auch Jugendliche aus Mering, Merching, Augsburg und Derching sind dabei. Im Pfadfinderstamm heißt es, dass die Kissinger Freunde aus der Nachbarschaft durch ihre interessanten Aktionen gewonnen hätten. Ihre typische Kleidung ist ein beigefarbenes Hemd mit vielen Aufnähern wie der Weltbundlilie und Abzeichen. Zudem tragen sie Halstücher in verschiedenen Farben. Ihre Räumlichkeiten haben sie in Kissing im Keller des Josef-Zimmermann-Hauses.

Eine Institution, die die Persönlichkeit prägt

Der 20-jährige Marius Hutterer ist seit zehn Jahren Mitglied. „Für mich ist das Besondere bei den Pfadfindern, dass ich in keinem anderen Verein die Möglichkeit habe, solche Erfahrungen zu machen wie die Abenteuer in einer Gruppe, die über viele Jahre zusammengewachsen und wie eine zweite Familie für mich ist“, erzählt er. Neben Schule und Familie sei die Pfadfinderschaft eine wichtige soziale Institution, welche die Persönlichkeit präge. Schon seit zwei Jahren leitet er die Jupfis, den Nachwuchs im Alter von elf bis 14 Jahren. Es gäbe gemeinsame Aktionen des gesamten Stammes und Aktionen der einzelnen Gruppen, berichtet er.

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Gemeinsam wird es eine viertägige Freizeit in den Osterferien in Ravensburg mit dem Motto „Umwelt und Natur“ geben. Die Teilnehmer werden erfahren, wo ihr Essen herkommt, sich mit Upcycling – also Methoden, aus Müll etwas neues zu gestalten – befassen und ein Stück Wald wiederaufforsten. Auch Spiele im Freien und die Besichtigung eines Biobauernhofes stehen auf dem Programm. Im Ort planen sie ein Sommerfest und beteiligen sich beim Reitturnier am Reitpark Mergenthau unter anderem als Parkplatzeinweiser und Parcourshelfer.

Marius Hutterer tritt selbstbewusst und redegewandt auf. Er sagt, dass er diese Eigenschaften in seinem Amt als Leiter gelernt habe. Er plane einen „Hike“ – eine Wanderung – rund um Bachern mit Stationen und Aufgaben sowie einer Übernachtung im Freien. Die Jugendlichen sollen die Gegend hinter Kissing kennenlernen.

Treffen als Ausgleich zur Schule

Mitglieder der Rovers im Alter von 16 bis 21 Jahren sind Leah Hutterer und Melanie Jung. Sie sind seit zwölf beziehungsweise vier Jahren dabei. Auch wenn sie noch einen Leiter haben, entschieden sie eigenverantwortlich, erzählen die 18-jährigen Schülerinnen. Für sie sei das regelmäßige Treffen am Freitagabend ein Ausgleich zur Schule, auf den sie sich jedes Mal freuen. „Wir bauen gerade einen Tisch aus Holz mit der Lilie“, sagen sie. Außerdem werden sie im Januar die Christbaumabholung durchführen. Im Sommer ist eine Freizeit an der Côte d’Azur mit einem viertägigen Hike und einer Woche Badeaufenthalt geplant.

Bereits im Vorstand sind Elias Hutterer und Philipp Klose, 23 und 24 Jahre alt. Zudem leiten sie die Pfadis im Alter von 14 bis 16 Jahren. „Als meine Familie nach Kissing zog, suchten meine Eltern für mich einen Verein und bei den Pfadfindern gefiel es mir am besten“, erinnert sich Elias Hutterer. Die Pfadfinder seien eine große Familie und eine Lebenseinstellung. Die Freizeit verbringe er überwiegend mit anderen Pfadfindern und die gemeinsamen Erlebnisse seien Basis für Gespräche. Im Sommer werde er mit seiner Gruppe zwei Wochen auf einem internationalen Pfadfinderzeltplatz an einer Seenplatte in Schweden verbringen. Mit den anderen werde er die Natur mit Kanus erkunden und angeln. Auch will Elias Hutterer den Jugendlichen beibringen, wie man einen Fisch ausnimmt. Die Kinder hätten zwar bei den Freizeiten ihr Handy dabei, um ab und zu mit den Eltern Kontakt aufzunehmen. Doch wirklich interessant seien die Mobiltelefone bei den Ausflügen nicht. „Ich habe mein Handy fast die ganze Woche nicht gebraucht und bin richtig froh darüber“, habe ein Kind seinem Leiter nach einem Zeltlager erzählt.

Kontakt Mehr Informationen über die DPSG Kissing im Internet.

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