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Handwerk

21.11.2017

Sie sind die Besten ihres Fachs

Florian Keppel ist bester Schornsteinfeger Bayerns.
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Florian Keppel ist bester Schornsteinfeger Bayerns.
Bild: Manuela Krämer

Sechs Auszubildende aus dem Kreis waren bei ihren Abschlussprüfungen so gut, dass sie Kammersieger wurden. Sie erzählen, was sie motiviert hat, und geben Tipps für die Ausbildung

Als Kammersieger im Regierungsbezirk Schwaben haben fünf Auszubildende aus dem Landkreis ihre Lehre abgeschlossen. Sie gehören damit zu den Besten ihres Handwerks und nehmen auch an den weitergehenden Berufswettbewerben in Bayern oder eventuell sogar in Deutschland teil. Was steckt hinter ihren Leistungen? Gibt es ein Erfolgsrezept?

Die Kosmetikerin

Selina Sturm aus Stätzling (Stadt Friedberg) hat im Kosmetikstudio Reviderm Skinmedics in Aichach eine Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht. „Die Arbeit macht mir viel Spaß, auch der Kontakt zu den Kunden und unser tolles Team motivieren mich. Das spornt mich an.“ Vor der Abschlussprüfung hatte die 19-Jährige Panik. Aber ihre Kollegen haben ihr Mut gemacht. Dadurch konnte sie die Prüfungen selbstbewusst angehen, drei theoretische und einen Praxistag musste sie schaffen. Für die Kosmetik entschied sich Selina, als sie 15 Jahre alt war. Sie interessierte sich damals vor allem für Make-up. „Aber das macht lediglich zehn Prozent des Berufs aus. Es steckt viel mehr dahinter.“ Auch medizinische Gesichtsbehandlungen, Maniküre und Pediküre gehören dazu. „Man muss sich bewusst sein, dass man engen Körperkontakt zu den Kunden hat. Damit muss man umgehen können.“ Selina Sturm ist überzeugt: „Wer erfolgreich sein will, der muss den Beruf wirklich machen wollen. Sonst klappt’s nicht.“

Der Heizungsbauer

Moritz Merl aus der Gemeinde Rehling ist Anlagenbauer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei Josef Matzka Heizungsbau. „Ich finde, dieser Beruf hat Zukunft, man kann ihn nicht so leicht durch Maschinen ersetzen“, sagt der 19-Jährige. „Aber es wird auch einiges gefordert.“ Wer sich für diese Ausbildung entscheidet, muss bedenken, dass der Beruf körperlich anstrengend ist. „Und auch in der Schule darf man es sich nicht zu leicht vorstellen.“ Denn der Anlagenbauer vereint das Wissen von drei Berufen: Gas- und Wasserinstallateur, Heizungsbauer und Lüftungsbauer. Das Beste an seinem Beruf, findet Merl, ist, dass man so viel über Haustechnik lernt. „Wenn man zu Hause ein Problem hat, dann weiß man sich schnell zu helfen.“ Außerdem kennt er von den Baustellen viele andere Techniker. Manches habe ihm aber auch Probleme bereitet. „Vor allem das frühe Aufstehen hat mich fertiggemacht“, erzählt Moritz Merl lachend.

Die Raumausstatterin

 Ramona Hofberger ist Raumausstatterin bei Stanke Raumgestaltung und wollte schon immer etwas Handwerkliches und Kreatives machen. „Das Tolle ist, dass der Beruf so abwechslungsreich ist“, sagt sie. Die 20-Jährige aus Sainbach, einem Ortsteil von Markt Inchenhofen, tapeziert und bespannt Wände, polstert Möbel, näht Vorhänge, baut Sonnenschutz-Vorrichtungen und berät Kunden. „Es ist jeden Tag etwas anderes los.“ Das Einzige, was sie etwas Überwindung kostet, ist das Bodenverlegen. „Es ist einfach schwere Arbeit und man muss viel schleppen“, sagt sie. „Aber das wusste ich vorher, dafür habe ich ja ein Praktikum gemacht.“ Vorher mal in den Beruf reinzuschnuppern, das würde sie jedem empfehlen, der sich für eine Ausbildung entscheidet. „Egal, für welchen Beruf man sich interessiert. Ein Praktikum ist wichtig, damit man einfach schon mal weiß, was auf einen zukommt.“ Trotzdem scheint das körperliche Arbeiten nicht abzuschrecken. „In den letzten Jahren haben sich viele Frauen für die Raumausstattung entschieden.“

Die Verkäuferin

Melanie Gallo aus der Gemeinde Sielenbach ist Fachverkäuferin im Lebensmittelhandel/Konditorei. Ihre Ausbildung hat sie in der Konditorei Johanna und Fritz Gulden in Aichach gemacht. Auch sie wurde beim Leistungswettbewerb der Handwerkskammer Schwaben für ihre Leistungen als Beste ihres Fachs ausgezeichnet.

Der Metzger

Für eine Metzgerlehre hat sich Richard Johannes Haas entschieden. Er kommt ebenfalls aus der Gemeinde Sielenbach. Er tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters und wird in seiner Familie in vierter Generation Metzger. Diese Tradition hat ihn zu seiner Lehre motiviert. In ein paar Jahren will der 18-Jährige den Betrieb übernehmen(wir berichteten).

Der Schornsteinfeger

„Jetzt habe ich meine beiden Traumberufe gelernt“, sagt Florian Keppel aus Mering. Zuerst absolvierte der 21-jährige den Beruf des Schuhmachers in Odelzhausen, die Ausbildung zum Schornsteinfeger hängte er direkt an. „Die Gesellenprüfung habe ich gemacht, so gut es ging“, sagt er bescheiden über die Tatsache, dass er Schwäbischer Innungssieger und inzwischen sogar Landessieger (wir berichteten im Hauptteil) geworden ist. Er ist also der beste Nachwuchs-Schornsteinfeger in Bayern und nimmt am Berufswettbewerb auf Bundesebene teil. Seine Lehrzeit verbrachte Florian Keppel bei Schornsteinfegermeister Christian Sommer in Königsbrunn, nun arbeitet er im Betrieb von Bezirkskaminkehrermeister Thomas Lidl und kehrt in Friedberg. Ist der Landessieger aber auch ein guter Glücksbringer? Der junge Mann schmunzelt. Manche hätten schon an den goldfarbenen Knöpfen seiner neuen Montur gedreht, damit das Glück dableibe, antwortet er. Die Journalistin hat das auch getan, sicher ist sicher! (

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